Olympische Regatta: Rennberichte - Finaltag 1

  • Silber für Christiane Huth und Annekathrin Thiele.

    Silber für Christiane Huth und Annekathrin Thiele.

von Tanja Knöll
16.08.2008 - 11:12 Uhr

Frauen-Einer

Am Start zum ersten großen Finale des Tages liegt Ekaterina Karsten. Unbestritten ist sie die Nummer eins der letzten Jahre und es gab für ihre Gegnerinnen kein Mittel, um an ihr vorbei zu kommen. Doch heute sieht es alles anders aus. Auf den ersten 1000 Metern ist es die Tschechin Knapkova, die das Rennen anführt, Neykova (BUL) und Guerette (USA) dicht dahinter. Ekaterina Karsten ist dabei, liegt aber nicht in Führung. Die zweite Streckenhälfte gehört der Bulgarin. Sie zieht davon, lässt Karsten geradezu stehen. In ihrem Schlepptau rudert sich auch die Amerikanerin an Karsten heran und droht, sie zu überholen. Das reicht heute nicht für Ekaterina Karsten, die Bulgarin ist weg und zwar deutlich. Schon sind die Tribünen in Sicht und es wird klar: Gold geht an Bulgarien. Dahinter wird es spannend um Platz zwei. Die Amerikanerin überspurtet Karsten und sichert sich mit einem starken Endspurt Platz zwei und damit Silber. Für die große Dame des Einers der letzten Jahre, Ekaterina Karsten, bleibt „nur“ die Bronzemedaille. Olympiasiegerin 2008 ist Roumyana Neykova!
Zieleinlauf: BUL, USA, BLR, CHN, CZE, POL

Männer-Einer

Die Namen des Finales im Männer Einer lesen sich wie das „who is who“ des Einerruderns der letzten Jahre. Tufte, Karonen, Synek, Drysdale, Campbell und Mayens machen den Olympiasieg 2008 unter sich aus. Vom ersten Schlag an schenken sich diese sechs nichts. Der Belgier erwischt den besten Start und führt nach den ersten 15 Schlägen vor dem Briten. Die anderen Vier reihen sich dahinter ein. Weitere zehn Schläge später ist der Brite vor dem Belgier und der Norweger kommt mit an die Spitze. Mit Neuseeland an Platz vier geht es über die erste Zeitmessung. Auf dem zweiten Streckenviertel greift Tufte an. Lange, wuchtige Schläge im norwegischen Boot, aber nach wie vor hält auch Campbell gut mit. Kurz vor der Streckenhälfte übernimmt Tufte die Spitze, Drysdale schiebt sich näher heran. Aber alle Boote liegen innerhalb von zwei Bootslängen. Tufte wirkt stark, blickt hinüber zu Drysdale auf Bahn sechs. Auf dem dritten Streckenabschnitt kommt Drysdale nach vorne und führt das Feld an, dahinter Tufte und Campbell. Doch Tufte wehrt sich. Beide sind hervorragende Endspurter, das wird ein spannendes Rennen! Pünktlich zu den letzten 500 Metern schaltet sich Synek in dem Medaillenkampf ein und kommt auf der Mittelbahn stark auf. Fast eine Länge schiebt sich Drysdale davon, Tufte immer noch Zweiter. Synek greift Tufte an und beide rücken auf Drysdale auf! Die letzten 300 Meter! Tufte spurtet an Synek heran, Drysdale kommt mit der Frequenz nicht mehr hoch und kann nicht mithalten. Dafür zahlt er, denn Tufte und Synek fliegen an ihm vorbei! Olaf Tufte wird sensationell Olymiasieger und wiederholt seinen Erfolg aus 2004! Silber geht an Ondrej Synek, Bronze an Mahe Drysdale.
Hinter den Medaillenrängen schiebt sich der Belgier Tim Mayens furios auf den vierten Platz vor Campbell und Karonen.
Zieleinlauf: NOR, CZE, NZL, BEL, GBR, SWE

Frauen-Zweier

Deutschland, Großbritannien, Neuseeland, Rumänien, Weißrussland und China bestreiten dieses Finale. Lenka Wech und Maren Derlien preschen aus den Startnachen und führen das Finale nach den ersten Schlägen an. Eine halbe Länge ist es nach der Startphase vor den Weißrussinnen. Rumänien und China zu der Zeit auf Platz drei und vier. Nach der ersten Zwischenzeitnahme greifen die Weißrussinnen an und schieben sich langsam erst an das deutsche Boot heran und dann auch vorbei. Rumänien kommt ebenfalls heran und schon vor der 1000-Meter-Marke schiebt sich das Feld wieder eng zusammen. Die drei führenden Bootsspitzen liegen innerhalb eines Luftkastens, Weißrussland führt knapp vor Rumänien und Deutschland. Die Führung wechselt aber zur Streckenhälfte, Rumänien ist jetzt vorne. Wech und Derlien fallen etwas zurück, aber bleiben auf Platz drei, eine halbe Länge vor China. Diese gilt es jetzt zu halten. Vorne kämpfen Rumänien und Weißrussland um Gold, Deutschland und China rudern um Bronze. Die Rumäninnen rudern ruhig und schieben ihr Boot mit langen Schlägen vorneweg, Weißrussland mit höherer Frequenz dahinter. An der 1500-Meter-Marke zieht Rumänien weg, China greift Deutschland an! Die Schlagzahl muss hoch im deutschen Boot! Denn um Platz drei wird es immer enger! Wech und Derlien müssen sich gegen China wehren, denn sie liegen auf Platz vier! China greift jetzt auch die Führenden an. Die Zuschauer auf den Tribünen toben. Noch zehn Schläge. Rumänien gewinnt, dahinter spurtet China furios auf Platz zwei, Bronze geht an Weißrussland. Lenka Wech und Maren Derlien geben alles und gehen als Vierte über die Ziellinie. Leider keine Medaille für die beiden, aber ein starkes Rennen mit dem olympischen Platz vier für den deutschen Zweier-ohne.
Zieleinlauf: ROU, CHN, BLR, GER, NZL, GBR

