DRV-Wanderruderpreis 2008 zur Erinnerung an Georg Winsauer

  • Auf der Weser. Foto: Frauke Wahrenholz (Hannover)
Pause am Ufer der Insel Wollin am Stettiner Haff. Foto: Uwe Kollwitz (Neustrelitz)

    Auf der Weser. Foto: Frauke Wahrenholz (Hannover)

  • Auf der Weser. Foto: Frauke Wahrenholz (Hannover)
Pause am Ufer der Insel Wollin am Stettiner Haff. Foto: Uwe Kollwitz (Neustrelitz)

    Pause am Ufer der Insel Wollin am Stettiner Haff. Foto: Uwe Kollwitz (Neustrelitz)

von Dr. Wolfgang Krutzke (Rostock)
25.08.2008 - 01:00 Uhr

Was hat sich geändert?

Die Auswertung der Wanderrudersaison 2007 ist beendet. Die Listen des DRV-Preis wurden zum letzten Mal nach dem langjährigen Muster erstellt. Die Sieger und Platzierten werden auf dem Wanderrudertreffen 2008 in Berlin geehrt. Mit der Ausschreibung für 2008 wurde die Basis des DRV-Preises geändert. Unter Mitarbeit des bewährten Mitstreiters Manfred Ganzer (Nürnberg) wurden dem Ausschuß Wanderrudern im November Vorschläge vorgelegt, die dort zur Umstellung der Basis des DRV-Preises auf aktive Ruderer führte. Als die Wanderruderer sich der allgemeinen Mitgliedermeldung der Vereine an den DRV anschlossen, sollte dieses vorallem eine Arbeitserleichterung bringen. Doch mit der Zeit stellte sich heraus, dass die Motive für die allgemeine Mitgliedermeldung und die der Wanderruderer einen objektiven und fairen Vereinswettbewerb durchzuführen, zu unterschiedlich waren. So zählen in der Zukunft nur die aktiven Ruderer für den DRV-Preis.

Aktiver Ruderer eines Verein ist, wer am Ende des zu betrachtendes Jahres Mitglied des Vereins ist und mindestens einen Kilometer gerudert hat und damit im Fahrtenbuch und in der Vereinskilometerliste urkundlich ist. Ein Grund mehr für die Vereine, das Fahrtenbuch ordentlich zu führen, bzw. für einige wenige das Fahrtenbuch überhaupt einzuführen. Die Meldung der aktiven Ruderer an den DRV sollte in vier Kategorien erfolgen: M1 männliche Ruderer bis 18 Jahre, M2 weibliche Ruderinnen bis 18 Jahre, M3 aktive Ruderer männlich 19 Jahre und älter, M4 weibliche Ruderinnen 19 Jahre und älter. Damit kann die traditionelle Auswertung in diesen Kategorien fortgeführt werden und die Leistungen unter dem Dach der DRJ gewürdigt werden. Stichtag für diese Teilung ist der 31.12. des zu meldenden Jahres. Das heißt, wer im Laufe des zu meldenden Jahres einschließlich dem 31.12. 18 Jahre alt wird, ist Jugendlicher.

Gestrichen von der Kilometerliste der Vereine werden alle Nichtmitglieder (N), Stichtag ist dabei der 31.12. des betrachteten Jahres, alle als Gäste (Mitglieder anderer Vereine) verzeichnete RudererInnen (G) und solche RuderInnen, die zwar Vereinsmitglieder sind, aber ihr Fahrtenabzeichen für einen anderen Verein einreichen (D).

Zu ergänzen ist die Vereinsmeldung mit Ruderern, die nicht im Verein rudern, aber dafür in Leistungszentren des Bundes oder der Länder oder bei Renngemeinschaftspartnern. Der Umgang mit ihnen und ihrer Kilometerleistung wird von Verein zu Verein sehr unterschiedlich gehandhabt. Manche unserer Kaderathleten tauchen im Vereinsfahrtenbuch überhaupt nicht auf, andere tragen ihre Trainingsleistung sehr genau im Heimatverein nach. Dagegen ist überhaupt nichts ein zu wänden, wenn die nachgetragenen und meist  zusammengefassten Trainingskilometer nicht zu Wanderfahrten umfunktioniert werden.

