24. Roseninselachter war trotz schwierigster Bedingungen ein Erfolg
Reibungslose Vorbereitungen bis zum Bombenalarm
Die Vorbereitungen um der Rekordzahl von 75 Mannschaften eine attraktive Regatta zu bieten liefen planmäßig. Sorgen machte anfangs der Woche nur der Wetterbericht, der Regen und wenig Wind bei nur 10 bis 12 Grad verhieß. Fünf Tage vor dem Start dann aber der große Aufreger: Im Starnberger See wurde ein Weltkriegstorpedo gefunden und die nördliche Seehälfte (inkl. Regattastrecke) komplett gesperrt. Als am Abend des 17.9. das Projektil endlich in die Luft gejagt werden konnte, fiel allen ein Stein vom Herzen.
Der Regattatag – freundlich und kühl aber immer windiger – schon beim ersten Lauf Probleme für Rennboote
Trotz immer stärker auffrischendem Ostwind ging der Start der ersten Abteilung um 11 Uhr noch problemlos über die Bühne. Auf dem Weg zur Roseninsel nahm aber der Wellengang mehr und mehr zu - insbesondere einige Rennboote hatten bereits schwer mit Wassereinbrüchen zu kämpfen. Scheinbar davon völlig unberührt zog der mit Ruderern vom Münchner Ruderclub von 1880 und Landshuter Ruderverein und einer Steuerfrau vom MRSV Bayern besetzte Rennachter mit der Startnummer 13 (!!!) seine Bahn und landete mit großem Vorsprung einen ungefährdeten Start/Zielsieg. Die 42:46 min. waren unter den schwierigen Umständen zweifellos eine besondere Leistung und sollten Tagesbestzeit bleiben. Der „Bayerische Löwe““ ging daher an diese Mannschaft, wie schon – mit teilweise veränderter Besatzung - in beiden Vorjahren. Hinter dem Gesamtsiegerboot platzierte sich an zweiter Stelle– das hatte es noch nie gegeben - bereits ein Gig-Doppelachter. Die Ruderer vom Veranstalter MRSV Bayern und der Rudergemeinschaft München 72 schafften mit 45:42 min. nicht nur die zweitbeste Zeit dieses Laufs sondern auch der Gesamtwertung. Ebenfalls in der ersten Abteilung am Start waren Ruderinnen vom MRSV, vom Tutzinger Ruderclub, von der RGM 72 und vom Regensburger Ruderclub, die den vom Hauptsponsor des Roseninselachters - der Münchner Hausbank -gestifteten Pokal für den absolut schnellsten Frauenachter mit nach Hause nehmen konnten.
Wegen zunehmenden „Seegangs“ im 2. und 3. Lauf nur noch Gigboote am Start
Bis zum Start des zweiten Laufs hatte der „Seegang“ weiter zugenommen und das Rudern noch mehr erschwert - besonders für die Teilnehmer mit wenig Erfahrung im „Seerudern“. Nach Rücksprache mit dem Hauptschiedsrichter musste daher entschieden werden, keine Rennboote mehr an den Start zu lassen. Der Großteil der Gig-Boote kämpfte sich aber ins Ziel. Alle hatten viel, die meisten sehr viel Wasser an Bord, bei drei Booten mussten DLRG und Wasserwacht zu Hilfe eilen. Wegen des Startverbots für Rennboote, wurde alles versucht, möglichst vielen Betroffen einen Start in einem „Leih-Gig zu ermöglichen.
Der dritte Lauf fand dann unter ähnlich schwierigen Bedingungen statt – drei Gig-Boote konnten das Rennen nicht beenden. Frenetischen Applaus (und anschließend eine Runde Freibier) gab es für die Mannschaft des Akademischen Rudervereins zu Leipzig, die es schaffte, ihr kurz vorm Ziel untergehendes Boot schwimmend über die Ziellinie zu schieben.
Roseninselachter 2008: Härtetest für die Mannschaften – attraktives Spektakel für Zuschauer
So hart es für die Teilnehmer war - für die zahlreichen Zuschauer auf der Seepromenade stellte sich der 24 Roseninselachter also besonders eindrucksvoll dar. Hinzukam, dass sie von der Degerndorfer Blasmusik gut unterhalten wurden. Auch die Verkaufs- und Informationsstände wurden rege besucht und zahlreiche Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich nach den strapaziösen Rennen im Physio-Zelt wieder fit machen zu lassen. Die von der Hausbank München gestellte Hüpfburg fand großes Interesse ebenso das Angebot an Speis und Trank, zumal die Casino-Wirte den Umständen entsprechend kurzfristig auch Glühwein ins Angebot aufgenommen hatten.
