"Wir kämpfen uns durch die Hitze" - Interview mit Elke Hipler

  • Elke Hipler (links) im schicken Olympia-Outfit bei der Verabschiedung in Dortmund.

    Elke Hipler (links) im schicken Olympia-Outfit bei der Verabschiedung in Dortmund.

von Carsten Oberhagemann
03.08.2008 - 14:54 Uhr

Drei Tage ist das Team Frauenachter nun schon in Peking. Wir haben Elke Hipler im Internetcafe im Olympischen Dorf erwischt und ihr schnell ein paar Fragen gestellt.

Hallo Elke, wie läuft es in Peking?
Elke Hipler:
Alles super hier. Es ist nur megaheiß!!! Wer hierher kommt, sollte unbedingt einen Mega-Sunblocker mitbringen und einen Hut!

Was gibt es Besonderes aus der Hauptstadt des Sports für die nächsten drei Wochen zu berichten?
Elke Hipler:
Alles ist aufregend. Wir müssen uns erstmal hier alles angucken im Dorf. Am Freitag haben wir drei Stunden im Souvenir-Shop verbracht – und jede Menge gekauft: Becher, T-Shirts, Mützen.

Und wie kommt Ihr mit den Temperaturen klar?
Elke Hipler:
Wir kämpfen uns durch die Hitze! Nach drei Runden Rudern (12 km) ist echt der Ofen aus. An jeder Wende muss man sich mit Wasser übergießen. Alle tragen einen Kopfschutz, entweder eine Mütze oder ein Tuch. Was anderes würde Ralf (Bundestrainer Ralf Holtmeyer) auch nicht zulassen. Er hat noch mehr Angst, dass wir uns im Bus oder in der Mensa erkälten. Da ist es immer total kalt klimatisiert, und wir müssen immer was Langes anziehen.

Wie oft trainiert Ihr am Tag?
Elke Hipler:
An den letzten Tagen haben wir zweimal trainiert, mit Pause dort an der Strecke. Denn der Bus braucht vom Dorf bis dorthin 50 Minuten. Die Busfahrer haben noch nicht gecheckt, dass sie auf der olympic lane schneller als 70 fahren dürfen.

Habt Ihr schon die gegnerischen Frauenachter gesichtet?
Elke Hipler:
Die Kanadierinnen, Rumäninnen, Britinnen und, ich glaub, auch die Amerikanerinnen sind schon da. Und die Holländerinnen sind heute angekommen. Langsam wird die Strecke voll.

War es grundsätzlich wichtig und richtig, so früh anzureisen?
Elke Hipler:
Ja! Die Sache mit dem Jetlag war nicht das große Problem. Aber so kann man sich erstmal alles in Ruhe anschauen.

Wie klappt die Nahrungsaufnahme?
Elke Hipler:
Bei der Hitze ist es schwer, genug zu essen. Aber wir geben uns größte Mühe! Bei der großen Auswahl hier im Dorf findet man immer was.

Hast Du beim Essen oder sonst wo schon andere Sportgrößen getroffen?
Elke Hipler:
Hmm, da muss ich erst mal überlegen. Niemand super Berühmtes. Ein Highlight ist der koreanische Kampfsportler, Olympiasieger von Athen. Der Typ steht den gaaaanzen Tag vor der Mensa und verbeugt sich vor jedem. Er steht Tag und Nacht da und sagt jedem Hallo und Tschüss. Er ist nicht mehr aktiv, sondern will in die IOC-Ahtletenkommission gewählt werden. Ich glaub, der kriegt viele Stimmen, weil er inzwischen kult ist.

Besten Dank für das nette Gespräch via Internet.

Bilder von der Verabschiedung in Dortmund und in Frankfurt am Flughafen