„Team Germany“ holt 10 Medaillen bei Ergo-WM in Boston! - 4 x Gold, 3 x Silber und 3 x Bronze sind eine tolle Bilanz

Auch bei den „26. CRASH-B SPRINTS“, den Weltmeisterschaften im Ergometer-Rudern, am vergangenen Sonntag in Boston/USA gab es für das Deutsche Team einen wahren Medaillenregen. 4 x Gold, 3 x Silber und 3 x Bronze, so sah der deutsche Medaillenspiegel am Schluss einer gelungenen Veranstaltung aus.

von Boris Orlowski
28.02.2007 - 13:48 Uhr
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Dabei standen die 26. Ergo-Weltmeisterschaften für das deutsche Team zunächst unter keinem guten Stern. Wegen einer Blindarmoperation musste der Brandenburger Max Röger schon im Vorfeld passen, auch für die Limburgerin Leonore Kögel kam durch eine fiebrige Grippe das Aus bereits vor Antritt der Reise. Andere Aktive traten die Reise zwar an, waren aber erkältungsbedingt angeschlagen. Prominentestes Beispiel hierfür war die Rostockerin Marie Louise Dräger, bei der sich der Gesundheitszustand in den Tagen von Boston trotz intensiver Pflege eher verschlechterte, sodass man sich im Hinblick auf das bevorstehende DRV-Trainingslager in China und die anstehende Freiluftsaison entschloss, auf einen Start zu verzichten.

Die ältesten Vertreter unseres Deutschen Teams machten traditionell den Anfang und läuteten den deutschen Medaillenregen ein. Beflügelt von den Anfeuerungsrufen der Mannschaftskollegen fuhr der 71-jährige Rüdersdorfer Fred Günther ein beeindruckendes Rennen. Mit der Endzeit von 7:40,5 Minuten stellte er einen neuen Deutschen Rekord in dieser Altersklasse der 70-75-jährigen Leichtgewichtsruderer auf und wurde mit der Silbermedaille belohnt.

 

Dem in nichts nachstehen wollte der 58-jährige Offenbacher Franz Plitzner. Lange auf der dritten Position liegend, kämpfte sich der Leichtgewichtsruderer auf den letzten 500 Metern noch auf den Silberrang vor und landete schließlich bei 6:50,2 Minuten.

Nachdem der Lübecker Peter Ording vor zwei Jahren bei der Ergo-WM in der offenen Leichtgewichtsklasse Bronze gewann, war er in diesem Jahr erstmals in der Klasse der 30-39-jährigen startberechtigt und wollte nach dem Titel greifen. Dieser Favoritenrolle wurde er in beeindruckender Weise gerecht. Taktisch optimal von seinem Trainer Björn Lötsch eingestellt lies er sich von einigen Schnellstartern nicht aus der Ruhe bringen, fuhr sein eigenes Rennen, übernahm nach Streckenhälfte die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Die Endzeit von 6:15,4 Minuten bedeutete am Ende das erste Gold für Deutschland an diesem Tag.

Ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen, das war das große Ziel der Koblenzerin Petra Lücke in der Klasse der 30-39-jährigen Leichtgewichtsruderinnen. Leider konnte sie durch eine Erkältung geschwächt, nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte in dieses Rennen gehen, sodass ihr ein wenig Stehvermögen fehlte. Mit der Endzeit von 7:25,7 Minuten durfte sie sich nach einem kämpferisch ausgezeichneten Rennen aber über Silber freuen. An den Titel war aber an diesem Tag nicht zu denken.

Ein Rennen, welches nichts für schwache Nerven war, lieferte sich der Deutsche Rekordhalter Philipp Birkner im Rennen der Leichtgewichtsjunioren. Mit eisernem Willen und einer nicht zu übertreffenden Endspurtstärke gewann er in 6:24,6 Minuten und holte sich den traditionellen WM-Hammer als Siegertrophäe.

Auch der Titel in der offenen Juniorenklasse ging an das Team Germany. Favorisiert auf Grund seiner Qualifikationszeit ging der Rostocker Felix Drahotta in das Rennen. Sicherlich hatte er im Vorfeld nicht mit einem solch harten Rennen gerechnet. Er mobilisierte seine letzten Kräfte, holte alles aus sich heraus. Erneut blieb er mit 5:59,5 Minuten unter der magischen 6-Minutenmarke, brauchte aber nach dem Rennen eine gute Stunde, bis er wieder sicher auf eigenen Beinen stehen konnte. Der zweite deutsche Starter in diesem Juniorenrennen, Dennis Hartung, komplettierte diesen Erfolg. Der Dortmunder konnte sich mit der Endzeit von 6:14,2 Minuten über Bronze freuen.

