München 2018 wird aus den Fehlern der Leipziger Bewerbung lernen
Sportausschuss steht hinter der Bewerbung für Olympische Winterspiele
„Umweltverträgliche Projekte und der Nachhaltigkeitsfaktor sind wesentliche Bestandteile der Münchener Bewerbung um Olympische Winterspiele 2018.“ Das erklärte DOSB-Generaldirektor Dr. Michael Vesper im Sportausschuss des Deutschen Bundestages. Mit der internationalen Kandidatur solle „eine Geschichte erzählt werden“: „Das ist essentiell wichtig. Der Aufmerksamkeitsfaktor soll sein, dass das erste Mal eine Stadt ins Rennen um Olympische Winterspiele geht, die schon sehr erfolgreich Sommerspiele ausgerichtet hat. Das ist eine Geschichte und eine Stärke des Konzepts der bayrischen Landeshauptstadt.“ 1972 war die Isar-Metropole Gastgeber der olympischen Bewegung mit dem Motto „heitere Spiele“. Dr. Vesper unterstrich, dass die Sportstätten für die alpinen und nordischen Wettbewerbe sowie für Bob und Rodeln mit Blick auf München nicht weit auseinander lägen. Die 45-minütige Distanz zwischen München und Garmisch-Partenkirchen auf Straße oder Schiene sei „akzeptabel“. Das Konzept zeichne sich überdies durch „kompakte Sportstätten und Unterbringungsstätten“ aus. Dr. Vesper: „Wir wollen und werden aus den Fehlern des Leipziger Olympia-Projekts 2012 lernen. Vertreter des organisierten Sports und Politiker bitten wir, uns auf Fehler und Ungereimtheiten hinzuweisen, damit wir auf das Abstellen von Problemen hinwirken können.“ Sein abschließendes Fazit: „Wir haben einen langen Weg vor uns, und es wird bestimmt schwergewichtige internationale Mitbewerber geben.“
Der CSU-Abgeordnete Stephan Mayer forderte, die Politik sollte „in optimistischer Solidarität zu Münchens Olympiabewerbung stehen“. Die Bevölkerung in Oberbayern, ja, sogar im gesamten Freistaat, stehe geschlossen hinter der Kandidatur. „Sicherlich, im weiteren Verlauf ist es Aufgabe, sich kritischen Fragen zu stellen“, führte der Parlamentarier aus Altötting aus. „Noch niemals zuvor hat es ein so ökologisches und nachhaltiges Konzept, vor allem was die Nutzung von Wettkampfstätten angeht, gegeben.“ Die sechsspurige A 8 und die A 95 als leistungsfähige Straße garantierten letztendlich akzeptable Verkehrsflüsse.
Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte, die Begeisterung für die Kandidatur sei nicht von den Menschen entstanden, sondern rechtfertige sich allein aus „sportlichen Interessen“. Es sei eine „künstliche Bewerbung von drei Orten, die zusammengebunden werden“. Es kämen Transport- und Infrastrukturprobleme auf. Und: „Auf die Politik kommen Kosten hinzu. Mir ist aufgefallen, dass auf der DOSB-Mitgliederversammlung in Hamburg die Begeisterung ziemlich bescheiden war.“ Klimaneutrale Spiele seien zudem „nicht einfach einlösbar“. Sein Resümee: „Es geht um eine kritische Solidarität.“ Dr. Peter Danckert (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, erklärte am Ende der Debatte: „Der Sportausschuss steht hinter der Bewerbung München 2018. Niemand von uns will das Projekt in Frage stellen. Wir können aber durchaus heute, morgen und übermorgen Fragen stellen.“