Rennberichte: U19 WM Ottensheim Tag 4, Tag der Halbfinale

  • Junioren-Zweier, Foto: World Rowing 2008 / SNAPDOX
Juniorinnen-Doppelvierer, Foto: World Rowing 2008 / SNAPDOX

    Junioren-Zweier, Foto: World Rowing 2008 / SNAPDOX

  • Junioren-Zweier, Foto: World Rowing 2008 / SNAPDOX
Juniorinnen-Doppelvierer, Foto: World Rowing 2008 / SNAPDOX

    Juniorinnen-Doppelvierer, Foto: World Rowing 2008 / SNAPDOX

von Tanja Knöll
25.07.2008 - 14:24 Uhr

Es regnet in Ottensheim. Was gestern noch als Schauer vom Himmel kam, entwickelt sich heute zu einem Landregen, der aber gegen Ende der Rennen ein Einsehen hat und sich zurückzieht. Dafür sind die Streckenbedingungen optimal, kein Wind und glattes Wasser. Der DRV-Vorsitzende ist in Ottensheim eingetroffen und wird heute spannende und erfreuliche Rennen sehen.
Zu den Rennen mit deutscher Beteiligung im Einzelnen:

Einer Juniorinnen

Aus Ungarn, Australien, der Ukraine, Bulgarien und Kroatien kommen die Gegnerinnen, auf die Carina Bär in ihrem Halbfinale trifft. Die Vorlaufergebnisse weisen Carina eine gewisse Favoritenrolle zu. Was sie daraus heute macht, ist schlicht und ergreifend großartig! Vom ersten Schlag an lässt sie ihren Kontrahentinnen keine Chance auf den Sieg in diesem Lauf. Sofort schiebt sie ihre Bugspitze in Führung und vergrößert den Abstand mit jedem Schlag. Einige Längen vor der Australierin dominiert sie das Sechs-Boote-Feld. Bewunderndes Kopfschütteln sieht man bei den Zuschauern auf der Tribüne, die Fans am Ufer jubeln begeistert. Im Juniorinnen-Einer nicht von der Chance auf eine Goldmedaille zu sprechen, wäre jetzt mehr als fachfremd. In diesem Lauf qualifizieren sich außerdem die Australierin und die Kroatin, im zweiten Halbfinale gewinnt Norwegen vor Rumänien und Amerika.
Morgen im Finale starten GER, NOR, AUS, ROU, CRO, USA

Einer Junioren

Hagen Rothe tritt in seinem Halbfinale gegen Ruderer aus Tunesien, Schweden, Estland, Serbien und Weißrussland an. Auch heute präsentiert er sich wieder in starker Form. Wie seine Einer-Kollegin lässt auch Hagen vom Start an keine Zweifel zu, wer diesen Lauf gewinnen wird. Als das Feld in die Sichtweite der Zuschauer kommt, rudert Hagen bereits mit ruhigen, kräftigen Schlägen drei bis vier Längen vorneweg und gewinnt dieses Halbfinale sicher. Das zweite tolle Rennen an diesem Tag aus deutscher Sicht! Dahinter wird es ganz spannend um die beiden anderen Finalplätze. Die Boote aus Serbien und Weißrussland schaffen es denkbar knapp vor dem Ersten ins Ziel, der als Vierter ins B-Finale muss. Laut umjubelt von den Fans macht sich Hagen Rothe auf den Weg zum Ausrudern.
Im anderen Lauf sind die Ruderer aus Bulgarien, Australien und Polen am schnellsten. Der Bulgare dominiert und wird sicher ein harter Gegner für Hagen.
Im Finale morgen rudern GER, BUL, SRB, AUS, BLR, POL

Zweier-ohne Junioren

Frankreich, Türkei, Slowenien, Dänemark und Kroatien heißen die Gegner des deutschen Duos. „Unser Ziel heißt Finale“, sagt Trainer Mike Hippert vor dem Rennen. Aber seine zwei Jungs, denen die Eigenschaften eines Terriers nachgesagt werden, gehen lieber auf Nummer sicher. Anfangs sind alle Boote dicht zusammen, der deutsche Bug knapp in Führung. Die zwei Jungs müssen zunächst kämpfen, um zu zeigen, wer in dieser Bootsklasse am schnellsten ist. Sie rudern immer knapp vorne, doch die Slowenen sitzen ihnen im Nacken. Die Einblendungen der Zwischenzeiten rufen bei den deutschen Fans auf der Tribüne lautstarken Jubel hervor. Die Slowenen setzen alles daran, am deutschen Boot vorbeizukommen. Bis zur Ziellinie bekämpfen sich die beiden Boote, doch Frederik Prigge und Lukas Oberhausen behalten mit einer dreiviertel Länge Vorsprung die Oberhand. Zu Recht jubeln sie im Ziel! Zum drittplatzierten Boot aus Dänemark ist dann schon wieder Luft. Die beiden „Terrier“ rudern morgen im Finale – Spitze!
Das zweite Halbfinale sieht Griechenland als Sieger vor Australien und Amerika.
Finale: GER, GRE, SLO, AUS, DEN, USA

