Achter zittert sich ins Finale von Poznan - Starker Auftritt von Penkner/Urban im Zweier

  • Über den Hoffnungslauf ins Finale: der Deutschland-Achter
Auf geht's ins Finale: Joche Urban (hinten) und Andreas Penkner vor dem Halbfinal-Start.

    Über den Hoffnungslauf ins Finale: der Deutschland-Achter

  • Über den Hoffnungslauf ins Finale: der Deutschland-Achter
Auf geht's ins Finale: Joche Urban (hinten) und Andreas Penkner vor dem Halbfinal-Start.

    Auf geht's ins Finale: Joche Urban (hinten) und Andreas Penkner vor dem Halbfinal-Start.

von Carsten Oberhagemann
16.06.2006 - 19:27 Uhr

„Ich hatte mir nicht vorgestellt, dass wir mit einem großen Zittern das Finale erreichen.“ Der Deutschland-Achter hatte am späten gestrigen Nachmittag mit Platz zwei im Hoffnungslauf soeben den Endlauf beim Weltcup in Poznan erreicht, und Bundestrainer Dieter Grahn schaute in die tief stehende Sonne und ließ das Achterrennen noch einmal Revue passieren:  Ägypten legt gewaltig los, fast eine Länge Vorsprung. Auch Polen, das Großboot des Gastgebers, setzt sich ab. Bei Streckenhälfte bricht Ägypten ein, aber Polen ist nicht mehr einzuholen. Grahn hinterher: „Nach der Startphase fehlte die Entschlossenheit dranzubleiben. Im Achter wirken zu viele Kräfte, da kann im Endspurt nichts mehr umbiegen.“ Durchatmen. Grahn stellt nüchten fest: „So wird es schwierig, in die Medaillenränge zu kommen.“

Indes sorgen die Dortmunder Zweier in Poznan für Furore. Insgesamt vier Kleinboote von Leistungszentrum am Ems-Kanal fuhren gestern ins Finale, das heute in der zweitgrößten polnischen Stadt ausgefahren wird.

Die zweite Weltcup-Regatta hatte Grahn genutzt, um im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Eton Ende August neue Aufschlüsse für die Bootsbesetzungen zu bekommen. So konnte er sich über den bisherigen Auftritt seines schnellsten Zweiers besonders freuen: Andreas Penkner und Jochen Urban zeigten mit dem Vorlaufsieg und Halbfinal-Platz zwei ganz knapp hinter dem Weltmeister-Duo aus Neuseeland, dass sie ganz vorn in der Weltspitze mitfahren können. „Ein Medaillenplatz ist drin. Wenn sie ein perfektes Rennen fahren, ist sogar alles möglich. Beide sind Wettkampftypen, die sich noch steigern können“, sagte Grahn, der zudem froh ist, dass mit Jan Martin Bröer und Matthias Flach ein zweites Dortmunder Boot den Endlauf erreicht hat.

Urban/Penkner, die vermutlich in Luzern wieder im Deutschland-Achter sitzen werden, fahren ihre erste internationale Regatta im Kleinboot und gehen völlig unbeschwert ins heutige Finale. „Wir haben nichts zu verlieren, die anderen, wie der Olympiasieger aus Australien und die Weltmeister aus Neuseeland, hingegen müssen ihre Position verteidigen“, sagte Penkner, der sich in Poznan aber voll auf den Zweier konzentriert und möglichst in die Medaillenrängen fahren will. Der letzte vergleichbar erfolgreiche Zweier liegt übrigens zwölf Jahre zurück (Peter Hölzenbein/Thorsten Streppelhoff).

Der ungesteuerte Vierer mit Bernd Heidicker auf Schlag schaffte es indes nicht, sich für das A-Finale zu qualifizieren. Sie schieden im Hoffnungslauf ganz knapp aus. In diesem Rennen belegten sie nur den dritten Platz hinter Irland und Tschechien. Zum möglichen Finale fehlte gerade einmal eine halbe Sekunde. Das B-Finale findet am Samstag um 9.05 Uhr statt.