Olympische Regatta: Rennberichte - Hoffnungsläufe
Der Wetterbericht aus Peking vermeldet heute zum ersten Mal, dass die Sonne über dem Shunyi Park scheint. Gute Bedingungen also für die Ruderer, die ihre Vorläufe unter der allgegenwärtigen Dunstglocke bestreiten mussten.
Ein paar Boote des DRV müssen heute durch die Hoffnungsläufe, um ins Finale bzw. eine Runde weiter zu kommen.
Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier
Für Manuel Brehmer und Jonathan Koch heißt es heute, sich für das Halbfinale zu qualifizieren. Die beiden Männer liegen am Start neben den Booten aus Australien, Uruguay, Brasilien, Hongkong und Algerien. Am Startnachen wirken sie konzentriert und entschlossen. Vom ersten Schlag an geht es heiß her in diesem Lauf, denn alle Mitstreiter wollen natürlich eine Runde weiter kommen. Koch und Brehmer sind von Anfang an gut dabei, liegen gemeinsam mit Australien an der Spitze des Feldes. Die weiteren Boote liegen nach 500 Meter schon mit respektablem Abstand dahinter. Die Australier rudern stark und mit hohen, kräftigen Schlägen. Dadurch schieben sie ihre Bootsspitze etwas vor die des deutschen Bootes. Doch die beiden Deutschen lassen sich nicht abschütteln, im Gegenteil. Sie sind hellwach und bleiben den Australiern auf den Fersen. Der Abstand zwischen diesen beiden Booten beträgt immer um eine Sekunde. Dahinter tut sich schon eine Lücke von fast vier Sekunden auf die übrigen Boote auf. Aber die Deutschen kommen auf. Bei 1500 Metern haben sie sich bis auf 6/10 Sekunden an Australien herangepirscht und machen jetzt den Sack zu! Früh setzen die Mannschaften zum Endspurt an und heute schenkt sich niemand etwas. Ganz stark das deutsche Boot mit Brehmer und Koch! Mit einem hervorragenden Endspurt preschen sie an den Australiern vorbei und gewinnen diesen Hoffnungslauf! Einmal mehr macht Leichtgewichtsrudern Lust auf mehr! Dahinter wird Uruguay Dritter, Brasilien, Hongkong und Algerien folgen auf den Plätzen.
Das ist ein erfreulicher Auftakt für den DRV.
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Frauen-Doppelvierer
Die deutschen Damen um Schlagfrau Stephanie Schiller gehen auf der Mittelbahn in diesen Hoffnungslauf. Außerdem sind noch die Boote aus Australien, Amerika, der Ukraine, Kanada und Russland mit von der Partie. Da es nur einen Hoffnungslauf gibt, erreichen die ersten vier Boote das Finale.
Die deutschen Frauen erwischen einen tollen Start und lassen von Anfang an keine Zweifel aufkommen, dass sie heute das Finale erreichen wollen. Mit viel Schub und mit hoher Frequenz übernehmen sie unmittelbar nach dem Start die Führung. Beeindruckend ist der Abstand von gut zwei Sekunden, die bereits nach 500 Metern für das deutsche Boot notiert werden. Verfolgt werden die deutschen Damen von den Booten aus Australien und Amerika. Diese beiden Boote kämpfen engagiert um den zweiten Platz. Bei der 100 Meter Zwischenzeit haben Australien und Amerika die Plätze getauscht, aber der deutsche Doppelvierer zieht an der Spitze seine Bahn. Unbeirrt rudern Stephanie Schiller, Katrin Boron, Manuela Lutze und Britta Oppelt ihr Rennen weiter und bauen ihren Vorsprung sogar noch aus! Mit geschlossener Wasserarbeit schieben diese Vier sich Schlag um Schlag davon. Mit Abstand dahinter rudern bereits die Boote aus Kanada und der Ukraine. Hier geht es aber um Platz vier, der auch noch die Fahrkarte für das Finale bedeutet. Diese Sorgen haben die deutschen Frauen heute aber überhaupt nicht, denn sie liegen unangefochten an der Spitze und kontrollieren das Feld auch auf den letzten 500 Metern. Bis zum Ziel sind die Positionen klar verteilt, am Sieg der Deutschen ist heute nicht zu rütteln. Der deutsche Doppelvierer qualifiziert sich ungefährdet und als Sieger dieses Laufs für das Finale. Prima!
Zieleinlauf: GER, USA, AUS, UKR, CAN, RUS
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Männer-Achter mit Steuermann
Nach dem gestrigen Vorlauf haben die "jungen Wilden" um Steuermann Peter Thiede sicher erst einmal geschluckt. Doch zaudern hilft nicht und so heißt es heute, sich für den Hoffnungslauf optimal vorzubereiten, um mindestens Vierter zu werden. Auf der Außenbahn kämpft das deutsche Flaggschiff gegen Australien, Holland, Polen, Amerika und China um den Einzug ins Finale.
Unter Hochspannung liegen die acht Ruderer am Startnachen, konzentriert bis in die Spitzen. Der Start! Deutlich verbessert kommt der deutsche Achter aus den Blöcken und fährt vorne mit. Doch alle sechs Achter liegen fast auf einer Höhe. Nach 500 Metern ist der deutsche Achter Zweiter. Aber in diesem Rennen geht die Post ab! Amerika und Australien übernehmen die Spitze, die Führung wechselt immer wieder zwischen diesen beiden Booten. Zur einen Zwischenzeit wird Amerika vorne notiert, zur anderen wieder Australien. Der deutsche Achter bleibt dabei, es scheint, dass das Boot heute viel besser ins Rennen kommt und von vorneherein mitmischt. Zur Streckenhälfte fehlen dem Deutschlandachter gerade einmal 8 Zehntel zum führenden Boot aus Amerika, dazwischen noch der australische Bug. Auch die anderen Boote sind alle noch in Schlagdistanz. Das dritte Streckenviertel bringt eine Vorentscheidung um die Spitze. Amerika und Australien setzen sich von ihren Verfolgern ab. Der deutsche Achter liegt jetzt mit Holland auf Platz vier bzw. drei. An der 1500-Meter-Marke beträgt der Abstand zum Fünftpalzierten gerade mal eine Sekunde. Der Endspurt aller Boote muss die Entscheidung bringen. Hopp oder top, A- oder B-Finale? Vorne sind Amerika und Australien weg, auch die Holländer ziehen den Deutschen davon. Jetzt kommt Polen ganz stark auf und greift den deutschen Achter an! Die jungen deutschen Männer müssen wohl ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen, denn sie können dem polnischen Endspurt nichts mehr entgegen setzen. Letztlich ziehen auch noch die Chinesen am Deutschlandachter vorbei. Das deutsche Boot wird sechster und geht in das B-Finale. Große Enttäuschung bei der Mannschaft, die völlig erschöpft im Ziel liegt, das wäre dieser jungen Crew sicher anders zu wünschen gewesen.
Zieleinlauf: USA, AUS, NED, POL, CHN, GER
