Rudertag 2008: Bericht Ressort Ruderreviere, Umwelt und Technik

von Dr. Wolfgang Krutzke
01.02.2008 - 00:25 Uhr

Mit Sicherheit rudern - Schwerpunkt eines umfassendes Ressorts

Wie ein roter Faden ziehen sich die Diskussionen zum Problembewusstsein und zur Verbesserung der Sicherheit in seinen verschiedenen Facetten durch die Arbeit des Ressorts. Die Plakataktion „Mit Sicherheit rudern“ wurde im Herbst 2007 gestartet und soll die Bemühungen der Vereine um eine sichere Ausübung unserer Sportart unterstützen. Es entstanden drei Motive, die vor Ort im Bootshaus ihre Wirkung haben sollen. Die Bootsbau Berlin GmbH wurde als Partner gewonnen.

Bereich Umwelt
Als Ressortleiter Umwelt und Ruderreviere vertrete ich den DRV im Kuratorium „Sport und Natur“, dem Zusammenschluss vieler Natursportverbände. Das Kuratorium begleitete 2005/2006 die Novellierungen einiger Landesnaturschutzgesetze und Landeswaldgesetze, bevor es 2007 die Initiative zum Umweltgesetzbuch, einem Vorhaben der Regierung Merkel, anging. Hier gilt es, die guten Ansätze des Bundesnaturschutzgesetzes nicht durch die Förderalismusreform zu verwässern und die positive Verankerung des Sportes in der Natur zu erhalten. Die realisierte Mappe mit Faltblättern seiner Mitgliedssportarten unterstützt dieses Bemühen. Der DRV realisiert gemeinsam mit der IG-Klettern die Kassenprüfung des Kuratoriums.
Auf der Grundlage der vertrauensvollen gegenseitigen Information haben die Ruderer in den letzten zehn Jahren keine Fahrverbote hinnehmen müssen. Die Situation am Rhein in Zusammenhang mit FFH-Gebietsmeldungen ist entspannt und die freiwilligen Vereinbarungen in Bayern und Mecklenburg/Vorpommern helfen der gemeinsamen Sache der Naturerhaltung.

Bereich Ruderreviere
Der Ausschuss Ruderreviere und Umwelt tagte 2006 in Hannover und 2007 in Berlin. Er konnte einige Verbesserungen an den Wasserstraßen feststellen. So wurden die neuen Schleusen Templin, Kosseblatt und Lauenburg in Betrieb genommen. Das Projekt der Deutschen Einheit Nr. 17 (Ausbau der Ost-West-Verbindung) geht dem Ende zu, und durch die Förderung des Wassertourismus entstehen Stege und Wasserwanderrastplätze, die auch von uns Ruderern gerne genutzt werden. Der Ausschuss informierte sich über die geplanten Verbesserungen im Norden des Landes Brandenburg und begleitet die Entwicklung der neuen Reviere in der Lausitz und um Leipzig.
Wir müssen aber auch feststellen, dass durch die Schließung des Schiffshebewerks Rothensee bei Magdeburg die Situation am neuen Wasserstraßenkreuz sich verschlechtert hat. Und wir haben am Schaalsee noch immer eine Barriere, die nicht akzeptabel ist.
Dieter Händel (Bochum) konnte eine nachhaltige Lösung für das Revier des WSV Bad Honnef erreichen. Dr. Harald Seiler (Kleinmachnow) hat die Auflagen für das Wanderrudertreffen in Porz entschärfen können. Er begleitete auch die Bemühungen der Abgeordneten zur Förderung des Wassertourismus und gestaltete Meetings des Wassersportforums, dem Gremium der Präsidenten der Wassersportverbände.
Herausgehoben muss die gute Zusammenarbeit mit dem Kanuverband und den Kanuvereinen werden.
Für das Handbuch Wanderrudern konnte 2007 die achte Ergänzung vorbereitet werden und ein Konzept für die externer Link folgtOnline-Nutzung der Gewässerbeschreibungen erstellt werden.

Bereich Technik
Die Struktur dieses Bereiches konnte auf Grund der knappen Finanzlage nicht erhalten werden. Wesentliche Elemente des Gesprächskreises Gig und Technik wurden in den technischen Ausschuss integriert.
Der Technische Ausschuss tagte unter der bewährten Leitung von Hans Rath (Münster) 2006 in Hannover und 2007 in Frankfurt/Main. Er führte in Hannover das Gespräch mit den Werften durch, das mit 11 teilnehmenden Betrieben auch aus Österreich und der Schweiz großen Anklang fand. Schwerpunkt des Gesprächs war die C-Norm des DRV und ihre Einhaltung während der Wettkämpfe „Jugend trainiert für Olympia“ und die Elemente für die sichere Sportausübung für Gigs. Die Werften appellierten an die Kunden, die angebotenen Sicherheitselemente auch zu nutzen.
In Frankfurt stellte Erwin Sahm (Niederkassel) die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Gig-Fußsteuer“ vor. Er wie auch Max Schellenbacher (Linz) zeigten Prototypen des vorbalancierten Steuers (Servo-Steuer), das mit weniger Kraftaufwand eine bessere Steuerwirkung hat. Das Manuskript des Handbuches für Ruderanlagen, Boote und Reparatur steht zur 2. Auflage bereit.
Andreas Dalichow (Berlin) erklärte sich bereit, bei der FES das technische Archiv des DRV einzurichten.
Es sei allen gedankt, die sich für die Arbeit in den DRV-Gremien zu Verfügung gestellt haben, ohne die diese Arbeit nicht so erfolgreich beschrieben werden könnte, besonders Dank an Hans Rath, der im Bereich Technik Spuren hinterlassen hat. Danke auch an die Gesprächspartner in den Institutionen und Ämtern.