Ligarat der Ruder-Bundesliga (RBL) beschließt Regeländerung

von Arne Simann
04.05.2009 - 22:00 Uhr

Auf der ersten Ligaratssitzung während der Bundesliga-Premiere in Münster, kam der neue RBL-Ligarat zum ersten Mal zusammen. Nach vielen guten Gesprächen zwischen den Vertretern der einzelnen Vereine und Liga-Achter kam es dann auch zu einer ersten Abstimmung mit Konsequenzen für den weiteren Wettkampfmodus.

Nahezu einstimmig beschlossen die Vertreter der Vereine, dass fortan, also ab dem Austragungsort in Ratzeburg, jede Bundesligamannschaft bis zu vier Ruderinnen oder Ruderer auswechseln darf. Im Gegensatz zum Fußball kann man auch wieder eingewechselt werden. Insgesamt ist die Wechsel-Reglung jedoch auf vier Transaktionen (Eine Einwechslung bzw. eine Auswechselung wäre je 1 Transaktion) beschränkt.

Alle Sportler und Vereine waren sich einig, dass diese Änderung ausschließlich der Attraktivitätssteigerung der RBL dient, da die Teams jetzt nicht nur mehr taktieren können, sondern gleichzeitig auch den mitgereisten Ersatzruderern eine Einsatzchance in einem der 6 bis 7 Rennen pro Wochenende bieten können. Letztendlich dient diese demokratisch beschlossene absolut transparente Regeloptimierung also dem Mannschaftsgeist, dem sich die Vereine unterworfen haben, um auch Ruderern Einsatzzeiten zu verschaffen, die voll mittrainieren, sonst jedoch nur auf der Ersatzbank sitzen müssten, was für jeden gut trainierten Sportler mit echtem Sportsgeist natürlich eine Qual darstellt.

Auch aus medialer Sicht ist dieses neue Instrument der Dynamik absolut zu begrüßen, da dem Zuschauer viel mehr über Bewegung und Taktik in der Mannschaftsaufstellung berichtet werden kann. Ferner werden sogar die Regattaärzte entlastet, da der Verdacht bestand , dass sich der eine oder andere Sportler nur ein ärztliches Attest geholt und eine Erkrankung vorgetäuscht hat, um wechseln zu können.

Um den Sportlern da entgegen zu kommen, hat die Ruder-Bundesliga die neue "4er-Wechsel-Regel" mehrheitlich mit Rückhalt und auf ausdrücklichen Wunsch der Vereine verabschiedet, so dass sie ab dem zweiten Bundesliga-Wochenende in Ratzeburg greifen wird. Alle Beteiligten waren sich einig, dass mit der neuen Wechsel-Strategie der Rudersport attraktiver und analog z.B. der Fussball-Liga auch transparenter gemacht wird. Warum sollten Fussballer mit einem 22-Kader 3x auswechseln dürfen in einem Spiel und Ruderer mit einem 16er-Kader in 6 Rennen nicht? Da niemand diese Frage hinreichend beantworten konnte, freuen wir uns also auf noch spannendere Sprints in der "Liga".