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Männer-Zweier

Felix Drahotta und Tom Lehmann müssen gegen die Boote aus Südafrika, Neuseeland, Kanada, Australien und Amerika ran. Olympisches Finale für den Youngster-Zweier aus Deutschland. Sofort am Start geht auf den Mittelbahnen die Post ab. Australien und Kanada wollen die frühe Führung und legen dementsprechend los. Diese beiden Boote liegen auch nach 300 Metern schon eine Länge vor dem Feld. Der deutsche Zweier liegt nach 500 Metern auf Rang vier hinter Neuseeland. Kanada ist einen Luftkasten vor Australien, aber die Australier sehen aus, als ob sie noch genug Reserven haben. Neuseeland liegt auf Rang drei, aber dahinter der deutsche Zweier! Allerdings ist auch der Zweier aus Südafrika noch dabei. Zur Streckenhälfte ziehen die Australier an Kanada vorbei, Neuseeland bleibt Dritter, Südafrika und Deutschland fahren um Platz vier. Gold und Silber machen Kanada und Australien unter sich aus, das scheint klar zu sein. Neuseeland sichert sich Platz drei. Doch immer noch kämpfen die jungen Deutschen mit den Südafrikanern um Platz vier! Die letzten 500 Meter brechen an. Die Medaillen sind verteilt. Aber der deutsche Zweier kämpft hier mit jedem Schlag um seine Position! Es ist der Hammer, wie Tom Lehmann und Felix Drahotta hier mitten in der Weltspitze mitfahren. Die Ziellinie kommt und Südafrika und Deutschland sind genau gleichauf! Vierter wird hier der, der grade zieht und – es ist der deutsche Zweier! Tom Lehmann und Felix Drahotta fehlen in diesem Finale gerade einmal drei Sekunden zu einer Medaille. Sie werden Vierte bei Olympia. Hut ab vor dieser Leistung!
Zieleinlauf: AUS, CAN, NZL, GER, RSA, USA

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Frauen-Doppelzweier

Großbritannien, Neuseeland, China, Amerika und Tschechien heißen die Gegner von Annekatrin Thiele und Christiane Huth. Auf Bahn eins gehen die beiden Deutschen ins Finale und kommen gut vom Start weg. China übernimmt erwartungsgemäß die Führung, aber dahinter liegt der deutsche Doppelzweier auf Platz zwei. Das sieht erst mal gut aus. Dennoch sind es nur Bruchteile von Sekunden, die alle Boote trennen. Kurz nach der 500-Meter-Marke greift der deutsche Zweier an! Mutig, was Huth und Thiele hier zeigen. Sie schlagen auch etwas höher als die Chinesinnen und schaffen es, den Chinesinnen eine dreiviertel Länge wegzufahren. Hochspannung in diesem Rennen! Denn jetzt schalten sich die Zwillinge aus  Neuseeland in den Kampf um die Spitze ein. Streckenhälfte und das deutsche Boot liegt vorne! Medaillenkurs für Deutschland. Neuseeland kommt heran, aber die deutschen Frauen wehren sich! Eine halbe Länge bleibt der deutsche Bug weiterhin vorne. Immer wieder sieht es so aus, als ob die Neuseeländerinnen herankommen können. Aber immer wieder wehren sich die Deutschen. Dreiviertel der Strecke ist absolviert und der Vorsprung für Deutschland beträgt immer noch eine dreiviertel Länge. Die Sensation liegt in der Luft! Annekatrin Thiele und Christiane Huth führen im Olymiafinale! Man will helfen, mit an den Skulls ziehen. Ein gewaltiger Endspurt im neuseeländischen Boot, die Zwillinge kommen mit Gewalt! Zehn Schläge noch und noch ein Luftkasten Führung für Deutschland, aber die Neuseeländerinnen kommen. Die deutsche Führung schmilzt zusammen, noch sind es zwanzig Zentimeter, jetzt nur noch ein Bugball. Das Ziel ist da und beide Boote gehen genau gleichauf über die Linie. Was für ein Rennen! Hat das gereicht für Thiele und Huth? Niemand weiß es, es kommt zum Zielfotoentscheid. Ganz Ruder-Deutschland drückt die Daumen, die Spannung hält weiter an. Endlos lange Augenblicke zwischen Hoffen und Bangen für die zwei Ruderinnen und alle Trainer und Fans. Plötzlich jubeln Fans auf der Tribüne und es sind die Neuseeländer. Mit einem Hundertstel setzen sich die Evers-Swindell-Zwillinge aus Neuseeland durch. Gold geht an Neuseeland, aber bravouröse Zweite werden Christiane Huth und Annekatrin Thiele. Sie gewinnen die olympische Silbermedaille in einem Rennen, das an Spannung kaum zu überbieten ist. Dazu und zur ersten Ruder-Medaille für Deutschland die herzlichsten Glückwünsche!
Zieleinlauf: NZL, GER, GBR, CHN, ..., ...

