Interview mit RBL-Praktikant Patrick Amrhein

Patrick Amrhein wohnt in Köln und studiert seit Oktober 2007 an der Deutschen Sporthochschule Köln Sportmanagement. Der geborene Mindener begann seine Ruderkarriere beim Bessel RC Minden, dem er bis heute treu geblieben ist. Seit Anfang März unterstützt er in seinen Semesterferien als Praktikant das Ruder-Bundesligateam bei den Vorbereitungen zum Ligastart am 25. April in Münster. Sponsorenmappen für Bundesliga-Teams, Lizenzanträge, Pressberichte: Der 22-jährige ist in die Gesamtorganisation der Rennserie voll eingebunden.

von Arne Simann
04.04.2009 - 10:22 Uhr
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Patrick, du bist der erste RBL-Praktikant der noch jungen RBL-Geschichte, warum hast du dich ausgerechnet für ein Praktikum bei uns entschieden?

„Schon im Oktober vorigen Jahres habe ich mitbekommen, dass die Idee vom Ligabetrieb in den Köpfen heranreift. Dort hatte ich schon gleich meine Unterstützung signalisiert, falls sich in Sachen Ruder-Bundesliga Konkreteres ergeben würde. Ich hätte nicht gedacht, dass die Idee zu diesem Zeitpunkt schon so konkret war, dass bereits in 2009 die erste Saison über die Bühne gehen wird. Mitte Januar kam dann die Info von Nils. Jetzt habe ich die  Klausurphase hinter mir. Kopf ist frei. Es geht los. Ich bin Dabei! Und das Mitgestalten an einem so wichtigen Projekt für die Vereinsachterszene und die Vereine in Deutschland macht zudem auch noch sehr viel Spaß.“

Warum glaubst du an die Ruder-Bundesliga?

„Ich finde das Konzept der Achtersprintcups, die in den letzten Jahren gut von den Crews angenommen wurden, in eine einheitliche, auch überregional zu vermarktende Rennserie zu bringen sehr interessant und spannend. Gerade wenn ich überlege, wie schwierig es bei uns zuhause in Minden beim Bessel RC immer wieder ist, Außenstehenden zu erklären, was welche Siege auf welchen Regatten wert sind, wird es durch das Ligasystem endlich einfacher, Leistungen einzuordnen. Das versteht jeder wenn ein Team Tabellenführer ist oder unter Abstiegsangst leidet, ohne sich erst mühsam mit den Feinheiten eines Sports auseinander zu setzten. Glücklicherweise haben medienträchtigere Sportarten wie Fussball, Handball oder Basketball das Ligasystem ganz gut in den Köpfen der deutschen Zuschauer etabliert, so dass auch ruder-unkundige mittels dieses Wissens und einer vorausgesetzten Transferleistung den Rudersport schnell und gut einordnen können. Außerdem wird es wohl in Zukunft spannender sein, wenn man von einem Ruderrennen Start und Ziel mit eigenen Augen sehen kann und nicht die ersten 1.500 Meter erahnen muss.“

Was wird dein Aufgabenbereich in den nächsten Wochen sein?

„Das Spektrum ist breit, eigentlich alles was mit der RBL zusammenhängt. Es geht von Korrekturarbeiten an Lizenzordnungen und Ausschreibung über Presseberichte bis zur Erstellung von Sponsorenmappen und ähnliches. Zurzeit arbeite ich hauptsächlich an Sponsorenmappen, die wir für die Bundesligavereinen bereit halten, um für Bootssponsoren für ihre Achter zu finden. Dann werden in den nächsten Wochen die Lizenzanträge ankommen, die dann geprüft und abgearbeitet werden müssen. Zudem bin ich in die Öffentlichkeitsarbeit und die Gesamtorganisation der Serie eingebunden.“

Was glaubst Du wird aus der Ruder-Bundesliga in Zukunft werden?

Im besten Fall wird sich diese neue Idee soweit durchsetzen, dass es nicht bei der 1. und 2. Ruder-Bundesliga bleiben wird. Wenn die Vereine feststellen, dass man so dem Vereinsleben ein Highlight hinzufügen kann, werden in Zukunft noch viele weitere Vereinsachter hinzukommen. Bundesliga-Boote sind für alle interessant, die jungen Ruderer schauen von unten auf „die Großen“ im  Ligaachter, die aktiven Ruderer haben weitere Motivation um sich für einen Ruderplatz im Frauen- oder Männerachter zu empfehlen. Selbst die  mittlerweile Passiven interessieren sich oder lassen sich bestimmt dafür interessieren  wer aus dem Verein gerade einen Stammplatz im Bundesliga-Team hat und für die Öffentlichkeit ist Identifikation durch die regionalen Team-Namen gegeben. Eigentlich in allen Belangen bietet ein Bundesligaachter Potenzial, die Vereine weiterzuentwickeln, was jahrelang brach lag. Die RBL relativ kurzfristig zu starten ist zwar ein Risiko, aber eigentlich lange überfällig und birgt unglaubliches Wachstumspotenzial, wie man schon an den Meldezahlen im ersten Jahr erahnen kann. Letztendlich sollte jeder Verein seinen eigenen Clubachter haben.

Du kommst aus Minden, studierst in Köln und arbeitest jetzt in Hannover. Wie kommst Du mit dem Ortswechsel und der neuen Umgebung bei RBL und DRV klar?

Das ist alles überhaupt kein Problem. Der DRV unterstützt die RBL sehr gut. So habe ich direkt einen Arbeitsplatz in der sportlichen Schaltzentrale Niedersachsens direkt am Maschsee. Meine Freundin wohnt außerdem in Hannover, so dass ich mit den Örtlichkeiten schon ganz gut vertraut bin. Außerdem kann ich nach der Arbeit noch laufen, rudern oder Fussball spielen. Da sind Nils und Arne dann eh meist dabei, so dass die geistige Arbeit an dem RBL-Projekt immer stattfindet und schon fast mit der Freizeit verschmilzt. Nach vier Wochen in Hannover kann ich zumindest schon sagen, dass ich hier mehr gelernt habe, als in den bisherigen 3 Semestern meines Studiums. Nichts gegen die „Spoho“, aber erst in der Praxis merkt man, worauf es letzten Endes wirklich ankommt. Und weil die ganze Sache Spaß macht, werde ich das Projekt RBL, auch nach meiner Praktikumszeit vor Ort, weiter von Köln aus  unterstützen. Ich freue mich schon zu sehen, ob am ersten Rennwochenende in Münster alles klappt, wie wir es uns vorgestellt haben.

Vielen Dank für das Interview und vor allem für die Hilfe, Unterstützung und Arbeit am Projekt Ruder-Bundesliga 2009.

Dateien:
2009_-_Stellenausschreibung_Praktikant.pdf27 K