Doppelzweier Juniorinnen

Der deutsche Doppelzweier rudert hier gegen Italien, Polen, Australien, Spanien und Dänemark. Mareike Adams und Clara Karches, beide im vergangenen Jahr bereits im Doppelvierer Weltmeisterinnen, lassen hier nichts anbrennen. Mit einem blitzsauberen Start gehen sie dieses Rennen an. Mit kraftvollen Schlägen auf allen Streckenteilen schieben sie ihre Bugspitze immer weiter von den anderen Booten weg. Ohne dass sie an ihre Leistungsgrenze gehen müssen, glänzen die zwei Mädels mit einem klaren Start-Ziel-Sieg! Zweiter wird das Boot aus Italien klar vor Polen. Stolz rudern Mareike und Clara an der jubelnden Tribüne vorbei und holen sich den verdienten, begeisterten Beifall der Zuschauer ab. Im anderen Halbfinale siegt Österreich vor Bulgarien und Großbritannien. So sieht die Startaufstellung für das Finale morgen aus: GER, AUT, ITA, BUL, POL, GBR

Doppelzweier Junioren

Der deutsche Doppelzweier kämpft um den Finaleinzug gegen die Boote aus der Ukraine, Rumänien, Slowenien, Norwegen und Italien. In diesem Rennen wird es zum ersten Mal heute spannend! Mal ist der deutsche Doppelzweier in Führung, doch meist sind es die Slowenen, die das Feld anführen. Die Rumänen und die aus den Vorläufen als stark bekannten Norweger immer mit dabei. Dicht an dicht geht es auf die 1500-Meter-Marke zu, kein Boot kann sich klar nach vorne absetzen. Natürlich beginnen auch alle Boote jetzt früh mit dem Endspurt. Und jetzt zeigt es sich, dass Martin Menger und Lauritz Schoof heute den längsten Atem haben. Zentimeter für Zentimeter gewinnen sie an Vorsprung vor den Slowenen, die diesem starken deutschen Endspurt nichts mehr entgegensetzen können. Eine knappe halbe Länge ist es auf der Ziellinie und damit der Sieg für das deutsche Boot. Auf den dritten Platz in diesem packenden Rennen rudern die Rumänen. Durchatmen!
Das andere Halbfinale gewinnt Australien vor Litauen und Kroatien.
Im morgigen Finale stehen GER, AUS, SLO, LTU, ROU, CRO

Vierer Junioren

Nach den teils klaren Siegen in den bisherigen Rennen leuchtet auf den Monitoren bei den Einblendungen der Zwischenzeiten zum ersten Mal nicht Deutschland als führendes Boot auf. Zunächst liegt der deutsche Vierer-ohne mitten im Feld auf Platz drei. Jedoch mit Tuchfühlung zur Spitze mit Australien und Großbritannien. Die Boote aus Italien und Kroatien wollen auch noch ein paar Wörtchen mitreden, lediglich der tschechische Vierer fällt leicht zurück. Platz drei würde für den deutschen Vierer für den Finaleinzug reichen. Diese Gedanken lassen die vier Jungs bei den Zuschauern aber nicht länger zu. Sie legen einen starken Endspurt auf das Wasser und bringen ihr Boot noch mal richtig in Fahrt. Auf den letzten 150 Metern sprinten sie so sogar noch an den Briten vorbei, die bereits alle Kräfte auf der Strecke verbraucht haben. Der australische Vierer gewinnt, dich die vier deutschen Jungs errudern hier einen hervorragenden zweiten Platz und ziehen so ins Finale ein!
Aus dem anderen Halbfinale qualifizieren sich Rumänien, Griechenland und Spanien.
Die Finaleinteilung heißt AUS, ROU, GER, GRE, GBR, ESP

Doppelvierer Juniorinnen

Dass die deutsche Skullerinnen traditionell stark sind ist bekannt. Was die deutschen Juniorinnen hier heute im Doppelvierer zeigen ist toll! Ihre Gegnerinnen aus Russland, Schweden, Italien, Belgien und Polen haben vom Startsignal an keine wirkliche Chance auf den Sieg in diesem Rennen. Denn der deutsche Doppelvierer zieht souverän und kontrolliert rudernd seine Bahn. Harmonische Wasserarbeit gepaart mit Dynamik lassen bei den Zuschauern auf der Tribüne stolzen Jubel aufbrausen. Unangefochten errudern die vier Mädels diesen Sieg knapp 10 Sekunden vor Italien. Dahinter wird es spannend um den dritten Platz zwischen Belgien und Schweden, die Crew aus Belgien zieht mit ins Finale ein.
Das zweite Halbfinale bringt die Siegerinnen aus Weißrussland hervor, Zweiter wird Neuseeland, Dritter Griechenland.
Im Finale morgen heißt es GER, BLR, ITA, NZL, BEL, GRE

Doppelvierer Junioren

Während im ersten Halbfinale Italien, Frankreich und Lettland die Finalplätze errudern, tritt der deutsche Doppelvierer gegen die Boote aus Ungarn, Holland, Rumänien, der Schweiz und Australien an. Nach den ersten 500 Metern liegt das deutsche Boot in Führung, muss diese aber über die Strecke an Holland abgeben. Doch die Doppelvierer-Jungs nehmen diese Herausforderung an. Mit einer tollen kämpferischen Leistung halten sie den Anschluss zu den Holländern und lassen diese nie entscheiden davon ziehen. Als es auf das letzte Streckenviertel geht, drehen die deutschen Jungs noch mal richtig an der Schlagzahlschraube und greifen die bis dahin führenden Holländer an. Diese haben nicht genug Reserven für diesen Sprint und müssen sich heute geschlagen geben. Der deutsche Doppelvierer zieht also als Halbfinalsieger ins Finale ein. Toll!
„Man muss auch mal zeigen, wo der Hammer hängt!“, kommentierte Länderrats-Vorsitzender Klaus-Dieter Lemke diesen spannenden Zieleinlauf.
Morgen im Finale rudern GER, ITA, NED, FRA, LAT, SUI