Ruder-Weltcup startet 2008 in München - DRV mit schlagkräftiger Mannschaft am Start
54 Länder senden insgesamt 840 Athleten auf den ersten Ruder-Weltcup nach München, um dort vom 08. Mai bis zum 11. Mai sich mit der internationalen Weltelite knapp 90 Tage vor den Olympischen Spielen zu messen. Gleichzeitig finden von Donnerstag bis Samstag die Ausscheidungsrennen der Handicapruderer für die verbleibenden 12 Plätze auf den Paralympics statt.
Der Deutsche Ruderverband (DRV) schickt 27 Mannschaften in die Wettkämpfe und nutzt den ersten internationalen Weltcup als erste Standortbestimmung für die endgültige Besetzung der Teams. "Wir haben die erste Phase der Mannschaftsbildung abgeschlossen und werden jetzt in München den internationalen Maßstab sehen. Danach analysieren wir genau, welche Teams wir für die nächsten Aufgaben nominieren. Wir brauchen in Beijing nervenstarke Mannschaften, die auch dem internationalen Druck standhalten", so DRV-Sportdirektor Michael Müller.
Deutschland-Achter startet mit drei Neuen
Der Deutschland-Achter fährt mit im Kampf um olympisches Edelmetall. „Ganz klar. Wir wollen eine Medaille gewinnen“, sagte Bundestrainer Dieter Grahn bei der Saisonauftakt-Pressekonferenz in Dortmund.
Zur Auftaktregatta, dem am morgigen Donnerstag beginnenden Weltcup in München, schickt der Bundestrainer eine Mischung aus Jung und Alt an den Start. Im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2007 in München, wo das deutsche Ruder-Flaggschiff Silber gewann, hat er drei Positionen im Boot ausgetauscht. Neu im Deutschland-Achter sitzen Jochen Urban, der 2005 schon WM-Bronze im Großboot gewann, Sebastian-Matthias Schmidt und Philipp Naruhn. Ihre Rollsitze behalten Schlagmann Bernd Heidicker, Philipp Stüer, Thorsten Engelmann, Sebastian Schulte und Florian Eichner. In seiner 16. Saison als Steuermann des Deutschland-Achters geht Peter Thiede.
Lenka Wech und Maren Derlien testen die Weltelite
Bundestrainer Ralf Holtmeyer hat sich festgelegt: Beim Weltcup in München bringt er zwei Zweier und einen Achter an den Start. Im Zweier starten die Europameisterinnen und Deutschen Meister im Zweier, Lenka Wech und Maren Derlien, sowie die „Youngster“ Katrin Reinert und Kathrin Thiem. „Ich will testen wie schnell unser schnellster Zweier im internationalen Vergleich ist. Wir hatten bei den Kleinbootmeisterschaften ja auch in Relation zu den anderen Bootsklassen die schnellste Zeit“, meinte Holtmeyer, der bei einer Konkurrenz von 18 Zweiern bewusst auf einen Doppelstart von Wech/Derlien verzichtet: „Die Weltmeisterinnen aus Weißrussland sind am Start und auch zwei rumänische, zwei amerikanische und vier australische Zweier. Das ist eine gute Konkurrenz und wird bestimmt ein interessanter Wettbewerb.“
Kathrin Boron greift nach dem fünften Gold
Im Frauen-Einer starten mit Sophie Dunsing (Berlin) und Stephanie Schiller (Potsdam) zwei Athletinnen, die auf dem Weltcup in Poznan noch den Quotenplatz für Olympia sichern müssen. Im Frauen-Doppelzweier starten in der schweren Klasse Ann-Katrin Thiele (Leipzig) und Christiane Huth (Potsdam), in der leichten Klasse treten die WM-Dritten Berit Carow (Hamburg) und Marie-Louise Dräger (Rostock) an. Der Frauen-Doppelvierer war auf den Olympischen Spielen stets Medaillengarant. In diesem Jahr versucht Kathrin Boron (Potsdam) mit Sir Steven Redgrave gleich zu ziehen und die fünfte olympische Goldmedaille in Folge zu gewinnen. Der Frauen-Doppelvierer geht mit Britta Oppelt (Berlin), Manuela Lutze (Magdeburg), Juliane Domscheid (Potsdam) und Kathrin Boron an den Start. Eine zweite Kombination startet mit Jeannine Hennicke, Peggy Waleska, Judith Aldinger und Susanne Schmidt.
Männer-Doppelzweier mit Wenzel/Nolte
Der Männer-Doppelzweier ist nach den Ergebnissen der Deutschen Kleinbootmeisterschaften mit den Potsdamern Clemens Wenzel und Falko Nolte neu besetzt. Im leichten Doppelzweier starten zwei Mannschaften, um auch national die stärkste Kombination zu finden. Robert Sens (Berlin) ist gesundheitlich noch angeschlagen, so dass er momentan nicht in das Geschehen eingreifen kann. Der Doppelvierer fährt im ersten Rennen der Saison daher mit Karsten Brodowski (Potsdam), René Bertram (Magedeburg), Christian Schreiber (Halle) und Stephan Krüger (Rostock). Lokalmatador Marcel Hacker (Frankfurt) hat in Brandenburg eindrucksvoll seine nationale Vormachtstellung unter Beweis gestellt und wird sich hier dem zahlenmäßig größten Teilnehmerfeld stellen. Insgesamt 38 Ruderer starten im Männer-Einer auf der Olympiastrecke von 1972.
Handicap-Zweier Wimmer/Koehler darf starten
Gleichzeitig finden die Ausscheidungsrennen für die Handicapruderer statt, wo insgesamt noch 12 Plätze international vergeben werden. Im Einer startet der Hallenser Daniel Sturm im Rennen um die Tickets, auch der TA2x Deutschlands kann nach erfolgter internationaler klassifizierung in die Handicapklasse an den Start gehen. Harald Wimmer (ARC Würzburg) und Sieglind Köhler (DRC Hannover) können sich nach den letzten Trainingseindrücken berechtigte Chancen auf einen Platz für die Paralympics 2008 machen.
Pressekonferenzen
Der Deutsche Ruderverband bietet am Samstag um 19:00 Uhr und am Sonntag um 12:00 Uhr Pressekonferenzen an.
