Rennberichte Finale Rowing World Cup 2010

  • Männer-Achter mit Steuermann
Männer-Doppelvierer
Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier
Frauen-Doppelvierer

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von Oliver Palme
11.07.2010 - 13:29 Uhr
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Kerstin Hartmann und Marlene Sinnig haben zwei vierte Plätze aus den voran gegangenen Weltcups errudern können und wollen heute sich in diesem sehr starken Feld behaupten. Doch die nordamerikanischen Zweier sind heute nicht zu schlagen, letztlich bleibt nur der sechste Platz. Durch den dritten Platz im Halbfinale musste unser Boot auf die benachteiligte Bahn 6. Heute hat man bei drei Katamaranen, die seitlich die Rennen begleiteten, nur eine Chance wenn man vor dem Rest des Feldes liegt.

Andreas Kuffner und Felix Drahotta haben die Fachwelt überrascht mit dem Einzug in das Finale. Die beiden ersten Plätze sind in dieser Bootsklasse an NZL und GBR vergeben, dahinter wird es spannend. Das deutsche Duo geht engagiert ins Rennen, doch schon nach guter erster Steckenhälfte verlieren sie den Kontakt zur Spitze. Im Ziel dann Rang 6 für den DRV.

Annekatrin Thiele und Stephanie Schiller testen in Luzern die internationale Konkurrenz, doch heute wird es gegen Australien und Großbritannien schwer. Das deutsche Duo kommt irgendwie nicht in Tritt und rudert schon frühzeitig außerhalb der Medaillenränge. Am Ende wird es ein sechster Platz, hier muss man sicherlich im Hinblick auf die WM die Optionen prüfen.

Linus Lichtschlag und Lars Hartig haben in München ihre Klasse und vor allem ihre Ambitionen deutlich unterstrichen. In diesem absoluten Spitzenfeld wird auch taktisch heute einiges auf das junge und ambitionierte Duo zukommen. In diesem Punkt überzeugt das Duo eindrucksvoll und auf Höhe der Tribüne hat man die erhoffte Medaillenchance. Lars Hartig nimmt noch mal alle psychische Kraft zusammen und treibt den Zweier mit einem unglaublichen Spurt an. Der sensationelle zweite Platz und damit die beste Finalplatzierung in dieser Bootsklasse für den DRV, seitdem diese olympisch ist, ist der verdiente Lohn.

Daniela Reimer und Anja Noske haben offensichtlich die richtige Mischung aus Kraft und Technik gefunden und gehen heute zuversichtlich in das Finale. Die Britinnen waren in München noch das Maß der Dinge, heute wird ein aggressiver Rennbeginn nötig sein. Es wird ein sehr spannendes Rennen, das erst auf Höhe der Tribüne entschieden wird. Die Australierinnen wollen es wissen und schaffen den Sieg. Für unser Duo bleibt der fünfte Platz, aber der Abstand zu den Britinnen wurde verkürzt und bis zur WM ist es noch lang.

Britta Oppelt, Carina Baer, Tina Manker und Julia Richter wollen hier nach dem tollen Ergebnis von München auf das Podium, doch die Britinnen und vor allem die Ukraine fahren aggressiv los. Deutschland greift an auf Höhe der Tribüne und will den Sieg. Doch die Britinnen sind vor und auch die Ukraine kann sich auf den letzten Metern auf Silber denkbar knapp behaupten.

Der Männer-Doppelvierer fährt hier mit Hans Gruhne für Stephan Krüger, der wieder im Doppelzweier sitzt. Die Kroaten sind das Maß aller Dinge, doch heute will es unser Quartett wissen. Das deutsche Quartett fährt hier ein sensationelles Rennen nach all den Widrigkeiten und liegt in Front. Doch die Kroaten geben den Sieg nicht her und fighten. Ein grandioser Endspurt bringt noch einmal beide Vierer zusammen, der letzte Schlag entscheidet zu Gunsten der Kroaten. Unser Vierer hat ein sehr starkes Rennen abgeliefert und darf sich berechtigte Hoffnungen auf das WM-Ticket in dieser Formation machen.

Der Frauenachter wird hier von USA und Kanada beherrscht, dahinter klafft relativ schnell eine Lücke. Unser Achter kämpft und will das Vertrauen bestätigen, doch auf Höhe der Tribüne scheint die Kraft weg zu sein. Man fällt von dem vierten Platz leider noch auf den sechsten Platz zurück. Auch wenn der Abstand zum vierten Platz gering ausfällt, doch ein Rückschlag für unseren Achter.

Heute sehen wir das fast schon legendäre Aufeinandertreffen von Kanada und Deutschland, oder Holtmeyer gegen Spracklen. Diese beiden Boote sind hier die Favoriten und im Vorlauf hatten die Experten den Eindruck, dass die Kanadier stärker und vor allem schneller als in Henley auftreten. Heute also Hochspannung in der Königsklasse, denn nach dem mäßigen Abschneiden in einigen Bootsklassen, erhoffen sich die deutschen Fans zumindest hier einen Sieg. Doch die ersten 500m werden von den Kanadiern dominiert, die sich knapp eine Sekunde vor unseren Achter legen. An der 1000m Marke schließt unser Achter auf und versucht mit einer geschlossenen Wasserarbeit den Rückstand zu egalisieren. Aber auch die Briten halten mit, das wird spannend. Der Deutschland-Achter führt bei 1500m, aber die Kanadier sind endspurtstark. Der deutsche Achter dominiert und fährt einen blitzsauberen Sieg heraus, das ist auf Höhe der Tribüne sicher. Dahinter wird es noch einmal spannend, denn die Kanadier lassen überraschend nach. Die Australier holen Silber, dahinter der britische Achter.

In den B-Finals bewiesen beide Vierer ohne, dass sie zur Weltspitze gehören. Der "schwere" Vierer gewann nach tollem Endspurt sein Rennen, die Leichtgewichte wurden knapp hinter Australien zweiter.

In den Einern ruderte Sophie Dunsig auf Rang 5, Falko Nolte wurde 4. Boot.