Olympische Regatta: Rennberichte - Halbfinale & Finale B

Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier und Männer-Doppelvierer im Finale

von Tanja Knöll
15.08.2008 - 09:58 Uhr

Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier

Im ersten Rennen aus deutscher Sicht stehen Berit Carow und Marie Louise Dräger vor einer schweren, aber lösbaren Aufgabe. Sie starten in ihrem Halbfinale zwar gegen die starken Holländerinnen, die anderen Boote haben sie aber im Saisonverlauf alle schon einmal bezwungen. Hochmotiviert gehen Carow und Dräger das Rennen an, starten wie der Blitz. Gleich auf dem ersten Streckenviertel geben sie den Ton an und führen das Feld zur ersten Zeitnahme. Zwei Sekunden liegen sie hier vor dem Boot aus Holland, dazwischen rudern noch die Damen aus Finnland. Diese sind es auch, die jetzt das Kommando und die Führung übernehmen. Finnland geht am deutsche Boot vorbei, doch die beiden Deutscheh wehren sich. Zur Streckenhälfte rudern sie auf Platz zwei, noch sicher auf Finalkurs. Die Holländerinnen zeigen nun ihre ganze Stärke und scheben sich erst an die Deutschen heran und kurz darauf vorbei. Auch die Finninnen können dem Druck von van der Kolk und van Eupen nicht Stand halten und müssen ihre Führung wieder hergeben. Deutschland jetzt auf Platz drei, da es auf das letzte Viertel des Halbfinales geht. Diesen Platz halten und die Finalteilnahme ist sicher! Dafür sieht es gut aus, denn hinter dem Spitzentrio tut sich eine Lücke auf zu den Verfolgerinnen aus Dänemark, Großbritannien und Kuba. Alle Boote beginnen jetzt mit dem Endspurt! Die Damen aus Fnnland rudern nochmal ganz stark und griefen das Boot aus Holland wieder an, Holland wehrt sich aber. Die Däninnen versuchen alles, um am deutschen Big vorbeizukommen, Dräger und Carow müssen sich heftig wehren, um den dritten Platz halten zu können. Das Feld schiebt sich nochmal etwas zusammen, lediglich die Boote aus Großbritannien und Kuba geben den Kampf auf. Das deutsche Boot hält mit, die Kräfte halten und so qualifizieren sich Berit Carow und Marie-Louise Dräger als Dritte für das olympische Finale. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung!
Zieleinlauf: NED, FIN, GER, DEN, GBR, CUB

-> Ergebnisse, Statements, Teamübersicht

Leichtgewichts-Männer-Doppelzweier

Nach dem Sieg im Hoffnungslauf können Manuel Brehmer und Jonathan Koch guter Dinge in dieses Halbfinale gehen. Mit den Briten, Franzosen, Italienern und Kanadiern haben sie allerdings echt starke Gegner erwischt. Dem deutschen Boot gelingt ein passabler Start, nicht ganz so kraftvoll und dynamisch, wie den Booten auf den Mittelbahnen. Vorneweg rudern die Briten und die Italiener und diese beiden Boote schaffen es, ihren Vorsprung auch nach und nach zu vergrößern. Etwas überraschend halten die Kubaner gut mit und liegen zur Streckenhälfte auf Platz drei. Der deutsche Doppelzweier fährt knapp dahinter mit Frankreich um Platz vier und fünf. Die Boote aus Frankreich, Kuba und Deutschland liegen alle innerhalb einer halben Sekunde, hier geht es um jeden Zentimeter! Schon erreichen die Boote die letzte Zwischenzeitnahme. Großbritannien setzt sich nach vorne ab, die Italiener bleiben auf Platz zwei. Aber um diesen finalrettenden dritten Platz wird es eng! Die zwei Deutschen müssen alles geben, wenn sie am Sonntag mit im Finale dabei sein wollen. Aber die Franzosen und Kubaner wollen das auch und steigern ihre Schlagzahl nochmals. Ein Dreikampf um Platz drei! Die Franzosen können dieses Tempo nicht mehr gehen und fallen zurück. Es entscheidet sich zwischen Kuba und Deutschland. Sensationell stark bleiben die Kubaner auf dem Gas und schnappen den beiden Deutschen den Finaleinzug weg. Für Jonathan Koch und Manuel Brehmer bleibt der undankbare vierte Platz nach dieser famosen Kampfleistung.
Zieleinlauf: GBR, ITA, CUB, GER, FRA, CAN

-> Ergebnisse, Statements, Teamübersicht

Männer-Doppelvierer

Die starken Polen und die Boote aus Tschechien, Russland, Australien sowie Weißrussland kämpfen in diesem Halbfinale gegen den deutschen Doppelvierer um den Einzug ins Finale. Stephan Krüger, Rene Bertram, Hans Gruhne und Christian Schreiber haben auf der Bahn direkt neben den Polen die Möglichkeit, sich mitreißen zu lassen. Doch zunächst sind es die Russen, die den besten Start erwischen. Sofort schieben sie ihre Bugspitze vor Polen in Führung, dahinter folgen die Boote aus Tschechien und Deutschland, fast gleichauf. Aber das Feld ist ohnehin noch dicht zusammen. Die ersten 500 Meter sind gerudert und nach wie vor der deutsche Doppelvierer auf Platz vier, knapp hinter den Tschechen. Polen und Russland kämpfen vorne um jeden Millimeter und von hinten kommt jetzt Australien ganz stark auf! Australien spurtet früh und überholt in einem Aufwasch die Deutschen und die Tschechen. Zwischenstand für den deutschen Doppelvierer ist Platz fünf. Jetzt müssen die vier Männer kämpfen! Vorne übernimmt jetzt Polen das Zepter und führt das Feld über die 1500-Meter-Marke, dahinter kämpfen die anderen Boote um die Finalplätze. Der deutsche Doppelvierer kommt zurück, liegt nur 3 Zehntel hinter Platz drei! Kämpfen, Männer! Die Polen spielen ihre ganze Stärke aus und ziehen davon. Dahinter tobt der Kampf und das Finale. Die Australier rudern stark und positionieren sich auf Platz zwei. In ihrem Fahwasser - das deutsche Boot! Ein wahnsinniger Endspurt, den die deutschen Männer da hinlegen und der sichert den dritten Platz! JA! Die Tschechen halten nicht mehr mit und werden Vierte, Russland Fünfter und Weißrussland Sechster.
Aber mit Platz drei fahren die vier Deutschen in das große Finale am Sonntag! Klasse!

