334. Sitzung des Vorstandes des Deutschen Ruderverbandes
Auf Einladung der ThyssenKrupp AG kam der in Dresden neu gewählte Vorstand vom 20. – 22. Januar auf deren Stammsitz Schloss Landsberg bei Kettwig zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die Weichen für die Zukunft waren zu stellen und die Sacharbeit wieder in den Vordergrund zu rücken.
Großen Raum nahm die Nachbetrachtung des vom dortigen Sächsischen Elbe-Regattaverein bestens organisierten Rudertages in Dresden ein. Hinsichtlich einzelner Wahlergebnisse, die sich auch auf den Jubiläumsrudertag im Jahr 2008 auswirken werden, traten unterschiedliche Bewertungen zu Tage. Es gilt nun, die bereits geleisteten Vorarbeiten in neuer personeller Konstellation fortzuführen. Bisher ist noch keine Berufung in den Vorstand zur Leitung des Ressorts „Vereinsservice, Öffentlichkeitsarbeit und Verbandsentwicklung“ erfolgt, da die Gespräche mit interessierten Ruderkameradinnen und Ruderkameraden noch nicht abgeschlossen sind. Die individuellen beruflichen Belastungen ermöglichen es den geeigneten Persönlichkeiten nur bedingt, sich verbindlich über einen längeren Zeitraum im Ehrenamt zu engagieren.
Die Neuausrichtung des Verbandsorgans „rudersport“, die nach dem Verzicht auf die kostenpflichtige Ergebnisveröffentlichung notwendig geworden ist, wurde ausführlich diskutiert. Aus Sicht des Vorstandes hat die Publikation für die interne Kommunikation trotz des Ausbaus des Internetauftritts des Verbandes „rudern.de“ weiterhin große Bedeutung. Insoweit besteht zur Positionierung des „rudersports“ oder dem Umgang mit kontroversen Themen, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Bezugsbedingungen und des beabsichtigten Angebotes im öffentlichen Verkauf, noch Klärungsbedarf.
Ausschüsse
Zu Beginn einer Legislaturperiode werden die Mitglieder der weiteren Ausschüsse und Arbeitskreise berufen. Hier folgte der Vorstand den Vorschlägen der jeweiligen Ressortleiter. Neu ist die Zusammenführung der Ausschüsse Wanderrudern und Breitensport, wovon inhaltliche Synergien erwartet werden.
Mit der Gründung des „Deutschen Olympischen Sportbundes“ (DOSB) am 20. Mai 2006 in Frankfurt, in dem sich Nationales Olympisches Komitee (NOK) und Deutscher Sportbund (DSB) zusammenschließen, hat sich der deutsche Sport neu aufgestellt. Der DRV hatte diesem Zusammenschluss nicht zugestimmt, weil Rudern im NOK bestens vertreten war und diese Position im DOSB nur schwer wieder erreichbar sein wird. Gleichwohl wird die Entscheidung akzeptiert und der DRV mit seinen Möglichkeiten zum Erfolg des neuen nationalen Sportverbandes beitragen.
Finanzen
Die finanzielle Lage des Verbandes ist weiterhin nicht „auf Rosen gebettet“. Derzeit bestehen noch Risiken, deren Bewältigung nicht sicher abgeschätzt werden kann. Insbesondere der Haushalt der Deutschen Ruderjugend weist noch Unklarheiten auf, die weiterer Untersuchungen bedürfen.
Die Fußballweltmeisterschaft stellt das Marketing und damit die Gewinnung von Sponsoren vor große Probleme, weil sich die Medien auf das Weltereignis konzentrieren. Daher fehlt bedeutenden Teilen der Nationalmannschaft ein Förderer, sieht man von der öffentlichen Hand ab. In diesem Zusammenhang ist es nicht hilfreich, wenn die FISA die Rowing World Cup Regatta Luzern am Tag des Fußballendspiels durchführt. Der DRV wird sich daher an den Weltruderverband mit der Bitte wenden, zukünftig noch stärker auch den Aspekt der Medienaufmerksamkeit in seiner Planung zu berücksichtigen. Anderenfalls wird die Bedeutung des Rudersports in der Öffentlichkeit weiter sinken.
Leistungssport
Im Bereich Leistungssport hat es nach der Wahl von Stefan Grünewald – Fischer eine aktuelle Bestandsaufnahme gegeben. Der Vorstand bekräftigte, dass bei ihm die gesamte Verantwortung für den Leistungssport und aller Nationalmannschaften liegt. Die im Grundgesetz vorgesehenen Beteiligungen des Länderrates und der DRJ werden durch die Besetzung des Ausschusses Leistungssport umfassend gewährleistet.
Vorgelegt wurde ein Diskussionspapier zur (sport)medizinischen Betreuung aller Mannschaften, in dem die unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen berücksichtigt werden. Da diese Überlegungen, ähnlich wie mögliche organisatorische Veränderungen an den Stützpunkten Hamburg und Ratzeburg nicht abschließend mit allen Beteiligten diskutiert sind, können hier noch keine Ergebnisse referiert werden.
„up2: Spitze in Sport und Beruf“ startet durch
Mit vereinten Kräften soll dieses Projekt intensiv angegangen werden. Mit der Thyssen Krupp AG, der Deutschen Telekom AG und der FAG Kugelfischer stehen namhafte Firmen bereit, um unseren erfolgreichen Kadersportlern Orientierung und Unterstützung bei der Ausbildung und beim Einstieg in das Berufsleben zu geben. Durch die Vermittlung von Praktika und Mentoren kann sich hierbei durchaus auch einmal der Eintritt in ein Arbeitsverhältnis ergeben. Dabei versteht sich up 2 nicht als Konkurrenz anderer Vermittler, z.B. der Stiftung Deutsche Sporthilfe oder den Olympiastützpunkten, sondern soll diese vorhandenen Möglichkeiten ergänzen.
Flankierende Unterstützung erfährt das Projekt durch eine neue Vereinbarung mit der Uni Dresden zur Vereinbarkeit von Studium und Sport. Mit weiteren Universitäten laufen dazu viel versprechende Gespräche.
Auch in den übrigen Ressorts sind die Vorbereitungen der Saison im vollen Gange, so dass alle interessierten Sportler das gewohnte Angebot nutzen können. Aufgrund der personellen Vakanz in der Geschäftsstelle (Stelle Jugendsekretär) kann es jedoch im einen oder anderen Fall zu einer verzögerten Bearbeitung kommen. Hier sind alle Beteiligten bemüht, in der Phase des Übergangs mit großem Einsatz die Lücke zu schließen. Sobald möglich wird die personelle Neubesetzung eingeleitet. Derzeit ist jedoch nicht abzusehen, wann dies der Fall sein wird.
In diesem Jahr wird der Vorstand zu drei weiteren Sitzungen zusammenkommen. Die Nutzung moderner Kommunikationsmittel und die Eigenverantwortlichkeit der Ressorts lassen diese großen Intervalle auch zur Schonung der Verbandsfinanzen zu. Dazu trägt neben der Unterstützung durch die ThyssenKrupp AG die Möglichkeit der Nutzung der Geschäftsstelle in Hannover mit bei.