Wanderruderer ehrten ihre Besten 43. WRT ging in Berlin mit Festakt zu Ende
Lothar Brandt ist in Berliner Rudererkreisen nur als „Willy“ bekannt. Gerade ist er 75 Jahre alt geworden. Trotzdem, die Behändigkeit, mit der er ins Boot springt, nötigt manchem Jüngeren höchsten Respekt ab – zumal Willy seit früher Jugend gehandicapt ist: Er ist beinamputiert. Als das 43. Wanderrudertreffen des DRV am Sonntag mit einem Festakt im geschichtsträchtigen Gebäude des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg zu Ende ging, gehörte Lothar Brandt zu den besonders Geehrten. Denn er hatte im Jahre 2007 zum 50. Mal das Fahrtenabzeichen erworben. In ganz Deutschland gibt es bisher nur sieben Ruderinnen und Ruderer, die eine derartige Langzeitbilanz vorweisen können.
Der DRV-Vorsitzende Siegfried Kaidel hatte die Feierstunde eröffnet. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Verbandes würdigte er den Beitrag der Wanderruderer zum Erfolg des Verbandes, der nicht nur in Titeln und Medaillen zu messen ist. Als Vertreter des Senats und seiner Sportverwaltung betonte Harald Bösch-Soleil die Verbundenheit der Berliner zu Wasser und Wassersport. Den Glückwünschen zum DRV-Jubiläum und zum erfolgreichen Verlauf des Treffens schlossen sich Vertreter des Berliner Sports und der Kommunalpolitik an.
Prof. Dr. Arnim Nethe, in einer Person Ressortvorsitzender für das Wanderrudern im DRV-Vorstand und Mitorganisator des WRT, nahm schließlich die Ehrung von Jubilaren und Wettbewerbssiegern vor. Neben Lothar Brandt (Pro Sport Berlin 24) hat auch Ingeborg Kirsch (SV Dresdenia Berlin) den Fahrtenwettbewerb im letzten Jahr zum 50. Mal erfüllt. Die Liste der Äquatorpreisträger verlängerte sich um weitere drei Dutzend Namen. Rund 390 Frauen und Männer haben inzwischen eine Strecke von mehr als 40.077 Kilometern im Ruderboot zurückgelegt. Der jüngste Preisträger ist seit diesem Jahr Stefan Verhoeven, der die Welt im Alter von 23 Jahren bereits einmal umrudert hat. Sogar ihre dritte „Erdumrundung“ vollendeten im vergangenen Jahr Gert Lehmann (Berliner Rudergesellschaft) und Hans-Georg Regenbrecht (BRK Brandenburgia).
Die schwergewichtigen Wanderruderpreise für 2007 gingen an den Ruderclub Kleinmachnow Stahnsdorf Teltow, der am Rande Berlins beheimatet ist, sowie zum wiederholten Male an die Ruderer des Vereins Pro Sport Berlin 24, die Rudergemeinschaft Grünau und den Ruder-Tennis-Hockey-Club Bayer Leverkusen. Die Vereine sind nach ihrer Mitgliederzahl in vier Gruppen eingeteilt. Da diese Gruppeneinteilung seit 2008 neuen Kriterien folgt, darf man gespannt sein, wer die Wanderpreise im nächsten Jahr gewinnt.
Gespannt sind die Ruderer auch darauf, wer 2009 das Wanderrudertreffen organisiert. Denn erstmals seit Langem konnte Arnim Nethe, als er das WRT mit einem Dank an ungezählte Helfer für beendet erklärte, keinen Ausrichter für das nächste Jahr präsentieren. Gewiss aber ist, dass Lothar (Willy) Brandt das 51. Fahrtenabzeichen erhält. Denn natürlich hat er den Wettbewerb 2008 längst erfüllt.




