Vom Leistungsabzeichen zur Breitensportehrung - Teil 2

von Dr. Wolfgang Krutzke
19.12.2007 - 00:01 Uhr

70 Jahre Fahrtenabzeichen in Deutschland - Phase von 1950 bis 1990 im DRV

Anfang 1950 wurde im DRV der Unterausschuss Wanderrudern wieder gebildet und dieser schrieb für die Saison 1950 wieder das Fahrtenabzeichen aus. Die vorherige Anmeldung entfiel und die Teilnahme an einer Wanderfahrt kam neu hinzu.

Im Einzelnen sahen die Bedingungen wie folgt aus:

  1. 15 Minuten Schwimmen über eine beliebige Strecke
  2. Teilnahme an einer mindestens dreitägigen zusammenhängenden Wanderfahrt
  3. Nachweis einer Ruderleistung zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober gemäß nachstehender Tabelle:

18 bis 32 Jahren

33 bis 40 Jahren

41 bis 50 Jahren

über 50 Jahre

Frauen

1200

1000

800

600

Männer

1800

1500

1200

1000

Steuerkilometer wurden nur bis zu einem Drittel der Gesamtzahl angerechnet und Kielschweinkilometer gar nicht.

1951 wurde das „Fahrtenruderleistungsabzeichen“ auf neun Monate vom 1. April bis 31. Dezember ausgedehnt. Die Ausdehnung auf das ganze Jahr kam 1952 zusammen mit der Reduzierung der Mindestleistung für Männer von 1800 Km auf 1500 Km und für die Damen eine Steigerung der Mindestkilometerzahl von 800 Km auf 1000 Km und von 600 Km auf 800 Km. Dabei mussten nun aber 300 Wanderruderkilometer nachgewiesen werden.

Für die Verleihung des Fahrtenabzeichens ohne Jahreszahl wurde bestimmt, dass es auch für fünf Erfüllungen außerhalb der Reihenfolge verliehen wurde und die Erfüllungen der dreißiger Jahre mitzählten.

Die Schwimmprüfung wurde mit den Jahren nicht mehr erwähnt, genauso wie die Steuer- und Kielschweinkilometer.

1971 wurde die Altersklasse ab 65 Jahre mit einer Mindestkilometerzahl für Männer von 800 Km und für Frauen von 600 Km eingeführt und allgemein der Anteil der Wanderruderkilometer auf 20 % der Mindestkilometerzahl festgelegt.

Das Fahrtenabzeichen, ursprünglich in Bronze verliehen, wurde bald in Silber und das Abzeichen in Gold wurde für jede fünfte Erfüllung verliehen. Die Jahreszahlen fielen fort, sodass ein einmal erworbenes Fahrtenabzeichen immer getragen werden durfte.

Die Erfüllerzahlen gibt Georg Richter 1977 wie folgt an:

Gold

Jahr

Gesamt

Männer

Frauen

1.

2.

3.

4.

5.

1950

32

21

11

1951

94

66

28

1952

109

79

30

3

1953

156

7

1954

154

11

1955

159

128

31

20

1956

202

10

1957

196

20

1958

152

124

28

14

1959

255

212

43

18

4

1960

208

155

53

19

3

1961

253

203

50

9

4

1962

269

204

65

13

2

1963

274

204

70

16

2

1964

305

226

79

23

7

4

1965

282

218

64

26

5

3

1966

333

251

82

27

6

1967

396

310

86

38

8

1968

365

287

78

26

6

2

1969

371

297

74

20

9

2

2

1970

373

291

82

30

10

6

3

1971

426

346

80

31

13

2

1972

488

411

77

40

14

5

1973

529

418

111

34

12

3

2

1974

605

484

121

32

14

4

1

1

1975

729

572

157

55

18

4

5

3

1976

752

587

165

58

18

9

2

Erinnert sei an Alexander Block (Hansa Bremen) der 1969 als erster das vierte Gold erwarb, sowie an den zitierten Georg Richter (Verdener Ruderverein) dem 1969 gleiches gelang und der bis 1984, dem Jahr in dem er das siebente Gold erwarb, immer an der Spitze der Erfüller stand. Genannt sei auch hier Gerhard Wünsch (Astoria-RG in der Berliner Turnerschaft), der im letzten Abschnitt ebenfalls erwähnt wird, der in der zweiten Reihe 1970 das vierte Gold erwarb.