Achter muss in Hoffnungslauf - China stark

von Carsten Oberhagemann
09.05.2008 - 19:39 Uhr

Peter Thiede schickt den Deutschland-Achter beim Weltcup iin München aufs Wasser.

Im ersten Rennen des Jahres gab’s gleich einen ersten kleinen Dämpfer für das deutsche Ruder-Flaggschiff. Beim Ruder-Weltcup in München kam der Deutschland-Achter im Vorlauf nicht über Rang zwei hinaus. Die Chinesen waren an diesem Freitag Nachmittag nicht zu schlagen.

Die Mannschaft um Schlagmann Bernd Heidicker hatte im Ziel eine gute Länge Rückstand auf den chinesischen Achter. Beim letzten Aufeinandertreffen im Vorjahr bei der WM an gleicher Stelle hatte es noch anders ausgesehen. Da wurde der deutsche Achter Vize-Weltmeister, das chinesische schaffte als Siebter gerade einmal die Olympia-Qualifikation. Für die heimischen Spiele haben sie sich eine Menge vorgenommen, das wurde gestern in Oberschleißheim deutlich spürbar.

"Uns fehlt es an Stehvermögen"

„Die Chinesen sind entschlossen durchgefahren. Uns fehlt es hingegen an Stehvermögen. Für 2.000 Meter reicht es noch nicht“, sagte Bundestrainer Dieter Grahn, der eine im Vergleich zu 2007 an drei Positionen veränderte und deutlich jüngere Mannschaft zum Saisonauftakt an den Start gebracht hat. Der Achter mit Schlagmann Bernd Heidicker läuft nach zehn Tagen gemeinsamen Trainings aber noch nicht so rund, wie es sein sollte. Grahn: „Man merkt, dass wir noch nicht eingefahren sind. Aber Wunderdinge darf man nach so kurzer Zeit auch nicht erwarten.“

Dabei schien es zwischenzeitlich, als könne sich der Deutschland-Achter zur Streckenhälfte an den Chinesen vorbei ziehen. Grahn: „Eine Viertelfinale lagen wir nach einem Spurt vorn.“ Doch die Mannen aus dem Reich der Mitte ließen sich nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Sie fuhren mit einem eigenen Zwischenspurt wieder vorbei und hatten im Ziel viereinhalb Sekunden Vorsprung. Auf Rang drei kam Frankreich ins Ziel, dahinter mit größerem Abstand die Niederlande (4.) und Italien (5.).

Hoffnungslauf am Samstag

Damit muss der Deutschland-Achter auf der Olympiastrecke von 1972 eine Zusatzschleife drehen. Am Samstag ab <st1:time hour="18" minute="10">18.10</st1:time> Uhr findet der Hoffnungslauf statt. Dann geht es um den Finaleinzug. „Das eine Rennen werden wir schon überstehen. Wir brauchen Wettkampfpraxis und daher ist es nicht unbedingt ein Nachteil“, sagte Grahn.

Lehmann/Drahotta im Zweier-Halbfinale

Im Zweier ohne Steuermann sind Tom Lehmann und Felix Drahotta weiter im Rennen. Die U23-Ruderer erreichten als Sieger ihres Hoffnungslaufs das Halbfinale am Samstag (ab <st1:time hour="15" minute="38">15.38</st1:time> Uhr). Sie setzten sich mit über sieben Sekunden Vorsprung vor China 2 durch. Auf den weiteren Plätzen kamen Polen und Portugal ins Ziel. „Das war herzerfrischend. Die beiden Youngster sind unbekümmert gefahren und haben eine für U23-Ruderer ordentliche Leistung abgeliefert“, sagte Grahn.

Beckmann/Schmidt verpassten Halbfinal-Einzug

Den Sprung ins Halbfinale haben hingegen Fokke Beckmann und Richard Schmidt als Dritte ihres Hoffnungslaufs verpasst. Der namhaften Konkurrenz aus Italien (De Vita/Leonardo, 1.) und Serbien (Jagar/Stojic, 2.) mussten sie sich bei gut drei Sekunden Rückstand auf Rang zwei geschlagen geben. Grahn: „Es ist schade, dass sie es nicht geschafft haben. Bei dieser harten Konkurrenz war es aber auch schwer. Sie sind zum Lernen gekommen und haben die Härte in einem Weltcup und in dieser Bootsklasse kennen gelernt.“

Dießner/Koltzk mussten abmelden

Jörg Dießner und Stephan Koltzk mussten ihren Zweier hingegen am Morgen abmelden. Bei Dießner, der schon mit einem Infekt angereist war, verschlechterte sich der Zustand. „Wir haben alles versucht und alle Maßnahmen ergriffen, aber es hat nicht geholfen“, meinte Mannschaftsarzt Dr. Uli Kau. Dießner/Koltzk sind zurück nach Dortmund gefahren. Bei der Internationalen Regatta in Duisburg sollen sie nun eine neue Chance bekommen, sich zu zeigen. „Im Vorlauf hier in München sind sie ja bis 1.400 Meter gut und beherzt gefahren und haben geführt. Dann haben sie rausgenommen, um sich zu schonen. Das war die falsche Entscheidung. So kann ich den Weltcup nicht werten“, sagte Grahn.