125-Jahre-Jubiläumswanderfahrt auf der Oder

von Thomas Wigankow
15.07.2008 - 10:29 Uhr

125 Jahre DRV -  O D E R  -  eine Wanderfahrt

Ich soll eine Wanderfahrt zu Ehren des 125-jährigen Bestehens des DRV organisieren?
Im letzten Jahr als Arnim und Matthias mit dieser Idee an mich traten, wollte ich erst gar nicht so recht. 
Haben mir doch die vielen kleinen und großen Wanderfahrten der letzten Jahre in gemütlicher Runde immer so gut gefallen. So etwas Offizielles, hoch Angebundenes? – Heute kann ich sagen: es ist doch gar nichts Anderes, und Spaß hat es auch gemacht!
Eine Strecke von 125 km ist schnell gefunden: Die Oder soll es sein. Mit ihren ca. 760 km von Opava in Tschechien, kreuz und quer durch Polen und Deutschland (hier haben wir nur etwa 176 km) und wieder nach Polen fließend um dann im Stettiner Haff zu enden, soll sie doch genügend Möglichkeiten bieten. Wir wollen in Ratzdorf, dort wo Oder und Neiße sich treffen, beginnen.
Schnell hatten sich 15 RuderInnen gefunden. Sogar eine Warteliste eröffnete ich. Und auf Drängen lieber Ruderkameraden, wurden aus den Wartenden Teilnehmer. Wir packten einfach noch ein viertes Boot mit auf und waren somit 17 RuderInnen und ein fester Landdienst.
Das Boote verladen am Freitag klappte wie von selbst und so sahen wir einer entspannten Fahrt entgegen.
Am Samstagmorgen war die Korona pünktlich um 7.oo Uhr in Friedrichshagen versammelt und es konnte losgehen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Hänger und unserem Bus erreichten wir mit 3 Stunden Zeitverzug doch noch unseren Starplatz in Ratzdorf.
Schnell waren die Boote aufgeriggert und bei ordentlichem Pegelstand schwammen wir zur Mittagszeit endlich auf der Oder.
Nach  2,5 Kilometern wagten wir einen kleinen Abstecher Richtung Polen. Auf meiner Wasserkarte war dort ein kleiner See eingezeichnet. Der Krzesinsee, er liegt ganz verträumt an einem kleinen Seitenarm der Oder.  Seit der Erweiterung der EU dürfen wir ja nun auch das rechte Ufer der Oder erkunden!
Bei etwas auffrischendem Wind ging es zügig die Oder abwärts. Auf unsere geplante Mittagspause in Slubice verzichteten wir auf Grund unseres Zeitverzuges. Es hatten ja alle genug Proviant an Bord!
Vorbei ging es auch an Frankfurt/Oder, wo es für Einige eine Wohltat war, mit Wanderruderschlag dahinzufahren. Denn diese Strecke kennen Einige vom jährlichen Frankfurter Rudermarathon.
Bleyen, unser Tagesziel erreichten wir frohgelaunt, mit einer kleinen Erfrischung in Form einer kräftigen  himmlischen Dusche,  nach 77 km. Hier erwartete uns bereits unser Landdienst.
Wir bezogen unsere verschiedenen Quartiere in Zelt, Campingwagen oder auch der Pension. In der Gaststube der Pension Wagenrad konnten wir unsere Energiespeicher wieder ordentlich füllen. Wir saßen dann noch  in gemütlicher Runde, schwatzten über vergangene und kommende Touren und nach und nach fielen die müden Ruderer in ihre Betten.
Am Sonntag hatten wir den kleineren Teil der Strecke vor uns. Heute sollten es nur 48 km sein. Nicht genug für alle, denn Scherbi hatte noch etwas Neuwasser abzubauen. Das letzte Stück Warthe, - 2,5 km bis nach Küstrin -fehlten ihm noch, nun nicht mehr.
Gemächlich ging es mit der Strömung voran. Auch hatte der Wind heute etwas nachgelassen, dafür knallte die Sonne um so doller.
Bei Gozdowice (Güstebiese) quert seit kurzem eine Fähre die Oder. Hier wollten wir versuchen eine Mittagsrast einzulegen.
Von der Böschung aus war ein kleiner Kiosk zu erkennen. Eine nette deutsche Aushilfskraft im polnischen Imbiss kredenzte uns eine schöne fette polnische Bockwurst und einen Humpen Bier. Gestärkt ging es auf die letzten 20 Kilometer.
In Hohenwutzen angekommen ging es zügig ans Boote verladen, denn einige wollten das Fußball-Endspiel der EM noch erleben. Aber es sollte noch etwas dauern. Wir mussten ja auch noch die Autos aus Bleyen abholen. Dazu brauchten wir ganze 2 Stunden. Der Rest der Korona konnte sich so die Zeit mit Baden und anderen Geselligkeiten vertreiben.
Ohne Zwischenfälle ging es dann mit unserem Tross wieder Richtung Berlin.
Das Putzen und Einsortieren der Boote (Danke an ÄGIR für die Gestellung eines Vierers, der leider etwas spack war!) dauerte dann doch noch etwas, so dass unsere Fußballfans vom Endspiel Deutschland : Spanien nur noch die zweite Hälfte sehen konnten.
Ich bedanke mich bei meiner Korona für ihren Einsatz auf der Fahrt. Vielleicht kommt ja der Eine oder die Andere wieder einmal mit mir mit?!

Tommi