Ende gut – alles gut
Vor und nach der Pokalverleihung - die wieder vom 1. Starnberger Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger vorgenommen wurde - sorgte die ins Festzelt gewechselte Blasmusik für gute Laune. DJ Fossi- schaffte es anschließend die Stimmung weiter anzuheizen. Nicht zuletzt viele unserer „Badegäste“ haben das Tanzbein heftig geschwungen. Glaubwürdigen Bekundungen zufolge – der Chronist war zum Schluss nicht mehr zugegen - dauerte die Roseninselparty bis weit nach Mitternacht.
Bei allen Problemen: Dank verständnisvoller Aktiver und Besucher und einer engagierte Mannschaft der Veranstalter: auch in diesem Jahr ein schönes Ruderfest
Trotz der geschilderten Umstände war der 24. Roseninselachter nach dem Urteil vieler Teilnehmer wieder ein Erfolg. Das war aber nur möglich weil unsere z.T. von weit angereisten Gäste ungeachtet der angesprochenen Unannehmlichkeiten Fassung und Humor bewiesen und Verständnis für die unvermeidlichen Entscheidungen von Wettkampfgericht und Veranstaltern aufbrachten (z.B. konnte ein spontan ins Auge gefasster 4. Lauf für die Rennbootbesatzungen, die nicht hatten starten können aus Sicherheitsgründen dann doch nicht mehr gestartet werden). Für diesen wahren Sportsgeist ist allen nochmals ausdrücklich zu danken. Auch die Organisationsgruppe und ihre zahlreichen Helfer waren ganz besonders gefordert. Besonders erwähnt werden müssen hier das Regattabüro (Regina Rudolf und Team). Sie mussten – schon normalerweise gut ausgelastet - wegen der Laufänderungen und Verschiebungen und den damit zusammenhängenden Bootswechseln nicht nur die Melde- Start- und Ergebnislisten laufend umbauen, sondern waren auch noch ständig mit Nachfragen von Regattateilnehmern konfrontiert – ein (zum Glück vorübergehender) Stromausfall kam noch hinzu. Eine Mammutaufgabe hatte auch unser Regattasprecher Maximilian Mendius zu bewältigen: Weil die vorgesehene zweite Sprecherin ausgefallen war, hatte er keine Ablösung. Weil er auf der Promenade für alle sichtbar agierte, war er noch dazu ungeplant aber unvermeidbar ständig mit Rückfragen der Aktiven nach Änderungen bei den Startzeiten, der Bootszuordnung usw. konfrontiert. Dennoch hat er seine gute Laune bewahrt und weiter vermittelt sowie die Zuschauer über Rennverlauf und Ergebnisse unterrichtet und noch Zeit gefunden für Laien verständliche Informationen über den Rudersport einfließen zu lassen. Entscheidenden Anteil daran, dass letztlich alles gut gegangen ist hatten die Frauen und Männern auf den Motorbooten des Bayerischen Roten Kreuz, der DLRG und des MRSV Bayern. Dank ihres beherzten Einsatzes wurden alle schiffbrüchigen Teilnehmer sicher und gesund zurückgebracht, aber auch Boote, Riemen, Skulls, Steuer usw. „gerettet“. Ihnen allen sei hiermit nochmals herzlich gedankt.
Uns bleibt zu hoffen, dass der 24. Roseninselachter Aktiven und Zuschauern trotzdem gefallen hat und wir uns alle bei der 25. der „Jubiläumsregatta“ am Starnberger See wiedersehen und zwar - wie wir das eigentlich gewohnt sind – bei ruhigem Spätsommerwetter.
Bereits am Samstag, den 27.9.08 treffen einige Mannschaften erneut zusammen. Dann findet der dritte Lauf des Alpenachter-Pokals, das „Blaue Band vom Wörthersee“ statt (nach dem Passauer Inn-River-Race sowie dem Roseninselachter). Hier werden die Gesamtsieger in den verschiedenen Klassen ermittelt - der MRSV-Bayern wird dort mit mehren Bootsbesatzungen am Start sein.
für das Organisationsteam:
Dr. Hans Gerhard Mendius Öffentlichkeitsarbeit Roseninsel-Achter, MRSV Bayern
Mail: hans(at)mendius.de Tel: 08151/89055 ; mobil: 0177 80 46 062
- Links:
- www.roseninsel-8er.de


