Ergo-EM in Dresden setzt viele Glanzlichter!

von boat-events
17.12.2007 - 16:07 Uhr
Teilen |

Perfekte Organisation wird mit vier Weltrekorden belohnt

Beim abschließenden Nationenbankett am vergangenen Samstag im Ruderbootshaus Cotta waren sich alle Anwesenden einig, dass Dresden in Bezug auf die Organisation und Präsentation der diesjährigen Europameisterschaften im Ergometer-Rudern neue Maßstäbe gesetzt hat. Sichtlich stolz und gelöst sprach der Vorsitzende des ausrichtenden Landesruderverbandes Sachsen, Dieter Lembke, seine Dankesworte und freute sich sehr, dass mit phantastischen Zeiten und vier neuen Weltrekorden auch sportliche Glanzlichter bei diesen Meisterschaften gesetzt wurden.

Die nagelneue „Margon Arena“ bot für die über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 14 Nationen das richtige Umfeld. Ausnahmsweise regierte an diesem Tag in der Multifunktionsarena einmal nicht der Volleyball, der Dresdener SC ist dort nämlich mit seiner 1.Bundesligamannschaft der Frauen beheimatet, sondern die Ruderer. Sie hatten die Arena voll in Beschlag genommen. Bereits am frühen Freitagmorgen begann das Organisationsteam des Landesruderverbandes Sachsen unter der Leitung von Bernd Bielig und Dr. Bernd Müller mit den Aufbauarbeiten. Dank der großzügigen Unterstützung der Firma Concept2 Deutschland GmbH war es möglich, eine gewaltige Bühne mit riesigen Leinwänden zu errichten. Eine perfekte Ton-, Licht- und Videoshow  setzte die Athletinnen und Athleten auf den 30 Wettkampfergometern in das entsprechende Rampenlicht und sorgte für ein einmaliges Ambiente, was die Teilnehmer zu Höchst- und Bestleistungen antrieb. Pünktlich um 9:30 Uhr eröffnete Winfried Lehmann als Bürgermeister der Stadt Dresden diese Europameisterschaften. Vom ersten Rennen an wurde Sport auf höchster Ebene geboten.

Ein wenig schade war es, dass bei diesen Meisterschaften im eigenen Land die Athleten aus dem „Top Team Peking“ des Deutschen Ruderverbandes nur sehr spärlich vertreten waren. Mit Unterstützung von Dr. Jürgen Schröder, der den Allianz Talente-Cup in diese hochkarätige Veranstaltung mit einband, gelang es dann aber doch noch mit der Rostocker Leichtgewichtsruderin, Marie-Louise Dräger (7:07,0min) und der Berlinerin Susanne Schmidt (6:44,8min) zwei Spitzenathleten an die Elbe nach Dresden zu holen, die dann auch ihre Rennen für sich entscheiden konnten. Bei den Männern musste sich der Dresdener Karl Schulze (5:55,2min)  seinen Sieg in der offenen Klasse mit dem Slowaken Anton Grassl teilen, der nach den simulierten 2.000 Metern zeitgleich die Ziellinie überquerte.

In den Konkurrenzen der 17/18-jährigen Juniorinnen und Junioren dominierten auch auf der europäischen Bühne die beiden Deutschen, die schon bei den Ergometer-Weltmeisterschaften im Februar in Boston/USA von sich reden machen konnten. Die Stralsunderin, Claudia Schiwy, blieb mit 6:57,0 Minuten einmal mehr unter der magischen Siebenminuten-Marke und schloss eine mehr als erfolgreiche Saison mit einem weiteren Titel ab, genauso wie der Rostocker Felix Drahotta, der die Konkurrenz im männlichen Bereich mehr als dominierte und mit seiner Siegerzeit von 5:50,2 Minuten die schnellste Zeit aller Teilnehmer an diesem Tag fuhr.

Gut und auch international stark besetzt waren die kompletten Rennen des Mastersbereichs. Hier gab es bei dieser offenen Europameisterschaft unter dem tosenden Applaus der begeisterten Zuschauer gleich vier Weltrekorde. Bei den Damen gelang es der Holländerin Moens Mies Bernelot ihren eigenen Weltrekord in der Klasse der 60-64-jährigen um 2,1 Sekunden auf 7:31,0 Minuten zu verbessern. Für die Amerikanerin Laurette Rindlaub hat sich die weite Reise aus den Vereinigten Staaten nach Sachsen mehr als ausgezahlt. Begeistert von der Atmosphäre, die in dieser Halle herrschte, verbesserte sie den alten Weltrekord in der Klasse der 70-74-jährigen um 9,9 Sekunden und siegte in 8:43,0 Minuten.  Bei den Männern war es zunächst der 2,05 Meter große Ralph Eckhart, der mit seiner Siegerzeit von 5:58,30 Minuten in der Klasse der 40-49-jährigen die alte Weltrekordmarke von Jens Doberschütz um eine Zehntel unterbot. Gegen Ende der Veranstaltung erhielten die Dresdener dann noch ihren eigenen Weltrekord. Christian Sommer, der zum Organisationsteam gehörte und in der Klasse der 65-69-jährigen startete, hatte sich bestens auf diese Titelkämpfe in seiner Heimatstadt vorbereitet. Er siegte mit einer Zeit von 6:48,9 Minuten und unterbot die alte Bestmarke um 4,3 Sekunden.

Ein sportliches Highlight der besonderen Art setzte dann den Schlusspunkt auf eine mehr als gelungene Veranstaltung. Das Team der Amerikaner, das sich bereits seit Montag in Dresden aufhielt, um sich auf diese Offenen Europameisterschaften vorzubereiten, stellte mit Paul Randall den ältesten Teilnehmer dieser Titelkämpfe. Der Amerikaner feierte vor wenigen Tagen seinen 90. Geburtstag. Animiert vom Sprecherduo Alex Dunne und Boris Orlowski stand das Publikum wie ein Mann hinter dem Leichtgewichtsruderer, der schließlich nach 9:45,7 Minuten die Ziellinie überquerte. Das Publikum erhob sich von den Plätzen, spendete minutenlang Applaus und Bernd Bielig aus dem Orga-Team überreichte spontan zur Erinnerung und Stärkung einen echten Dresdener Christstollen.

Nach Kopenhagen und Amsterdam hat Dresden in der 3. Auflage dieser Europameisterschaften neue Maßstäbe gesetzt, an denen sich die Nachfolger in den nächsten Jahren werden messen lassen müssen. Für das kommende Jahr hat Italien mit der Stadt Rom Interesse an der Ausrichtung angemeldet. Die deutsche „Concept2 Indoor-Challenge“ der Saison 2007/2008, zu der auch Dresden gehörte, geht jetzt zu Weihnachten und über den Jahreswechsel in eine kurze Winterpause, bevor man am 12.01.08 in Lübeck bei der 8. Offenen Norddeutschen Meisterschaft die Serie der sechs bedeutendsten Ergo-Events fortsetzt und die Meister dieser Saison ermittelt.

Dateien:
Ergebnis_fuer_die_Offene_Europameisterschaft_2007.pdf187 K