90 Jahre Geburtstag Lübecker Frauen-Ruder-Klub - Wanderfahrt vom 9./10. Mai 2009

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Der Lübecker Frauen-Ruder-Klub wurde am 24. April 2009 stolze 90 Jahre alt. Frauen mit 90 sind ja meist nicht mehr ganz so dynamisch, aber der LFRK ist es allemal. Wenn auch erst in 10 Jahren das „große“ Jubiläum ansteht, so wurden diese 90 Jahre mit vielen Mitgliedern und Fans des Clubs gefeiert.

Margrit Wermbter organisierte mit Hilfe von Lisa Börms eine Wanderfahrt von Lübeck nach Travemünde. 49 Ruderinnen trafen sich am 9. Mai auf dem Bootsplatz und wurden auf 8 Vierer und 3 Dreier aufgeteilt. Dabei waren jung und alt bunt gemischt. Zusätzlich zu den vielen in rot gekleideten Ruderinnen tummelte sich dort auch eine „blaue“ Lübeckerin (LFRG) sowie 10 Ruderinnen aus Berlin, Bremen, Eutin, Hamburg und Schleswig.

Bei richtig schönem Ruderwetter waren die 11 Boote schnell im Wasser. Unser 1. Tagesziel war Schlutup, dort sollte die Mittagspause stattfinden. Groß war die Überraschung aller, als wir dort eintrafen, denn soooo viel Schlamm hatten wir dort noch nie gesehen. Wir waren da, das Wasser leider weg. Keck meinte jemand: Es ist gerade Ebbe.... , aber Schuld hatte wohl eher der Ostwind. Normalerweise ziehen wir dort die Boote auf Sand, jetzt sah man 11 schmuddelige Boote und 98 unsaubere Frauenfüße ......... sowie 2 schmutzige Männerfüße.
Wenn auch auf der richtig schön gedruckten Einladungskarte „Ladies only“ stand, so hatten die Organisatorinnen doch 3 für uns sehr wichtige Männer eingeplant, die zwar nicht uns auf Händen trugen, aber dafür und viel wichtiger unsere Boote und unser Landgepäck. Die Füße im Schlamm gehörten Dieter Wermbter, der unermüdlich half und dabei trotzdem nie die Übersicht verlor.

Die Pause inclusive Marzipan und Sekt machte uns wieder munter und weiter ging dann die Fahrt auf der Trave Richtung Travemünde. Es waren nur verhältnismäßig kleine Wellen und wenig Wind, wir kamen schnell voran.
Klar ist an einem sonnigen Sonnabend ganz Travemünde auf den Beinen, aber auf dem Wasser ging es verhältnismäßig ruhig zu. Vorbei an den 2 Fähren fuhr ein Teil unserer Boote zur Slipanlage und Harro Fiehn, der dort die „Trage“-Regie führte, die anderen Boote legten gleich am Steg in der Nähe der Passat an.

Die “Passat“, erbaut 1911 und somit noch etwas älter als der LFRK, war unser Domizil zum Feiern, Essen, Schlafen. Auf dem Segler waren schon die Kaffeetische liebevoll für uns sowie 17 ältere Clubkameradinnen gedeckt, die extra mit dem Dampfer von Lübeck gekommen waren. Der Dampferkapitän hatte sie –außerhalb des Fahrplans- direkt! an der Passat abgesetzt.   Auf jedem Teller lag der rote Stern des LFRK in Form eines Kekses, eine tolle Idee. Nach der Stärkung gab es die Möglichkeit, an zwei Führungen teil zu nehmen, um das Schiff besser kennen zu lernen. Viele zogen es vor, die steilen Treppen zu den Kojen hinab zu klettern, um die Betten zu beziehen und die durchgeschwitzten Ruderklamotten los zu werden.

Die offiziellen Glückwünsche für das Geburtstagskind gab es nach dem Abendessen, nachdem die Vorsitzende Doris Dreyer die Clubgeschichte hatte Revue passieren lassen. Dabei wurden auch einige „Flachgeschenke“ verteilt. Untermalt von Akkordeonmusik wurde das treueste Clubmitglied Hannelore Lange mit einem Blumenstrauß geehrt, die seit 1946! Mitglied des LFRK ist. Viel Applaus bekam auch Hanne Niedler, die auf der letzten JHV zum Ehrenmitglied ernannt worden war. Ihre Schwester Ulrike Geißler - Vorgängerin von Doris Dreyer – wuchs um mindestens 1 Meter, weil sie endlich erstmals in ihrem Ruderleben das DRV-Fahrtenabzeichen überreicht bekam. Ja, man soll nie „nie“ sagen!

Der Abend auf der Passat klang mit Klönen und Gesang an Deck aus. Überall saßen schnatternd kleine Grüppchen und genossen das Flair des Priwalls mit den vielen Schiffen. Nach der für einige zur kurzen Nacht – beeinträchtigt auch von den schmalen Betten und den 4 Fährschiffen, die laut an uns vorbeigestampft waren – wurde bei Sonnenschein die Rückfahrt angetreten. Bis alle 11 Schiffe wieder Wasser unter dem Kiel hatten, verging einige Zeit, aber alle kamen munter am Steg des Schülerruder-Vereins in Bad Schwartau an. Dort wurde Rast gemacht und der restliche Geburtstagssekt getrunken. Mich hat der starke Gegenverkehr auf der Trave überrascht, in Höhe Schlutup waren rund 40 Segelboote um uns herum zu sehen. Ob es am Muttertag lag? Wer weiß. Wir hatten auch viele Mütter dabei, aber die gute, gelöste Stimmung hatte wohl mehr mit dem guten Wetter und dem Anlass unserer Fahrt zu tun.
Nachmittags trafen die Boote nach und nach wieder in Lübeck ein und wurden wie geleckt wieder in ihre Bootslager verbannt.

Die Geburtstagsfeier war richtig schön, es war ein harmonisches Wochenende, an das wir noch lange denken werden. Es war wie ein Familienfest, viele von uns kennen sich einige Jahrzehnte und freuten sich über das Wiedersehen. Die jüngeren Ruderinnen  wurden von uns angesteckt und fühlten sich sichtlich wohl.. So ein Fest incl. Wanderfahrt kann man nicht „mal eben“ aus dem Boden stampfen, es gehört viel Arbeit dazu, viele Mosaiksteinchen ergeben das Gesamtbild. Ich danke herzlich den Organisatorinnen, allen voran Doris Dreyer, Lisa Börms, Doris Popp und Margrit Wermbter.