27. Crash-B Sprints: 7 x Gold, 4 x Silber und 5 x Bronze
„Concept2 Team Germany“ kehrt als erfolgreichste Nation von der Ergo-WM in Boston/USA zurück!
Die Sonne strahlte am vergangenen Sonntag über den Charles River in Boston. Eigentlich war das Wetter an diesem Tag viel zu schön um sich den ganzen Tag in der Agganis Arena bei den „27.Crash-B Sprints“, den Ruderergometer Weltmeisterschaften, aufzuhalten. Die Leistungen die die Athleten des „Concept2 Team Germany“ anboten waren allerdings so herausragend, dass Mannschaftsleiter und Headcoach Boris Orlowski mit seinem Team in der Halle mit der Sonne draußen um die Wette strahlte. Erstmals konnte das deutsche Team bei diesen globalen Titelkämpfen als erfolgreichste Nation den Heimweg antreten. 7 x Gold, 4 x Silber und 5 x Bronze waren die Bilanz eines mehr als erfolgreichen Wettkampftages. Vier der sieben WM-Titel wurden zudem noch in Weltrekordzeit errudert, was diesem Event die Krone aufsetzte. Insgesamt nahmen 2.100 Ruderinnen und Ruderer aus 20 Nationen an diesen Weltmeisterschaften teil.
Traditionell waren es alle Masters Ruderinnen und Ruderer in den Altersklassen über 50 Jahre die diese Titelkämpfe am frühen Sonntagmorgen ab 9:00 Uhr eröffneten. Die 70-jährige Berlinerin Gisela Hill musste für das deutsche Team als erste über die simulierten 2.000m rudern und lieferte mit dem ersten Sieg einen Auftakt nach Maß. Direkt im Anschluss daran sorgte der 81-jährige Frankfurter Walter Wagner für den ersten Weltrekord des Tages. In de Klasse der 80-84 jährigen Leichtgewichtsruderer lieferte er sich mit seinen Konkurrenten ein enges Rennen und unterbot bei seiner Siegesfahrt seinen eigenen Weltrekord von den „Süd Open“ in Stuttgart um mehr als 3 Sekunden und landete bei 7:42,0 Minuten. Beflügelt von diesem gelungenen Auftakt konnte sich auch der Rüdersdorfer Fred Günther bei den 70-74-jährigen Leichtgewichts-Ruderern mit Platz 3 einen Platz auf dem Siegerpodest errudern. Ein deutsch – deutsches Duell sollte die Entscheidung bei den 65-69-jährigen Masters herbeiführen. Schon im Verlauf der „Concept2 Indoor-Challenge“ beharkten sich der Koblenzer Horst Paelzer und der Dresdener Christian Sommer ständig, wobei der Dresdener stets knapp die Nase vorn hatte. So sollte es auch in Boston sein. Anders als in den Rennen zuvor legte sich der 65-jährige Christian Sommer von Beginn des Rennens in Front, die er immer hauchdünn verteidigte und am Ende in 6:46,9 Minuten in neuer Weltrekordzeit siegte. Trotz einer hervorragenden Leistung musste sich Horst Paelzer in 6:54,8 Minuten einmal mehr mit Silber begnügen. Spannend ging es auch in der Entscheidung der 55-59 jährigen Herren zu. Lange kontrollierte der groß aufgewachsene Raimund Schuster aus Berlin das Rennen, doch auf den letzten 500 Metern wurde es noch einmal richtig eng, sodass er um seinen Titel zittern musste. Am Ende war es nicht mal eine Sekunde, die ihm vom Zweitplatzierten trennten aber mit 6:20,9 Minuten gewann er nicht nur die Konkurrenz sondern fuhr auch einen neuen Weltrekord in seiner Klasse.
