Vom Leistungsabzeichen zur Breitensportehrung - Teil 3
Mit der Bildung des DRSV aus der Sektion Rudern des DTSB wurde auch die Wanderruderkommission gebildet, die für die Saison 1952 ebenfalls wieder das Fahrtenabzeichen ausschrieb. Die Bedingungen lehnten sich ebenfalls an das Vorbild der dreißiger Jahre und als Ehrung gab es ein Stoffabzeichen sowie eine Nadel in Silber am Anfang mit Jahreszahl.
Dann wurde für das erste Fahrtenabzeichen die Nadel in Bronze eingeführt, für fünf Erfüllungen gab es die Nadel in Silber und für zehn Erfüllungen die Nadel in Gold. Die Stoffabzeichen wurden zu dieser Zeit zwischen 1 und 5 verschiedenfarbig und zwischen 6 und 10 zweifarbig gestaltet.
Als diese Gestaltung nach 12 Jahren nicht mehr ausreichte, wurden die Nadeln mit Halb- und Vollkranz geschaffen und die Stoffabzeichen bekamen Sterne als Zusatz und wechselten alle fünf Erfüllungen die Farbe.
So erhielten die RuderInnen nach 20 Erfüllungen die Goldene Nadel und nach dreißig Erfüllungen die goldene Nadel mit Vollkranz.
In den achtziger Jahren reichte diese Logistik dann auch nicht mehr und die goldenen Nadeln wurden wie im DRV mit der Zahl der Erfüllungen versehen.
Die Erfüllerzahlen hat Heinz Kinzelmann (Berlin/Meissen) 1991 abschließend zusammengefasst :
Gesamt 1x 5x 10x 15x 20x 25x 30x 35x
1952 151 151
1953 492 413
1954 618 410
1955 641 325
1956 686 384 34
1957 678 317 41
1958 854 482 35
1959 829 372 35
1960 814 366 44
1961 843 361 48 15
1962 798 332 39 13
1963 692 283 33 9
1964 702 291 36 3
1965 749 340 35 14
1966 791 380 40 8 4
1967 830 370 42 10 5
1968 846 378 28 9 5
1969 855 379 25 3 4
1970 1063 509 41 6 5
1971 1105 445 41 9 6 3
1972 1071 424 48 19 3 4
1973 1058 381 46 12 6 4
1974 943 382 45 7 2 3
1975 944 380 49 11 4 3
1976 954 338 45 13 4 7 2
1977 724 205 28 8 12 4 5
1978 743 225 44 12 12 4 4
1979 666 181 40 23 8 - 2
1980 810 259 55 12 6 1 3
1981 933 346 43 17 10 4 7 1
1982 952 277 37 11 5 9 3 4
1983 1031 326 53 10 12 12 3 4
1984 999 258 59 19 17 7 - 1
1985 922 205 61 25 8 5 1 3
1986 918 247 66 25 10 6 3 4 1
1987 916 231 65 22 6 7 8 3 3
1988 880 231 53 27 7 6 9 2 4
1989 816 193 35 25 12 16 6 1 1
1990 484 67 21 15 16 6 4 1 3
Leider konnte der Autor keine Ausschreibung aus den Anfängen des Fahrtenwettbewerbs auftreiben.
Er war immer ein Sommerwettbwerb vom 1. April ( bzw. von Karfreitag an, wenn dieser vor dem 1. April lag) bis zum 31.10. jedes Jahres. Die Mindestkilometerzahlen waren konstant.
Bis 1965 wurde auch die bekannte Schwimmprüfung verlangt und bis 1976 gab es einen Zuschlag für den Erwerb des Sportabzeichens im laufenden Jahr. Ebenso wie im DRV durften nur ein Drittel der Mindestkilometerzahl gesteuert sein, dass hieß für die Rennsteuerleute viel neben dem Training zu rudern, wollten sie ein Fahrtenabzeichen erwerben.
Ein besonderes Problem in den DRSV-Vereinen waren offensichtlich die offiziellen An- und Abruderfahrten. Diese mussten in den Fahrtenheften gekennzeichnet sein und andere Fahrten wurden an diesen beiden Tagen nicht gewertet.
1976 für die Saison 1977 wurde die große Reform des DRSV-Fahrtenwettbewerbs beschlossen. Mit der Schaffung der Trainingszentren zog eine Riesenschar von Kindern in die Vereine ein. Diese konnten bis 1976 ohne spezifische Wanderruderaufgabe das Fahrtenabzeichen erwerben. Auch lag bis 1976 das Mindestalter bei 7 Jahren. Siehe Kinzelmann-Tabelle : Hochzeit der Erfüllerzahlen in den Jahren 1970 bis 1976.
Ab 1977 wurde das Mindestalter mit 12 Jahren festgelegt und auch die 12 bis 14 jährigen hatten nun 100 Km aus Wanderfahrten mit mindestens 20 Km pro Fahrt zu belegen. Die Beschränkung der Steuerkilometer entfiel, dafür kam die Unterscheidung von Gig und Rennbootkilometern, die aber nur für die Kilometermeisterwertung Bedeutung hatte. Für die Wanderfahrten war eine oder mehrere auswärtige Übernachtungen nicht mehr vorgeschrieben.
Im Jahre 1979 galt folgende Tabelle für den Nachweis der Ruderleistung:
Schüler | Jugend | Erwachsene | Altersklassen | |||
I | II | III | ||||
Alter | 12 | 15 | 19 | 32 | 40 | 50 |
bis Jahre | Jahre | |||||
14 Jahre | 18 Jahre | 31 Jahre | 39 Jahre | 49 Jahre | u. älter | |
weiblich | 500 | 700 | 800 | 700 | 600 | 500 |
männlich | 500 | 800 | 1000 | 800 | 700 | 600 |
Für die Schüler und Altersklasse III wurden 100 Km in der Gig gefordert bei einer Mindestkilometerzahl pro Fahrt von 20.
Die übrigen Gruppen hatten 150 Km bei mindestens 30 Km in der Gig zu Rudern.
Irgendwann wurde den 70-jährigen Männern die Mindestkilometerzahl 500 offiziell gewährt und den gleichaltrigen Frauen bei 400 Km das Fahrtenabzeichen zuerkannt.
Ab 1977 wurden im DRSV wurden jährlich Kilometermeister geehrt, deren Kilometerzahl nur in der Gig gerudert sein durften. Ebenfalls wurde 1976 der Äquatorpreis geschaffen als einmalige Würdigung einer sportlichen Lebensleistung. Diesen Preis erwarben im DRSV bis 1990 vier Frauen und 22 Männer.
Erinnert sei an Hans Marcinkowski ( RG Grünau) der alle möglichen Fahrtenabzeichen des DRSV erwarb und an Günther Hartmann vom selben Verein, den ersten Äquatorpreisträger des DRSV.
