Vorschrift – Sicherheit

Verkehrsvorschriften sagen: Fahrzeuge müssen so gebaut und ausgerüstet sein, dass die Sicherheit der an Bord befindlichen Personen und der Schiff fahrt gewährleistet ist.

Zu den Fahrzeugen dieser Bestimmung zählen auch Ruderboote. Nun wird niemand sagen können, mit welchem Boot und welcher Ausrüstung diese Forderung hundertprozentig erfüllt wird. Ganz sicher aber ist sie nicht erfüllt, wenn Ruderinnen und Ruderer in einem C-Boot ohne Abdeckungen und Schotten auf einem windanfälligen See unterwegs sind.

Ein Bootsobmann muss bei jedem Gewässer und bei jedem Wetter die Entscheidung treffen, ob die Bauart des für die Fahrt benutzten Bootes und dessen Ausrüstung die Sicherheit der an Bord befindlichen Personen gewährleisten. Er muss sich also fragen: Kann ich damit bei diesem Wetter auf dieses Wasser gehen?

Bootskunde

Wer eine Steuerberechtigung erwerben will, muss Ruderboots-Arten unterscheiden und die wichtigsten Bootsteile benennen können, ohne lange zu überlegen.

Was man über Ruderboote gedruckt findet, stützt weitgehend auf die Bücher

Bootsgattungen

Bootsgattung ist die Einteilung nach der Zahl der Rudernden. Es gibt also Bootsgattungen vom Einer ohne Steuermann bis zum Doppelachter mit Steuermann.

Bootsarten

Im Rudersport unterscheidet man die Bootsarten: Rennboot, Gig, Seegig, Barke und Kirchboot.

Bauweise

Nur noch relativ selten findet man heute die teuren, aber haltbaren Renngigs, Gigs, Seegigs in Klinkerbauweise: Holzplanken dachschindelartig übereinander miteinander vernietet. Die meisten Ruderboote entstehen in Schalenbauweise, und zwar in Holz oder Kunststoff.

Rennboote

Rennboote haben eine glatte Außenhaut und keinen Außenkiel. Das Dollbord ist nicht durchlaufend, sondern an den Luftkästen abgesetzt. Bug- und Heckraum sind gedeckt und wasserdicht gegen den Mannschaftsraum abgeschottet. Sie unterliegen keinerlei Beschränkungen in den Abmessungen, Form und Baustoffen. Die FISA hat Barken bzw. Archen haben vier bis sechs Riemenruderplätze links und rechts von einem Mittelgang und haben eine Steuerbank, auf der bis zu drei Erwachsene Platz finden. Sie sind über 10 m lang und sind 400 bis 800 kg schwer. Barken werden mit Spielhängern auf Land bewegt.

Renngigs

Das „Rennboot“ in Klinkerbauweise ist als Einer 35, als Vierer 60 und als Achter 70 Zentimeter breit.

Gigs

Gigs wurden früher viel und werden heute noch bei Wettkämpfen eingesetzt. Dafür wurden Normen festgelegt, nach denen auch Gigs gebaut werden, die nur für Fahrten- und Wanderrudern verwendet werden. Einige Normen werden hier gedruckt. Die Benennung A, B, C, D, E erfolgte „wie es kam“, nicht systematisch.

Übersicht der Gigboote

Bezeichnung

Material und Bauweise

Bootsgattung

Breite

Länge

A

Holz, Klinker

Zweier
Vierer

90 cm
100 cm

825 cm
1050 cm

B

Holz, Klinker

Zweier
Vierer
Achter

78 cm
78 cm
85 cm

850 cm
1100 cm
1750 cm

C

Kunststoff, Schale

Zweier
Vierer
Achter

78 cm
78 cm
85 cm

850 cm
1100 cm
1750 cm

D

Holz, Schale

Zweier
Vierer

90 cm
100 cm

825 cm
1050 cm

E

Kunststoff/Holz, Schale

Vierer

90 cm

1100 cm

Seegigs

Seegigs sind 1,00 bis 1,05 m breite Boote ohne Ausleger, in denen Riemenruderer nicht in der Mittelachse, sondern von Platz zu Platz wechselnd nahe dem linken und rechten Dollbord sitzen.

Barken

Barken haben meist je vier Riemenruderplätze links und rechts von einem Mittelgang und eine Steuerbank, auf der drei Ruderer Platz finden. Sie sind über 10 m lang und können 400 bis 800 kg schwer sein.

Teile eines Ruderbootes

Die wichtigsten Teile eines Ruderbootes werden in Aufsicht, Längs- und Querschnitt einer Gig dargestellt.

Kirchboote

Finnische Kirchboote werden seit Mitte der 90 er Jahre mit zunehmender Beliebtheit in Deutschland gerudert. Sie haben auf jeder Seite 7 Ruderplätze und im Heck einen Platz für den Steuermann. Sie sind zwölf Meter lang und zwischen 1,80 und 1,95 m breit. Mit ausgelegten Riemen beträgt die Breite 6,8 Meter; das ist 1,25 Meter mehr als bei einem Skullboot und knapp 20 cm weniger als bei einem Riemenboot. Man kann mit dem Kirchboot aufgrund seiner Wendigkeit alle Gewässer und Engstellen wie mit einem Gig-Vierer befahren. Aufgrund der Einfachheit der Ruderanlage ist der Bewegungsablauf sehr schnell zu erlernen und man kann auch mit absoluten Laien gleich auf größere Fahrt gegen.

Ruder

Skulls sind 290 bis 295 cm, Riemen 370 bis 375 cm lang. Skulls und Riemen werden zur Gewichtsersparnis als Hohlruder aus Holz oder Kohlefaser (Kunststoff) gefertigt.

An einem Ende des Schafts ist der Griff, am anderen sind Hals und Blatt. Der Dollenring auf der Manschette um den Schaft grenzt den Innenhebel vom Außenhebel ab.

Es gibt schmale Gewässer mit engen Kurven, die man nur mit wendigen Doppelzweiern befahren kann. Für Wanderfahrten auf windanfälligen Gewässern gibt es spezielle Boote (beispielsweise ohne Ausleger) und spezielle Bootsausrüstungen (beispielsweise wasserdichte Abdeckungen und Schotten).

Bootsausrüstung

Zu jeder Fahrt, bei der geschleust ohne Steg angelegt wird, führt man am Bug und am Heck je einen Paddelhaken (Peikhaken) mit. Eine Bugleine muss vorhanden sein. Wenn der Verein, bei dem man als Mitglied oder Gast rudert, Fahrten bei Dunkelheit unter bestimmten Voraussetzungen zulässt und es nach der BinSch-StrO möglich ist (eventuell mit Ausnahmegenehmigung), nimmt man zu jeder Fahrt, die bei Dunkelheit enden könnte, einen im Boot aufzustellenden Stab mit weißem Rundumlicht mit und kontrolliert vor der Abfahrt, dass das Licht funktioniert.

Mit Checkliste zum Verladen

Welche sonstige Bootsausrüstung bei Wanderfahrten benötigt wird, muss der Bootsobmann wissen oder aber nachschlagen können, damit er sich daraus eine Checkliste zum Verladen (im Boot oder auf dem Bootsanhänger) fertigen kann. Also ist das im Anhang zu finden. Für das von ihm betreute Boot verlässt sich der Bootsobmann nicht darauf, dass andere „Verlader“ schon an alles denken werden. Zumindest kontrolliert er das.