-> Ergebnisse, Statements, Teamübersicht

Männer-Einer
 
Nachdem er das A-Finale verpasst hat, gilt es heute für Marcel Hacker, den bestmöglichen olympischen Abschluss für sich herauszuholen. Auf der Mittelbahn startet er gegen die Ruderer aus Litauen, Amerika, Griechenland, der Schweiz und Australien. Scon an den Startnachen macht Hacker heute einen entschlossenen Eindruck, bereitet sich in den letzten Augenblicken konzentriert vor, bevor die Ampel auf grün schaltet. Mit mächtigen, hohen Schlägen beschleunigt er seinen Einer und katapultiert sich damit sofort nach dem Start an die Spitze des Feldes. Ihm auf den Fersen ist Andre Vornarburg aus der Schweiz, der wiederum von Griskonis aus Litauen verfolgt wird. Nach 500 Metern bringt Hacker schon gute zwei Sekunden zwischen sich und seine Verfolger, zu denen sich nun auch der Amerikaner gesellt. Jetzt gilt es, auf dem zweiten Viertel der Strecke keine Schwäche zu zeigen, die Gegenr gar nicht erst herankommen zu lassen. Das macht Marcel Hacker heute prima, denn bis zur Streckenhälfte hält er sich Vonarburg und Mindaugas vom Heck, vergrößert sogar den Abstand zu den übrigen Verfolgern. Alle Boote nehmen das dritte Viertel in Angriff, Hacker führt weiterhin. Jetzt muss er locker bleiben, dann kann er das Feld von vorne kontrollieren. Er schiebt seinen Einer mit energischen Schlägen voran und holt so noch ein bisschen mehr Vorsprung auf seine direkten Verfolger heraus. Der Litauer spurtet jetzt beherzt und überholt so den Schweizer, zu den Booten aus Amerika, Griechenland tut sich bereits eine Lücke auf. Auch die dritte Zwischenzeitnahme überquert Hacker als Erster, inzwischen verfolgt vom Litauer. Diesen Vorsprung sollte er doch halten können - oder? Vier Boote können Hacker fast nicht mehr gefährden, aber er muss auf den Litauer aufpassen, der sich nicht so einfach abschütteln lässt. Der Litauer greift an, erhöht die Frequenz. Aber Marcel Hacker hält dagegen, kontert den Angriff genau im richtigen Moment. So hält er seinen Vorsprung und beherrscht seinen Gegner bis auf die Ziellinie! Der Sieg für Marcel Hacker im kleinen Finale der olympischen Ruderregatta. Herzlichen Glückwunsch zu Platz sieben!
Zieleinlauf: GER, LTU, SUI, GRE, USA, AUS

-> Ergebnisse, Statements, Teamübersicht

Männer-Doppelzweier
 
Als letztes Boot für Deutschland liegen heute Clemens Wenzel und Karsten Brodowski in ihrem B-Finale am Start. Das Boot aus Kroatien erscheint zu diesem Rennen nicht, so dass fünf Boote den Kampf um die Plätze sieben bis elf aufnehmen. Vom Start weg machen die Weißrussen unheimlich Druck, wuchten ihren Doppelzweier geradezu in Führung. Dahinter, fast auf einer Linie rudern die Boote aus Deutschland, Belgien und Bulgarien. Aus diesem Verfolgertrio schafft es der deutsche Doppelzweier bis zur 500-Meter-Marke, sich den zweiten Platz zu sichern, liegt dort eine gute Sekunde hinter den Weißrussen. Plötzlich fliegen von hinten die Russen heran, machen unheimlich Druck auf ihre Gegner. Sie rudern vor auf Platz zwei und verdrängen damit das deutsche Boot, wenn auch nur ganz knapp. Noch sind fast 800 Meter zu rudern, bleibt noch Zeit für die Deutschen, sich zu wehren. Doch das tun jetzt erst einmal die Belgier, die auf der Bahn fünf nach vorne spurten. Aber der deutsche Doppelzweier geht mit. Die Russen haben offensichtlich überzogen, denn so schnell wie sie nach vorne kamen, fallen sie jetzt wieder zurück. Weißrussland ist weiter in Führung, dahinter jetzt Belgien und Deutschland. So geht es auch auf die letzten 500 Meter. Die belgische Mannschaft rudert jetzt wie beflügelt, greift die Weißrussen an, die sich heftig wehren müssen. Immer noch auf Tuchfühlung rudern die beiden Deutschen, als es auf die letzten Schläge geht. Bis auf eine Sekunde rudern die Belgier an die Weißrussen heran, schaffen es aber nicht, diese abzufangen. Der deutsche Doppelzweier spurtet mit und behält den dritten Platz bis ins Ziel. Platz neun heißt es somit in der olympischen Endabrechnung für Karsten Brodowski und Clemens Wenzel. Herzlichen Glückwunsch dazu!
Zieleinlauf: BLR, BEL, GER, BUL, RUS

-> Ergebnisse, Statements, Teamübersicht