Rennberichte: U19 WM - Tag drei in Ottensheim
Heute ist der Deutsche Ruderverband nur in fünf Rennen vertreten. Doch drei Mal heißt es für die deutschen Boote, in den Viertelfinals eine Runde weiter zu kommen. Ein Hoffnungslauf und ein Bahnverteilungsrennen runden das Renngeschehen aus deutscher Sicht ab.
Die Tribüne ist heute noch voller als an den ersten beiden Renntagen (falls das noch möglich ist) und die Zuschauer verbreiten allseits eine prima Stimmung auf den Rängen. Diese gleicht auch das durchwachsene Wetter aus, denn einige Rennen sind heute verregnet. Heute ist auch Ankunftstag für die rund 40 Wanderfahrer der Deutschen Ruderjugend, die ab morgen stimmgewaltig das deutsche Team unterstützen werden.
Zu den Rennen mit deutscher Beteiligung:
Vierer-ohne Juniorinnen, Hoffnungslauf
Für die vier Juniorinnen heißt es heute, mindestens den zweiten Platz zu errudern, um in das Finale am Samstag einzuziehen. Dass sie sich damit nicht zufrieden geben wollen, zeigen die Mädels von Rennbeginn an. Sie starten blitzschnell und übernehmen die Spitze des Feldes. Die Boote aus Australien, der Ukraine und Österreich folgen. Diese Führung geben sie auch bis ins Ziel nicht mehr ab und rudern sauber vor dem Rest des Feldes. Ein kontrollierter Sieg zum Auftakt verbreitet Freude auf der Tribüne, für den Vierer ist die Finalteilnahme der sehr verdiente Lohn.
Einer Junioren, Viertelfinale
Hagen Rothe startet in diesem Viertelfinale gegen die Ruderer aus Spanien, Polen, Turkmenistan, der Ukraine und dem Iran. Ein dritter Platz würde theoretisch reichen, um das Halbfinale zu erreichen. Aber ein Hagen Rothe macht keine halben Sachen und geht beherzt in dieses Rennen. Er schiebt seinen Bug gleich nach dem Start in Führung und baut diese kontinuierlich aus. Auf dem letzten Streckenviertel kontrolliert er das Feld, ohne sich auszubelasten. Unangefochten überquert er die Ziellinie und kommt er eine Runde weiter in das Halbfinale. Begeisterte Sprechchöre schallen von der Tribüne, als er diese nach dem Rennen passiert.
Zweier-ohne Junioren, Viertelfinale
„Wir wussten, dass wir einen der leichteren Läufe hatten.“, stapelte Trainer Michael Hippert nach dem Rennen tief. „Wir mussten am Start sauber und schnell rausfahren und vorlegen. Aber bei 1000 Meter konnten wir rausnehmen und Kräfte sparen.“, berichtete Hippert weiter. Was so einfach klingt, war eine blitzsaubere Leistung des deutschen Zweiers. Die vom Trainer vorgegebene Taktik wurde auf der Strecke konzentriert umgesetzt und so konnten die besagten Kräfte tatsächlich gespart werden. Souverän gestalteten die Jungs von der Mosel die zweite Rennhälfte und fuhren mit deutlichem Vorsprung vor Rumänien, Georgien und Lettland ins Ziel. Mit dem Halbfinale geht es also auch für den Zweier-ohne morgen weiter.
Doppelzweier Junioren, Viertelfinale
Ein schneller Start der Boote aus Kroatien und Deutschland. Nach kurzer Führung der Kroaten greift der deutsche Doppelzweier an und schiebt sich vorbei. Trotz eines „Krebses“ und dem gefühlten Herzstillstand des Trainers bleiben die zwei Jungs knapp vorne. Zwischenzeitlich beträgt ihr Vorsprung etwa 1,5 Sekunden. Mit einem starken Endspurt versuchen die Kroaten noch einmal alles, um zu gewinnen. Doch die deutschen sind den Hauch von 46/100 Sekunden schneller und ziehen als Sieger ins Halbfinale ein. Zweiter wird Kroatien und Serbien als Dritter qualifiziert sich ebenfalls. Eine tolle kämpferische Leistung des deutschen Bootes!
Achter Juniorinnen, Bahnverteilungsrennen
Nur fünf Nationen haben einen Juniorinnen-Achter zu diesen Weltmeisterschaften gemeldet. Wer am Samstag auf welcher Bahn an den Start gehen darf, entscheidet sich also heute um 12:30 Uhr. Die neun deutschen Juniorinnen sind hellwach und gehen vor Amerika, Rumänien, Russland und Frankreich aus den Startblöcken. Etwa 1400 Meter können sie diese Führung verteidigen, bevor die Amerikanerinnen aufdrehen. Die Amerikanerinnen übernehmen die Führung, als es auf das letzte Streckenviertel geht. Mit langen, wuchtigen Schlägen ziehen sie am deutschen Boot vorbei und kommen als Siegrinnen ins Ziel. Der zweite Platz geht aber mit großem Abstand nach hinten an die deutsche Mannschaft, die sich damit für die Medaillen am Samstag empfiehlt.