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Männer-Doppelzweier

Das erste Rennen heute ohne deutsche Beteiligung. Am Start sind Slowenien, Neuseeland, Australien, Estland, Frankreich und Großbritannien und zwischen diesen Doppelzweiern wird der Olympiasieg ausgefahren. Am besten kommt Australien uns Rennen und liegt nach 500 Metern vorne. Verfolgt wird das Boot von Slowenien und Großbritannien. Das Feld liegt dicht zusammen, aber eine Länge davor rudern die Australier souverän vorneweg. An der Streckenhälfte sind es immer noch die Australier, die diesem Rennen den Stempel aufdrücken. Dahinter sind die Boote noch dicht zusammen, mit Vorteilen für Großbritannien. Aber jetzt, da die zweite Streckenhälfte anbricht, geht das Rennen in die entscheidende Phase. Großbritannien und Estland liegen eine halbe Länge vor Neuseeland, alle noch im Kampf um Platz zwei. Gold scheint an Australien zu gehen, die allerdings noch heftig spurten. Dahinter wird es spannend! Im Schlussspurt sind Estland und Großbritannien gleichauf, die anderen Boote fallen zurück. Höchste Schlagzahlen nun in den Doppelzweiern und wieder Spannung bis zur Ziellinie! Der Olympiasieg geht an Australien und dahinter schaffen es die Esten, mit einem Bugball Vorsprung ins Ziel, werden Zweite vor Großbritannien. Altmeister Juri Janson aus Estland gewinnt hier olympisches Silber. Neuseeland rudert auf Platz vier vor Frankreich und den Weltmeistern aus Slowenien.
Zieleinlauf: AUS, EST, GBR, NZL, FRA, SLO

Männer-Vierer

Nach dem grandiosen Halbfinale des deutschen Vierers ist Marco Neumann erkrankt und kann heute nicht mit dabei sein. Für ihn kommt Jochen Urban aus dem Deutschlandachter ins Boot. Am Start liegen also Urs Käufer, Gregor Hauffe, Richard Schmidt und Jochen Urban gegen die Vierer aus Frankreich, Australien, Slowenien, Großbritannien und Tschechien. Die ersten Schläge sitzen im deutschen Boot, die Vier kommen gut vom Start weg. Nach der Startphase kommt der deutsche Vierer leicht in Rückstand, das Feld liegt eine halbe Länge davor. Nach 500 Metern ist es der sechste Platz für Deutschland, während Australien führt, aber nur knapp vor dem britischen Vierer. Kurz vor der Streckenhälfte liegen die Briten eine halbe Länge hinter Australien, das Feld knapp dahinter. Der deutsche Vierer hält ganz gut mit, weiterhin auf Platz sechs. Slowenien greift Großbritannien an, diese beiden Mannschaften rudern nun gleichauf. Auch die Franzosen auf Bahn eins wollen noch ein Wörtchen mitreden. Das wollen sich die Briten so nicht mehr länger anschauen und spurten auf dem dritten Streckenviertel. Aber die Australier kontern diesen Spurt und halten eine halbe Länge Vorsprung vor Großbritannien und Slowenien. Die Franzosen und Tschechen sind auf den Plätzen vier und fünf auf Tuchfühlung zur Spitze. Die Briten setzen erneut zu einem Spurt an und kommen mir wuchtigen Schlägen auf! 250 Meter vor dem Ziel schieben sie sich Schlag um Schlag an die Australier heran, schon sind die Bugspitzen der beiden Boote auf einer Höhe und die Briten ziehen vorbei! Australien hat dem nichts mehr entgegen zu setzen und muss die Briten ziehen lassen. Dahinter kommt plötzlich Frankreich noch heran und spurtet an den Tschechen und Slowenen vorbei auf Platz drei! Gold geht also fast traditionell an die Briten, Silber an Australien und Bronze an Frankreich. Vierter wird der Vierer aus Slowenien vor den Tschechen auf Platz fünf. Der deutsche Vierer wird Sechster. Ein Platz, der unter diesen Umständen im Vorfeld aller Ehren wert ist, wurde er doch in einem olympischen Finale errudert. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung an Jochen Urban, Richard Schmidt, Urs Käufer und Gregor Hauffe.
Zieleinlauf: GBR, AUS, FRAU, SLO, CZE, GER

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