Als nächstes standen gegen 11:00 Uhr die Entscheidungen in den Juniorenkonkurrenzen an. Hier konnte das „Concept2 Team Germany“ aus dem Vollen schöpfen, denn in allen Klassen traten die frisch gebackenen Deutschen Ergometer-Meister an. Der Rendsburger Lauritz Schoof fuhr eigentlich von Anfang an ein Rennen gegen die Uhr. Die Konkurrenz konnte ihm nicht folgen und er wollte unbedingt unter der magischen 6-Minutenmarke bleiben. Mit 5:57,5 Minuten ging dieser Traum in persönlicher Bestzeit in Erfüllung, was ihm den Titel bescherte. Nichts für schwache Nerven war auch das Finale bei den Juniorinnen. Hier führte zunächst auf den ersten 1.000 Metern die deutsche Carina Bär. Nach Streckenhälfte musste sie unter dem tosenden Applaus der Zuschauer allerdings die Amerikanerin vorbei ziehen lassen. Die Heilbronnerin bemühte sich redlich wieder die Führung zu übernehmen, doch am Ende musste sie sich, in neuer persönlicher Bestzeit von 6:57,6 Minuten, mit wenigen Zehnteln Rückstand mit Silber zufrieden geben. Im letzten Jahr vertrat Magdalena Jakschik die deutschen Farben bei den Leichtgewichts-Juniorinnen. Ihr folgte in diesem Jahr ihre zwei Jahre jüngere Schwester Margarete, die als erst 16-jährige ihre Aufgabe ganz hervorragend löste und in 7:24,3 Minuten am Ende sich über Silber freuen konnte.
Der Alt-Internationale, Peter Ording , wollte bei den 30-39-jährigen Leichtgewichts-Ruderern seinen Titel aus dem Vorjahr unbedingt verteidigen. Stärkste Konkurrenz, besonders aus Griechenland, verlangten ihm das Letzte ab. Dennoch blieb seine Bootsspitze immer vorn. Groß war der Jubel, als er mit persönlicher Jahresbestzeit 6:14,1 Minuten als erster über die Ziellinie ging. Stark wie nie war die gleiche Klasse bei den Damen besetzt. Hier konnte die Koblenzerin Petra Lücke zwar nicht um den Sieg mitrudern, ungefährdet blieb ihr aber in 7:17,5 Minuten der Bronzerang.
Bedingt durch die Olympiavorbereitung in allen Verbänden war der Elitebereich in diesem Jahr nicht so stark besetzt wie in den Jahren zuvor. Eine große Chance für die Nachwuchsruderer, die auch von deutscher Seite genutzt wurde, denn auch hier gab es gleich zwei Medaillen. Zunächst fuhr die „Neu-Frankfurterin“ Julia Wolff bei den Leichtgewichts-Ruderinnen in 7:14,1 Minuten auf den Bronzerang, nur wenig später konnte sich der Osnabrücker Felix Övermann bei den Leichtgewichts-Herren in 6:14,2 Minuten sogar über Silber freuen.
Erstmals die magische Marke von 6 Minuten unterbot Joachim Ringer. In 5:59,3 Minuten konnte er sich in der Klasse der 30-39-jährigen über Bronze freuen. Einen neuen Weltrekord und damit auch das siebte Gold an diesem Tag für das deutsche Team gab es bei den 40-49-jährigen. Der 2,05m Athlet Ralph Eckhart unterbot seinen eigenen Weltrekord von der Europameisterschaft in Dresden bei seiner Siegesfahrt um 5 Zehntel und setzte die neue Marke auf 5:57,8 Minuten fest. Komplettiert wurde das Ergebnis in diesem Rennen aus deutscher Sicht durch eine weitere Medaillenplatzierung von Arnd Schneider der in 6:05,6 Minuten Bronze gewann.
Glücklich und zufrieden verlies das „Team Germany“ gemeinsam nach Abschluss der Wettkämpfe die Halle. Beim anschließenden Abschlussabend war die Stimmung dann auch dem entsprechend ausgelassen. Es wurde viel gelacht, gesungen und auch das ein oder andere Tänzchen gewagt. Dirk Schildhauer, vom Hauptsponsor Concept2 Deutschland, war sichtlich beeindruckt von den überwältigenden Ergebnissen an diesem Tag und dankte den Athletinnen und Athleten für ihren Einsatz und den Teamgeist den diese 35-köpfige Truppe im Alter zwischen 16 und 81 Jahren in den Tagen von Boston versprüht hat. Schon jetzt freue er sich auf die „Concept2 Indoor-Challenge“ im kommenden Jahr und ein hoffentlich ähnliches Team bei den „28. Crash-B Sprints“ im Februar 2009.
Die Medaillen-Übersicht des Concept2 Team Germany:
Gold | Silber | Bronze |
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Der deutsche Kader des Concept2 Team Germany bestand in diesem Jahr aus 37 Rudersportlern, die in der Agganis Arena der Universität Boston bei den Wettkämpfen starteten. Insgesamt waren rund 2.000 Athleten aus über 40 Ländern für das WM-Turnier gemeldet.
Alle Ergebnisse, Fotos und weitere Informationen zur 27. Indoor Rowing WM unter: www.concept2.de und www.crash-b.org
