Weltcupfinal: Ein grosses Ruderfest am Rotsee

von Hanns Fuchs
10.07.2005 - 14:44 Uhr

Der Finaltag der BearingPoint-Rowing-Worldcupregatta an der Ruderwelt Luzern wurde zu einem grossen Ruderfest. Auf dem Rotsee lieferten sich die besten Athletinnen und Athleten der Welt in den 14 Weltcup-Bootsklassen und den acht nichtolympischen Kategorien begeisternde Kämpfe um die Rotsee-Trophäen und das Weltcup-Preisgeld. Den Weltcup-Nationensieg sicherte sich Deutschland
knapp vor Grossbritannien und Italien.

Ideales Ruderwetter, faire Bedingungen für alle Sportlerinnen und Sportler, der einmalige Mix von Hochleistungssport, Natur und Unterhaltung - der "Göttersee der Ruderer" machte seinem Namen am Finaltag des Ruderweltcups einmal mehr alle Ehre. 13000 Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten spannende Rennen, bei denen die Endscheidung im Nationen-Weltcup bis zuletzt offen war.

Der Deutsche Ruderverband, seit Anfang des BearingPoint Rowing-Worldcup führender Verband im Weltrudersport, musste dieses Jahr bis zu den letzten Rennen auf dem Rotsee um den Gewinn der Nationen-Trophäe bangen. Während der Finalrennen wechselte die Führung in der Gesamtwertung von Bootskategorie zu Bootskategorie. Mit dem Sieg im letzten Rennen, dem Männer-Achter, sicherte sich der DRV die Nationenwertung im BearingPoint Rowing-Worldcup. Die Rotsee-Bilanz über alle 22 Kategorien zeigt, dass im internationalen Rudersport die Spitze flacher und die internationale Breite grösser geworden ist. Insgesamt 17 Nationen brachten Boote aufs oberste Podest, 29 der 42 teilnehmenden Nationen konnten sich über Rotsee-Medaillen freuen. In den im internationalen Rudersport wichtigsten 14 olympischen Bootsklassen waren die Neuseeländer mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen am erfolgreichsten, gefolgt von Deutschland mit einem Sieg, drei zweiten und einem dritten Platz und Grossbritannien mit einem Sieg, einem zweiten und drei dritten Plätzen. In der Bilanz der nichtolympischen Bootsklassen liegt Italien mit drei ersten und einem dritten Platz vorn, vor China mit zwei Siegen und einem dritten Rang. In der Schlussbilanz vom Rotsee zeigt sich, alles über alles, Italien vor China als erfolgreichster Ruderverband. Die Ruderwelt Luzern als verbindliche Standortbestimmung im internationalen Rudersport bestätigt damit eine Tendenz der letzten Jahre: In Europa rücken Italien, Deutschland und Grossbritannien zusammen, China bringt im Hinblick auf die olympischen Spiele von 2008 in Beijing seine "Flotte" in immer bessere Positionen, und im "Mittelfeld" konzentriert man sich auf einzelne erfolgversprechende Bootsklassen.

Highlights der Ruderwelt Luzern waren der Einer der Männer, der Doppelzweier der Frauen, Doppelvierer und Achter der Männer. Im Männer-Einer bestätigten die Quereinsteiger Ondrej Synek aus Tschechien und Mahe Drysdale aus Neuseeland, dass sie es wissen wollen: Synek schnappte Weltcupleader Marcel Hacker im letzten Rennen Sieg und Preisgeld weg, Drysdale fuhr auf Rang zwei, Olympiasieger Olaf Tufte aus Norwegen fuhr das beste Rennen der Saison mit Rang drei und Weltmeister Hacker kam auf den für ihn enttäuschenden Rang vier. Im Frauen-Doppelzweier schlugen die Bulgarinnen Markova-Neykova die neuseeländischen Olympiasiegerinnen Georgina und Caroline Evers-Swindell um einen Wimpernschlag. Im Doppelvierer lag die Crew aus Estland mit Altmeister und Olympia-Silber-Skuller Jaanson um eine Winzigkeit vor dem neuen tschechischen Vierer mit Skiff-Routinier Chalupa an Bord. Höhepunkt des Ruderweltcupfinals war der Männerachter. Italien ging mit einem Punkt Vorsprung ins Rennen doch der Deutschlandachter fuhr das beste Rennen der Saison. Mit dem Sieg im Achter sicherte sich der DRV auch den Gewinn des Nationenpreises im BearingPoint-Rowing-Worldcup.

"Wir haben drei hervorragende Tage am Rotsee erlebt", freute sich nach der Regatta OK-Präsident Urs Hunkeler. "Es waren tolle Rennen, das Publikum hat die Formel 'Spitzensport zum Nulltarif' dank dem Eintrittssponsor Frei+Cie wahrgenommen. Die Rahmenangebote mit Kids Day, Legends Race für Right To Play und Jazz mit Barbecue am Freitagabend haben sich bewährt."