DRV-Ausbildung Trainer C

  • Übungen mit dem Theraband
Suchtprävention mit Rollenspiel 
Auf der Slackline
Wanderfahrt auf der Trave
Roberto immer am Ball
Das Gruppenbild

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von Andreas König
10.12.2008 - 15:22 Uhr
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Wie wird man in zwei Wochen zu „Karl-Adams-Jüngern“?

Betritt man das Foyer der Ruderakademie in Ratzeburg, fällt einem sofort die bronzene, mit Medaillen besetzte Büste Karl Adams auf. Von einer besonderen Aura umgeben, thront sie dort auf einem Wandbrett unter einem Glaskasten. Zwei Wochen lang passierten wir diesen Schrein mehrmals täglich. Der legendäre Trainer, dessen Wirkungsstätte Ratzeburg war, nahm uns allmählich in seinen Bann. „Kalle“ lebte mit uns in dieser Zeit einen sehr intensiven Alltag. 

Doch wie fing es an? Ende September trafen sich in Ratzeburg 23 Ruderer unterschiedlichen Alters aus ganz Deutschland, um die unterste Stufe der Trainerlaufbahn zu erklimmen. In den Vereinen sind wir bereits zuständig für die Kinderbetreuung, das Juniorentraining oder die Erwachsenenausbildung. Manch einer dachte noch, dass ihn vierzehn Tage Urlaub erwarten. Doch das Programm veranschaulichte gut das enorme Pensum. Für den Erwerb der Trainer C-Lizenz muss zwar mittlerweile keine Prüfung mehr abgelegt werden. Dafür hatten wir uns in kleinen Gruppen Themen zu erarbeiten, die vor dem Plenum präsentiert werden sollten. Anfangs noch sehr gelassen, traf man uns abends in der Sitzgruppe neben „Kalle“ vor dem Getränkeautomaten an. Kaum ein Abend, an dem die „Krombacherleuchte“ nicht auf ein leeres Bierfach im Automaten hinwies. Je weiter der Lehrgang fortschritt, desto mehr sah man uns jedoch in kleinen Grüppchen verstreut an unseren Projekten arbeiten. Dazu hatten wir nur ab 20.30 Uhr die Gelegenheit, nach einem Tag, der um 8.00 mit dem Frühstück begann und mit dem Abendessen noch nicht endete. Denn danach stand das Hallentraining auf dem Plan. Dieses wurde anfangs noch durch die Seminarleiter durchgeführt, später aber von Teilnehmern geplant und angeleitet. Die Halle bot uns schließlich den tagsüber im Seminarraum vermissten Ausblick auf den Ratzeburger See. Für Sport blieb uns so nur in den Abendstunden Zeit. Häufig wurde nach dem offiziellen Hallensport noch im Kraftraum weiter trainiert – bis die Zeitschaltuhr das Licht ausknipste. Rudern konnten wir dagegen nur morgens vor dem Frühstück. Eine von Teilnehmern geplante Wanderfahrt auf Lübecker Gewässern stellte daher eine willkommene Abwechslung dar. Die Planung und Durchführung von Wanderfahrten stand ebenso auf unserem Lehrgangsplan, wie u. a. Trainingsplanung, Bootstrimmen oder Rudertechnik. Ergänzt wurde der ruderspezifische Teil durch gleichfalls wichtige Themen, wie Zielgruppen im Verein, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ein Vortrag über Ernährung, der wegen eines verhinderten Referenten fast hätte ausfallen müssen, wurde souverän von einer Ernährungswissenschaftlerin aus dem Teilnehmerkreis gehalten. Rundum haben wir einen sehr guten Einblick in das Tätigkeitsfeld des Rudertrainers erhalten. Unsere motivierte Teilnehmergruppe entwickelte sich in kürzester Zeit zu einer erstaunlich homogenen Gemeinschaft. Die Teamentwicklungsübungen zum Ende unserer Ausbildung waren für uns ein leichtes. Schließlich nannten wir uns „Karl-Adams-Jünger“. An unserem Abschlussabend, der sogenannten Ballnacht, gipfelte unsere Verbundenheit in einer extra von dem Küchenteam angefertigten Torte mit „KAJ“-Schriftzug. Doch selbst an diesem Abend zog es einige nochmals vor den PC, um die Präsentation des Prüfungsthemas für den letzten Tag zu vollenden. Der Aufwand lohnte: Der DRV vergab den Ruderern die Trainer C-Lizenz. In Hochstimmung wollten wir uns geschlossen zur Trainer B-Ausbildung anmelden. Vielleicht in zwei Jahren mehr von „Karl-Adams-Jüngern“!

Katharina Günther, RC Schieder