Nachwuchsachter in Boston Sechster

von Carsten Oberhagemann
23.10.2009 - 23:12 Uhr

Diese Belohnung hatten sie sich verdient: U23-Trainer Thomas Affeldt hatte den besten deutschen Nachwuchsruderern schon während der Saison die Teilnahme an der Head-of-the-Charles-Regatta in Boston in Aussicht gestellt. Am vergangenen Wochenende schickte der Deutsche Ruderverband einen U23-Auswahlachter zur weltgrößten Regatta mit 8.800 Teilnehmern in die Metropole an der Ostküste der USA.

Doch die Reise war problematischer als gedacht. Nils Menke musste kurzfristig aus studientechnischen Gründen absagen, so dass der Achter mit nur sieben Ruderern das Flugzeug bestieg. Im Training musste stark improvisiert werden: Die Skuller Matthias Rocher und Tim Grohmann sowie Steffen Buschbacher, der als Organisator dabei war, sprangen ein.

Wie es der Zufall wollte, traf das Team Florian Mennigen aus dem Deutschland-Achter, der am Samstag mit ehemaligen Studienkollegen von der Boston University im Vierer mit Steuermann ein Rennen bestritten hatte, und überredete ihn auch am Sonntag noch mal ins Boot zu steigen. „Es war für die jungen Ruderer natürlich eine super Sache, mit einem frisch gebackenen Weltmeister zusammen fahren zu dürfen“, sagte Thomas Affeldt.

Leicht wurde es dem Auswahl-Achter mit Schlagmann Michael Schirmer, Hannes Heppner, Maximilian Reinelt, Bastian Bechler, Anton Braun, Andreas Kuffner, Felix Drahotta, Florian Mennigen und Steuermann Nils Hoffmann aber nicht gemacht. Denn zu Rennbeginn setzte bei zwei Grad Celsius plötzlich Schneefall ein. „Wir haben lange gebraucht, bis wir warm geworden sind“, meinte Mennigen. Mit Platz sechs in dem Topfeld, das die Auswahl der weltbesten Skuller im Great8 gewann, konnten schließlich alle zufrieden sein. Schneller waren neben dem Great8 nur noch die Universitätsboote aus Berkeley und Washington, der Nationalachter der USA und das Boot der Brown University.

„Insgesamt war das Rennen für die Jungs ein tolles Erlebnis, genauso wie ein gemeinsames Barbeque mit dem Great8 am Bootshaus der Harvard University. Das gibt Motivation für die nächste Saison“, resümmierte Thomas Affeldt.