Nord-Derby Bremen – Hamburg auf dem Wasser
Am 09. Mai 2009 kämpfen die Jacobs University Bremen und die Hamburg School of Business Administration (HSBA) erneut beim Ruderrennen „Hanse Rowing Cup“ auf der Alster um den Sieg. Ausgetragen wird der jährliche Wettkampf, der 2008 Premiere feierte, in Achter-Gigs auf der Außenalster zwischen Krugkoppel- und Kennedybrücke. Der Startschuss fällt um 16:45 Uhr. Fans und Zuschauer können das Rennen vom Alsterufer aus verfolgen.
Mitten in der Fußballsaison, einen Tag vor der Bundesliga-Begegnung der Erzrivalen HSV und Werder Bremen, sorgt der „Hanse Rowing Cup“ zwischen der Jacobs University und der HSBA für ein weiteres spannendes und unterhaltsames Match in der traditionsreichen Konkurrenz der beiden Hansestädte. Sportsgeist, Schweiß und absoluter Siegeswille gehören zu dem Wettstreit der beiden Privathochschulen auf der Alster ebenso dazu, wie die Fans, die ihr Team vom Alsterufer aus lautstark unterstützen – ganz nach dem Vorbild des britischen Ruderklassikers „Boat Race“ zwischen Oxford und Cambridge. Was auf den ersten Blick wie pure Gaudi wirkt, ist in Wirklichkeit ein hartes Stück Arbeit: Beim dem Rennen, das letztes Jahr zum ersten Mal in dieser Form stattfand, liefern sich die Sportler der Jacobs University und der HSBA über eine Distanz von 2300 Metern einen Kampf bis zur Schmerzgrenze und um Sekundenbruchteile.
Nachdem das HSBA-Team im letzten Jahr in einem knappen Finish mit einer halben Bootslänge gewann und den 1 Meter hohen Wanderpokal mit nach Hause nehmen durfte, setzen die „Jacobs Buccaneers“ (= Jacobs Seeräuber), wie sich die Rudercrew der Jacobs University nennt, nun alles daran, dieses Jahr das Rennen für sich zu entscheiden: „Seit März ist unser Team zum Training mindestens dreimal pro Woche auf dem Wasser“, sagt Michele Lapenna, Sportkoordinator der Jacobs University. Dazu komme regelmäßiges Lauftraining, Radfahren und Ausdauertraining an Ruderergometern, so Lapenna weiter. Der diesjährige Kader ist so international wie jede Studentengruppe an der Jacobs University. Die 10 Ruderer und zwei Steuerfrauen stammen aus sieben verschieden Ländern: Bulgarien, Deutschland, Litauen, Puerto Rico, Rumänien, USA und Zimbabwe. Lapenna: „Das Team ist fit – das zeigen die 2000-m-Ergotests – und die Stimmung ist gut. Wir freuen uns auf die Revanche!“ Aufgrund ihres Sieges im Bahnverteilungsrennen beim Jacobs ErgoCup im Februar hat die HSBA zwar das Vorrecht auf die Wahl der Ruderbahn – aber das spornt die Herausforderer nur umso mehr an.
Dass der Optimismus der Jacobs Buccaneers nicht ganz unberechtigt ist, zeigt ein Blick auf das traditionsreiche Ruderduell in Großbritannien, in dem die alljährlichen Rennen zwischen den Eliteuniversitäten Cambridge und Oxford seit 1829 längst fester Bestandteil der Sportgeschichte sind: Das erste "Boat Race" auf der Londoner Themse gewann zwar das Team aus Oxford, die meisten Siege kann bis heute aber der Gegner Cambridge verbuchen. Für welche Mannschaft der beiden hanseatischen Privatunis sich die Mühen des harten Trainings am Ende auszahlen, wird sich am zweiten Maiwochenende zeigen, wenn auf der ältesten Ruderrennstrecke Europas der Startschuss fällt. Im Anschluss an die Siegerehrung um 17:00 Uhr können die Teams und Fans beider Hochschulen dann auf dem HSBA-Sommerfest beim gemeinsamen Feiern das Kriegsbeil bis zur nächsten Runde begraben und zeigen, dass es bei allem Ehrgeiz am Ende vor allem Spaß und Miteinander geht.
Mit dem jährlichen Ruderrennen wollen die beiden privaten Hochschulen ihre Freundschaft zueinander stärken und weiterentwickeln, zugleich aber auch die Bekanntheit des universitären Rudersports in Norddeutschland steigern. Darüber hinaus erfordert die Sportart ein hohes Maß an Zusammenarbeit und stellt für die teilnehmenden Studenten eine gute Gelegenheit dar, neben ihren sportlichen Fertigkeiten auch häufig geforderte Softskills wie Teamgeist, Kollegialität und Fairness zu trainieren.
