Vom Leistungsabzeichen zur Breitensportehrung - Teil 4

  • Eindrucksvolle Brückenbauwerke werden auf Wanderfahrten unterquert.

    Eindrucksvolle Brückenbauwerke werden auf Wanderfahrten unterquert.

von Dr. Wolfgang Krutzke
30.12.2007 - 20:53 Uhr

70 Jahre Fahrtenabzeichen in Deutschland - Das Fahrtenabzeichen für Kinder und Jugendliche im DRV

1952 schrieb die Ruderjugend des DRV ein Fahrtenabzeichen für Jungruderer aus. Die Ausschreibung forderte in der Zeit vom 1.4. bis 30.9. von Jungruderern 1000 Km und von Jungruderinnen 800 Km. Pro Tag durfte nicht mehr als 40 Km gerudert werden. Es war die Teilnahme an einer mindestens dreitägigen Wanderfahrt oder drei Wochenendfahrten und die Schwimmfähigkeit gefordert. Ein Drittel durfte gesteuert werden.

Später wurde eine der drei Wochenendefahrten erlassen und die Steuereinschränkung sowie die Schwimmfähigkeit entfielen.

1967 kam ein Leistungsabzeichen für Jungen und Mädchen dazu. Anfangs wurden 250 Km im Renneiner und die Teilnahme an zwei Wettbewerben gefordert.

1970 wurden alle Rennboote zugelassen und es wurden differenziert nach Alter 300 bis 500 Km gefordert. Alternativ zu den Wettbewerben konnte die Kinder nun auch die Teilnahme an Wanderfahrten analog zu den Junioren für das Fahrtenabzeichen erbringen.

Der Wanderruderausschuss beäugte die Bemühungen der Ruderjugend um das Fahrtenabzeichen immer kritisch und bezog es nicht in die Zählungen der goldenen Fahrtenabzeichen ein und ließ die Kinder- und Jugendabzeichen auch im DRV-Preis für Vereine außen vor. Auch zählten die Kilometer der Jugendlichen nicht für den Äquatorpreis.

Im DRV im Unterschied zum DRSV war klar, dass das Wanderruderleben erst mit 19 Jahren begann.

Erst 1997 wurde unter dem Leitsatz :  „Es gibt nur ein Rudererleben“ der Kompromiss  gefunden. Die Altersklasse 13-14 Jahre hatte nun auch die wanderuderspezifischen Bedingungen zu erfüllen und dafür gingen die Kilometer aller Jugendlichen ab 13 Jahren in den Äquatorpreis ein, die Erfüllung zählten für Verleihung der goldenen Abzeichen und die Fahrtenabzeichen der 13-18 jährigen zählten auch im DRV-Preis für die Vereine mit.

Erst für die Saison 2007 wurde jegliche Sonderbehandlung der Fahrtenabzeichen für Kinder überwunden und es gilt nun für alle erworben Fahrtenabzeichen, was bis 2006 nur ab 13 Jahre möglich war.