Nicht ganz nach ihren eigenen Erwartungen und denen ihres Trainer verlief das Rennen der Stralsunderin Claudia Schiwy bei den Juniorinnen. Etwas überrascht von der Stärke der Konkurrenz und dem Tempo auf der ersten Streckenhälfte, verkrampfte die Vorjahres Fünfte in diesem Rennen und blieb mit 7:04,1 Minuten deutlich unter ihrer diesjährigen Bestzeit, konnte sich aber dennoch über die Bronzemedaille in diesem Rennen freuen.

Der 2,04m Hüne Ralph Eckhart hatte sich für die diesjährige WM in der Klasse der 40-49-jährigen zwei Ziele gesetzt. Zum einen wollte er seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen und zum anderen wollte er sich den Weltrekord in dieser Klasse sichern. Die Titelverteidigung gelang ihm ungefährdet aber mit der Siegerzeit von 5:59,6 Minuten verpasste er den bestehenden Weltrekord des Leipzigers Jens Doberschütz erneut um 1,2 Sekunden. Der ehemalige Zehnkämpfer Arnd Schneider unterstrich die deutsche Stärke in dieser Klasse und wurde in 6:11,6 Minuten guter Dritter.

Neben diesen Medaillenplätzen gab es aber noch eine Menge guter Plazierungen und persönlicher Bestzeiten für das Deutsche Team, sodass die Stimmung beim anschließenden Abschlussabend sehr fröhlich und ausgelassen war. Dirk Schildhauer, Verantwortlicher von Concept2 Deutschland, und Mannschaftsleiter Boris Orlowski waren mit den erzielten Ergebnissen, der Stimmung innerhalb der deutschen Mannschaft und dem Verlauf der WM mehr als zufrieden. Der Länderratsvorsitzende des Deutschen Ruderverbandes Dieter Lembke, der in Boston in doppelter Funktion, nämlich als Mitorganisator der diesjährigen Ergo-Europameisterschaft in Dresden im Dezember und als Vertreter des DRV, vor Ort war, beglückwünschte das Team zu seinen herausragenden Leistungen. Er bedankte sich im Namen des Teams unter dem tosenden Beifall aller Aktiven, Trainer und Betreuer beim Hauptsponsor Concept2 für die Unterstützung und beim Mannschaftsleiter für die hervorragende Organisation dieses einmaligen Erlebnisses.

Photos und News unter: www.concept2.de oder unter www.indoorrower.blogg.de

 

Event

Name

Vorname

Zeit

Platzierung

Lwt Veteran 70-74

Günther

Fred

07:40,5

2. Platz

Lwt Veteran 55-59

Plitzner

Franz

06:50,2

2. Platz

Lwt Senior Men 30-39

Ording

Peter

06:15,4

1. Platz

Lwt Senior Woman 30-39

Lücke

Petra

07:25,7

2. Platz

Lwt Junior Men

Birkner

Philipp

06:24,6

1. Platz

Lwt Junior Woman

Jakschik

Magdalena

07:30,8

4. Platz

Lwt Woman

Dräger

Marie-Louise

-

-

Lwt Woman

Wolff

Julia

07:13,8

5. Platz

Lwt Woman

Nieschlag

Helke

07:25,3

7. Platz

Junior Men

Drahotta

Felix

05:59,5

1. Platz

Junior Men

Hartung

Dennis

06:14,2

3. Platz

Junior Woman

Schiwy

Claudia

07:04,1

3. Platz

Senior Woman 30-39

Meier

Sybille

08:01,6

7. Platz

Senior Men 30-39

Ringer

Joachim

06:09,6

5. Platz

Masters Men 40-49

Marx

Johannes

06:26,9

9. Platz

Masters Men 40-49

Eckhart

Ralph

05:59,6

1. Platz

Masters Men 40-49

Schneider

Arnd

06:11,6

3. Platz

Open Woman

Paus

Eva

06:58,1

7. Platz