Grahn bittet Athleten kurz vor Weihnachten zu einer umfangreichen "Testbatterie"

Der Mann mit der Maske: Stephan Koltzk beim Spiroergometrie-Test. Im Hintergrund Leistungsdiagnostiker Gerold Heyden, der die Ergebnisse auswertet.



Wieviel Sauerstoff kann ich aufnehmen? Stephan Koltzk (oben), Toni Seifert (mitte) und Urs Käufer mit Dr. Uli Kau und Gerold Heyden (unten) bei der Spiroergometrie
Die Winterzeit ist für die Ruderer vom Dortmunder Leistungszentrum, darunter jene aus dem goldenen Deutschland-Achter, die Zeit der Schinderei. Am Wochenende vor dem Weihnachtsfest hat Bundestrainer Dieter Grahn seine Athleten zu umfangreichen Leistungstests gebeten: auf dem Ruder-Ergometer und im Kraftraum – von Freitag bis Dienstag hieß es Schuften an Land für eine erfolgreiche Saison 2007 auf dem Wasser.
“Mit dieser Testbatterie überprüfen wir den momentanen Leistungsstand“, sagte Grahn nüchtern und fügte bestimmt hinzu: „Diese Tests haben keinen Selektionscharakter. Jeder einzelne Athlet hat aber die Möglichkeit, sich anzubieten und den Trainer auf sich aufmerksam zu machen.“ Bei dieser individuellen Bestandsaufnahme stand neben Stufen- und Krafttest der bei vielen Athleten gefürchtete 2.000-Meter-Ausbelastungstest im Mittelpunkt. Denn diese simulierten Rennen über die olympische Wettkampfdistanz sind nichts anderes als ein einsamer, schmerzhafter Kampf gegen die Uhr.
Bei der Spiro-Ergometrie wird die maximale Sauerstoff-Aufnahmemenge bestimmt, wobei die leistungsdiagnostische Abteilung unter Leitung von Volker Grabow gezielte medizinische Erkenntnisse gewinnen kann. „So kann man kann Erkrankungen wie Belastungsasthma feststellen und Gegenmaßnahmen ergreifen“, sagte Mannschaftsarzt Dr. Uli Kau. Zudem hat Thorsten Amann muskuläre Funktionstests durchgeführt, um mögliche Dysbalancen aufzuzeichnen und um gemeinsam mit Physiotherapeut Carsten Hoffmann physiotherapeutische Maßnahmen für mehr Bewegungsfreiheit zu erarbeiten. Philipp Stüer, der in Mexiko einen zweiten Teil seines Praktikums bei ThyssenKrupp absolvierte und erst gestern wieder zurückkam, musste seinen Test heute absolvieren.
Nach diesen vier Testtagen hat der Bundestrainer die Athleten in die Weihnachtstage entlassen. „Einen Trainingsplan bekommen sie aber mit“, betonte Grahn. Und am 27. Dezember geht’s ins Trainingslager: In den Langlaufloipen von St. Moritz legen die Ruderer schon traditionell die Grundlagen-Ausdauer fürs kommende Jahr.