Tebrügge/Siemes siegen in Leipzig - Cambridge-Trio verliert beim Boat Race

  • Schnellestes Duo bei der Langstrecke in Leipzig: Jan Tebrügge und Ulf Siemes.

    Schnellestes Duo bei der Langstrecke in Leipzig: Jan Tebrügge und Ulf Siemes.

von Carsten Oberhagemann
03.04.2006 - 11:01 Uhr

Bundestrainer Dieter Grahn kann nach den zwei Tagen von Leipzig optimistisch auf die Rudersaison blicken. Die Athleten von Dortmunder Leistungszentrum erruderten zunächst beim Ergometer-Test etliche persönliche Bestleistungen, bei der 6-Kilometer-Langstrecke am Samstag freute sich Grahn über drei Spitzen-Zweier.

Ulf Siemes und Jan Tebrügge setzten sich im nationalen Vergleich auf dem Elster-Saale-Kanal gegen die interne Konkurrenz durch. „Sie haben sich überzeugend abgesetzt. Bei einer Langstrecke gewinnt der, der mutig vom ersten Schlag an draufhält“, sagte Grahn. Siemes/Tebrügge, die genauso wie die Drittplatzierten Andreas Penkner/Jochen Urban im vergangenen Jahr im Deutschland-Achter saßen, gewannen in 20:56 Minuten mit vier Sekunden Vorsprung auf Urs Käufer und Filip Adamski, die im Herbst noch die Dortmunder Langstrecke gewonnen hatten und jetzt wieder ein Top-Resultat ablieferten.

Zwölf Ruderer blieben auf dem Ergo unter 6 Minuten

Tags zuvor verausgabten sich die Athleten bereits an den Ruder-Ergometer, wo sie im Kampf gegen die Uhr über die olympische Wettkampfdistanz von 2.000 Metern gingen. Zwölf Ruderer blieben unter der „magischen“ Zeit von 6 Minuten. „Es gab sogar eine Reihe von persönlichen Bestzeiten. Das ist ein gutes Zeichen“, freute sich Grahn. Die schnellste Zeit fuhr Stephan Koltzk in 5:51 Minuten, wobei er das ehrgeizige Ziel unter 5:50 zu bleiben, knapp verfehlte. Die beste, aufs Körpergewicht bezogene Zeit fuhr der letztjährige Schlagmann des Deutschland-Achters, Andreas Penkner 5:55, gefolgt von seinem Zweier-Partner Jochen Urban (5:58).

Dortmunder Trio verliert mit Cambridge


Unterdessen liefs's in London nicht wie erhofft: Das Dortmunder Trio im Achter der Universität Cambridge verlor die 152. Auflage des Ruder-Klassikers gegen Oxford. Sebastian Schulte, Thorsten Engelmann sowie Sebastian Thormann unterlagen mit den "Light Blues" gegen die "Dark Blues" aus Oxford beim Boat Race auf der Themse. Das Siegerteam hatte nach 18:25 Minuten und 6,74 km im Ziel einen klaren Vorsprung. Vor rund einer Viertelmillion Fans an der Strecke zwischen Putney und Mortlake feierte die Oxford-Crew bei schwierigen Bedingungen auf dem aufgewühlten Wasser ihren 73. Sieg.

Starker Gegenwind, hohe Wellen - "Wir hatten Lospech"


Oxford erwischte mit dem französischen Schlagmann Bastien Ripoll den etwas besseren Start und fuhr eine Dreiviertel Länge Vorsprung heraus. Die bei den Buchmachern leicht favorisierte Cambridge-Crew schloss mit dem kanadischen Schlagmann Kip McDaniel noch einmal auf, in der nächsten Kurve aber kam der Oxford-Achter bei starkem Gegenwind besser durch die hohen Wellen der Themse und erarbeitete sich so den entscheidenden Vorteil. "Wir hatten Lospech und die schlechtere Bahn. In dieser Kurve lief unser Boot voll Wasser, dann konnten wir unsere Kraft nicht mehr richtig einsetzen", so Engelmann.

"Cambridge technisch gefälliger - Oxford bissiger"


Bundestrainer Dieter Grahn verfolgte das Rennen in Leipzig via Fernsehen und sagte per Fernanalyse: "Cambridge hat mir technisch besser gefallen, Oxford war aber bissiger. Das war wahrscheinlich der entscheidende Vorteil."