Junioren-WM in Brive - Tag der Halbfinalrennen

von Marc Krömer
07.08.2009 - 14:13 Uhr

Regen in Brive. Am Morgen vor den Halbfinalrennen der Junioren-Weltmeisterschaften gibt es endlich die willkommene Abkühlung. Rechtzeitig zum Start der Entscheidungen präsentiert sich die Regattastrecke mit optimalen Bedingungen und leichtem Mitwind.

In neun von dreizehn Bootsklassen sind aufgrund der Meldezahlen Halbfinals notwendig geworden, in vier Klassen stehen die DRV Teams schon vorzeitig im Finalrennen: JW4- / JW8+ / JM 4+ / JM 8+. Können auch die restlichen deutschen Boote den Sprung unter die letzten Sechs schaffen und morgen um die Medaillen mitrudern?

Den Anfang macht Lisa Schmidla aus Krefeld im Juniorinnen-Einer. Überlegen siegt die Junioren-Weltmeisterin des Vorjahres aus dem Doppelvierer in ihrem Lauf und setzt die Norm – die Siegerin des zweiten Laufs ist zehn Sekunden langsamer.

Mit Felix Bach hat der DRV seinen körperlich stärksten Ruderer in den Junioren-Einer geschickt. Heute glänzt der Potsdamer mit sehr kluger Renneinteilung, rudert sich auf den dritten 500 Metern in Front und pariert jeden Konter des Serben Vasic. Interessant im zweiten Lauf: Mit dem Amerikaner Maddamma schafft ein Ruderer den Sprung ins Finale, der in den USA vom ehemaligen deutschen Trainer Günther Beutter gecoacht wird.

Im Juniorinnen-Zweier könnte es knapp werden für die Kombination Piepenbrink / Jonas (Würzburg / Limburg), das war nach den Vorentscheidungen klar geworden. Der DRV-Zweier startet sehr couragiert und hält sich bis zur Hälfte auf dem dritten Rang. Dann aber attackieren die Italienerinnen und passieren das deutsche Boot. Am Ende reicht es trotz großem Kampf „nur“ zu Rang vier und damit zur Teilnahme am Finale B.

Parallelen im Junioren-Zweier. Die deutsche Vertretung mit Habermann / Rakicki (Berlin) landet nach fast identischem Rennverlauf auf dem vierten Platz hinter Serbien, Bulgarien und Kroatien. Zur Streckenhälfte hatten die Ränge zwei bis vier gerade einmal 7/10 Sekunden getrennt!

Mit einer glänzenden Vorstellung sichern sich Julia Lier und Marie-Catherine Arnold aus Halle und Hannover den Halbfinalsieg im Juniorinnen-Doppelzweier vor Irland, das fast zehn Sekunden später folgt.  Hier geht es morgen um Gold.

Der Junioren-Doppelzweier des DRV erfüllt die hohen Erwartungen mit einem Start-Ziel-Sieg. Trzybinski / Piontek starten furios und legen bald Wasser zwischen sich und die Verfolger aus Italien und Rumänien. Auch im anderen Lauf geht es zur Sache. Im Ziel trennen die qualifizierten Crews aus Serbien, Litauen und China nur 8/10 Sekunden. 

Deutschland schafft den Sprung ins Finale im Junioren Vierer ohne! Noch im Trainingslager hatte die Nord-Kombination Kutzki / Evers / von Randow / Gerding nach dem rechten Tritt gesucht, aber in Brive sind die vier hellwach und sichern sich Halbfinalrang drei hinter Rumänien und Slowenien.

Im Juniorinnen-Doppelvierer ist nur China zu stark für den DRV. Nach anfänglicher Führung der Niederlande erkämpft die Crew von Trainer Michael Schürmann (Kappeln) zwar zur Streckenhälfte den ersten Rang, muss dann aber die Asiatinnen mit über einer Bootslänge passieren lassen. Dennoch ist Optimismus angesagt, startet das DRV-Quartett doch morgen im Finale mit guten Medaillenperspektiven.

Danach sieht es auch im Junioren-Doppelvierer aus. In seinem Halbfinallauf muss sich das deutsche Boot mit Overlack/ Eidam/ Heinrich/ Planer nur den Tschechen beugen und hält die unglaublich von Rang fünf auf drei sprintenden Argentinier knapp in Schach. Auch im zweiten Lauf gibt es hauchdünne Entscheidungen. Polen zieht hinter der Ukraine und Neuseeland ins Finale ein und verweist Australien mit gerade einmal 9/100 Sekunden.