Es sei nochmals betont, die Kilometerleistungen der VereinsruderInnen interessieren den DRV nur insoweit, wie sie auf Wanderfahrten errudert werden bzw. durch eine Fahrtenabzeichenerfüllung dokumentiert werden. Diese Erhebungen laufen wie gewohnt für das Jahr 2008. Das heißt die Meldung der aktiven Ruderer könnte folgendes Aussehen hab

Name des Vereins

M bis 18

W bis 18

M 19 und älter

W 19 und älter

Summe

Anzahl Aktive Mitglieder (M+L)

 

 

 

 

 

Mit der Umstellung auf aktive Ruderer hat im DRV-Preis der Korrekturfaktor ausgedient, der die Rolle der nicht rudernden Vereinsmitglieder ausbalancieren sollte. Die Bewertungsformel lautet nun

[Wanderruderuderkilometer des Vereins] * Fahrtenabzeichenerfüllungen * 1000 / [ aktive Ruderer * aktive Ruderer]

Verändert wurde infolge der Umstellung auf aktive Ruderer auch die Gruppengröße der Vereine die sich in einer Kategorie und einen der Wanderpreise des DRV bewerben.

  • Gruppe A : Vereine mit 1 bis 30 aktiven RuderInnen
  • Gruppe B : Vereine mit 31 bis 80 aktiven RuderInnen
  • Gruppe C : Vereine mit 81 bis 150 aktiven RuderInnen
  • Gruppe D : Vereine mit 151 und mehr aktiven RuderInnen

Stichproben vor der Novembersitzung des Ausschuß Wanderrudern ergaben, dass bis auf zwei Ausnahmen, alle betrachteten Vereine in den bisherigen Gruppen blieben.

Ein Wort zum elektronischen Fahrtenbuch. Immer mehr Vereine bedienen sich dieses zeitgemäßen Mittel der Erfassung der Ruderfahrten und ihrer Auswertung. Natürlich ist das Ergebnis nur so gut, wie die Eingabe der Basisdaten. Der Autor Nicolas Michael (Berlin) bemüht sich, alle „wenn und abers“ umzusetzen, aber zum Schluss spätestens vor der Meldung zum DRV muss sich ein Insider die Ergebnisse anschauen und Fehler beseitigen. Es beginnt ja schon damit, dass ein falsch geschriebener Name einen neuen Ruderer bezeichnet und falsch oder gar nicht zusammengefasste Tagesfahrten nicht in die Fahrtenstatistik aufgenommen werden. Dank dem Autor von efa für die akribische Arbeit, die den DRV-Wettbewerb handhabbarer auf allen Seiten macht. Trotzdem kommt als neue Aufgabe für die Vereine nach der Saison 2008 die Aufgabe zu, die geforderte Unterschriftenliste für efa-Abrechner zu erstellen und einzureichen. Damit soll der Vereinsvorstand wieder für die korrekte Meldung ins Boot geholt werden und Doppelerfüllungen für verschiedene Vereine in einem Jahr vermieden werden.

Der Ausschuss Wanderrudern kam einfach nicht umhin, diese zu fordern, weil die Ungereimtheiten bei den efa-Meldungen zu groß waren. Auch das Finanzamt kommt nicht ohne unterschriebene bzw. authentifizierte Jahresmeldung aus. Wer rechtzeitig beginnt, die Fahrtenbuchauswertung zu machen, die Unterschriften der SportlerInnen einzuholen, kommt auch nicht mit dem Meldetermin 15.2.2009 in Konflikt.

Natürlich bleibt die traditionelle Papiermeldung, deren Unterlagen mit dem Wanderruderrundschreiben im Dezember verschickt wird, weiterhin gültig.

Nicht ändern wird sich die Struktur der Auswertung der Leistungen der Wanderruderer, auch wenn man als Leser der Zeitschrift „Rudersport“ ständig den Eindruck hat. Vollständig sind die Ergebnisse im Internet des Deutschen Ruderverbandes einzusehen und hier werden die jeweiligen Jahresergebnisse über Jahre und Jahrzehnte im Zugriff der Öffentlichkeit bleiben.

Nicht ändern wird sich auch das Agieren des Fehlerteufels. Hier bitten die Auswerter die Wanderruderer um Nachsicht und Hinweise zur Korrektur der eingeschlichenen Inkorrektheiten.

Die Höchstzahlen der Auswertung für das Jahr 2007 und die Strukturveränderungen für 2008 belegen, die Wanderruderwettbewerbe des DRV leben und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Finden wir also wie bisher Ruderkameraden, die die Auswertungen und Meldungen erstellen und die Sache angehen.