Sportler und Zuschauer trotzten dem Dauerregen bei der 58. Fronleichnamsregatta
Schlechtes Wetter konnte gute Stimmung nicht vermiesen
Alles war bereitet und alle waren pünktlich, zum Start der 58. Fronleichnamregatta - nur das gute Wetter sollte sich um ganze 2 Tage verspäten. Stattdessen: massenhaft dunkle Regenwolken, die sich nach kurzer Zeit zu entladen begannen, erst leicht, dann abwechselnd stärker oder heftiger, dazu Windboen, die ungewohnte Schaumkronen über die kurze Sprint-Regattastrecke trieben.
Besonders betroffen: die Jüngsten, die ihre Rudertechnik beim Ruder-Salom unter Beweis stellen mussten. Doch Kampfgeist, Technik und Ausdauer bei Sportlern, Helfern, Organisatoren sowie Zuschauern brachten der Veranstaltung einen guten - mitunter auch vergnüglichen - Verlauf sowie letztlich sogar einen pünktlichen Abschluss.
So gab es viel tollen Sport zu sehen. Schließlich ist der Programmablauf dieser - eher aus dem klassischen Regatta-Rahmen fallen - Veranstaltung gespickt mit unterschiedlichsten Rennen, so dass für unterschiedlichste Ansprüche, egal ob Zuschauer oder Aktiver, etwas geboten wurde.
Laufen "normale" Regatten des Deutschen Ruderverbandes am Wochenende verteilt über zwei Tage, oft mit Vor- und Zwischenläufen und über die normale Renn-Distanz von "endlos lang(weilig)en" 2.000 Metern, so wird hier - mitten in der Woche - überall gesprintet. Fast alle Rennen sind Endläufe. Fast immer geht es um "die Wurst". Tolle Pokale werden quasi massenhaft verteilt.
Nur einen Tag Zeit heißt auch: Alles ist dichter gepackt. Action Schlag auf Schlag. Andauernd passiert etwas. Kommen Boote ins Ziel. Werden Mannschaften geehrt. Da kam selbst der erfahrende und redegewandte Regattasprecher Boris Orlowski kaum nach - auch weil es immer wieder andere Ansagen zu machen gab, die ihm die Sprechzeit stahlen.
Zudem: Hier am TVK fährt man nur kurze 400 Meter - was für die Mannschaften zumeist bedeutet: Startschläge - und dann auf in den Endspurt! Einige Mannschaften nutzen die Fronleichnamsregatta so auch als zusätzliches Training für den Einsatz bei der gerade erfundenen Ruder-Bundeslige, die ebenfalls über die Zuschauer-attraktive Sprintstrecke geht.
Neben diesen Top-Mannschaften sind andererseits Hobbysportler und Ehemalige im Einsatz. Die Kurzstrecke kann man mitunter auch weniger gut trainiert oder technisch versiert überstehen. So kommt das Wichtigste nicht zu kurz: Spaß und Unterhaltung!
Immer wieder toll: die Familien-Mannschaften. Hier sind Eltern meist durch ihre aktiven Ruder-Kinder motiviert, mit ins Boot zu steigen. So sitzen Jung und Alt, Anfänger und Profi in einem Boot und verfolgen dennoch das gleich Ziel: gemeinsam siegen.
Klar ist, dies ist politisch gewollt und abgesegnet. Nicht nur, dass der hohe Gesundheitswert des Ruderns durch die anwesende Krankenkasse BIG thematisiert wurde, auch stifteten die Oberbürgermeister-Kandidaten von CDU und SPD je einen großen Pokal und unterstützen damit den Nachwuchssport der Ruderriege des TVK.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass das abschließende Achter-Rennen um den Harald-Freitag-Gedächtnis-Pokal vom Ruderverein Münster gewonnen wurde. Ihr dritter Sieg in Folge sowie ihr aktueller zweiter Platz in der Ruder-Bundesliga zeigt die besondere Klasse dieser Mannschaft - und das hohe Niveau der Fronleichnamsregatta. Auch in 2010 wird sie deshalb wieder ernst zu nehmen sein. Und das Wetter kann nur besser werden!
