353. Sitzung des DRV-Präsidiums
Im Museum Otto Schäfer kam das Präsidium am ersten Februarwochenende zu seiner 353. Sitzung zusammen. Otto G. Schäfer, der bis Ende letzten Jahres noch die RC Deutschland Stiftung Rudern leitete, hatte die Bibliothek des Museums zur Verfügung gestellt und das Präsidium zu einem Abendessen eingeladen.
Das Museum ist dem Buch, der Graphik und dem Kunsthandwerk gewidmet. Um die Büchersammlung Otto Schäfers (1912 – 2000), die zu den bedeutendsten europäischen Privatbibliotheken des 20. Jahrhunderts zählt, haben sich im Laufe der Zeit eigene neue Sammlungen zur Graphik und zum Kunsthandwerk gruppiert. Weitere Informationen finden sich unter www.bibliothek-otto-schaefer.de. Der Rahmen bot somit die Gelegenheit, Kultur und Sport zusammenzuführen.
Haushaltsberatungen
Die Beratung des Haushaltsansatzes 2010 nahm einen breiten Raum ein. Trotz der Sparbemühungen und der Entlastung des ordentlichen Haushalts bleibt die Finanzlage weiter angespannt. Die aktuelle Planung, die in den nächsten Wochen noch präzisiert wird, sieht derzeit eine lineare Kürzung in allen Ressorts vor. Letztlich sind die Sparbemühungen ausgereizt, so dass zusätzliche Einnahmen generiert werden müssen.
Daher kommt der Konzentration auf das Marketing eine besondere Bedeutung zu. Letztlich können Gelder durch den DRV nur dann akquiriert werden, wenn die Rechte an den Booten – nicht den einzelnen Aktiven – beim DRV liegen. Dies ist derzeit nicht der Fall und Hintergrund der heftigen Auseinandersetzung der letzten Monate. Klar ist, dass auch aufgrund aktueller steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Entwicklungen eine Neuordnung zwingend erfolgen muss, da die bisherigen Verträge zukünftig erhebliche Risken für den DRV bedeuten würden. Hierzu laufen Gespräche mit Agenturen, wobei zur Deutschen Rudermarketing (DRM) zu berichten ist, dass Renko Schmidt dort zwischenzeitlich ausgeschieden ist.
Die Neuordnung wird zu neuen Strukturen und Verträgen führen, was vorhandene Akteure und Institutionen in ihrer Position berührt. Um den Prozess aktiv gestalten zu können, wurde ein Arbeitskreis berufen, dem die relevanten Akteure von einigen Agenturen bis zu den Aktiven angehören. Den Vorsitz übernimmt Kerstin Förster.
Das Präsidium hat im Rahmen der Sitzung Renko Schmidt ausdrücklich das Vertrauen in seine Amtsführung ausgesprochen und ihn gebeten, Rücktrittsforderungen, die zuletzt wegen seines Engagements unter anderem von einem Ehrenmitglied des DRV öffentlich geäußert wurden, nicht nachzukommen.
Rudertag 2010
Die Vorbereitungen zum Rudertag in Schweinfurt sind gestartet. Derzeit werden die verschiedenen Ordnungen, die nach der Änderung des Grundgesetzes zu verabschieden sind, erarbeitet. Im Bereich der Ruder-Wettkampfregeln stehen ebenfalls zahlreiche Anpassungen an. Das Präsidium ist dabei den Vorschlägen des Ausschuss Regattawesen gefolgt, die nun in das vorgeschaltete Änderungsverfahren eingebracht werden. Zum Thema Deutsches Meisterschaftsrudern wird dabei der Ansatz "Kleinboot-DM" und für die Großboote eine internationale Meisterschaft verfolgt.
Die DRJ führt ihren Jugendrudertag ebenfalls in Schweinfurt durch. "Wir werden im Bootshaus des Schweinfurter RC Franken tagen und ein interessantes Programm anbieten", lautete die Kernaussage des DRJ-Vorsitzenden Lothar Drnec. In der Sitzung konnte er zudem über die Angebote im Jahr 2010 und die positive Zusammenarbeit mit dem Französischen Ruderverband berichten.
Leistungssport
Die Vereinbarungen zur Zusammenarbeit mit dem IAT (Leipzig) und der FES (Berlin) werden mit Leben gefüllt. Das Material der FES ist allgemein zugänglich über deutsche Werften zu erwerben und wird, vorbehaltlich der endgültigen Zustimmung der FISA, daher auf den Weltmeisterschaften eingesetzt werden können. Berufen wurde das Fachressort Leistungssport, das die sportfachliche Führung beraten wird. Vertreter der Aktiven, Vereine, Länder und Gremien des DRV werden dort zusammengeführt.
Der designierte Sportdirektor Mario Woldt stellte sich dem Gremium vor und skizzierte seine ersten Arbeitsschritte.
Das Thema „Gesundheitssport Rudern“ beschäftigt das Fachressort Vereinsservice, liegen doch hier die Perspektiven der Vereinsentwicklung. Derzeit wird geprüft, inwieweit das Konzept „Sport Pro Gesundheit“ auf Rudervereine übertragen werden kann.
Regionalkonferenzen
Mit drei Regionalkonferenzen in Brandenburg (Havel) (17.04.), Duisburg (15.05.) und München (19.06.) wird der direkte Kontakt mit den Vereinen gesucht. Hier besteht die Gelegenheit zum kritischen Austausch und zur gegenseitigen Information. Auf der Tagesordnung werden Leistungssport, Haushaltslage und Wettkampfstruktur sowie sich aktuell ergebende Themen stehen.
Diese Konferenzen sind neben den Verbandsmedien Rudersport und www.rudern.de, dem Newsletter und Verbandsrundschreiben ein weiteres Mittel der Verbandskommunikation. Information und Diskussion tragen nach Auffassung des Präsidiums dazu bei, dass die Debatte um den richtigen Weg im DRV ohne Polemik und persönliche Verletzung geführt werden kann. Dieses Prinzip ist für Präsidium und Länderrat ein wesentliches Element der Kultur in unserem Verband.
Aktuelle Fragen
Fragen der Kommunikation wurden gemeinsam mit dem DRV-Ehrenmitglied Günther Jäckel, der die Entwicklung des DRV über Jahrzehnte aktiv gestaltet hat und kennt, sowie DRV-Pressesprecher Oliver Palme erörtert.
Abgerundet wurde die Sitzung durch eine Einladung zum 50. Jubiläum der „Nasenbären“ im Schweinfurter RC Franken. Diese Gemeinschaft hat sich gemeinsamen Aktivitäten neben und im Rudersport verschrieben und ist ein wesentliches Element der Entwicklung des Vereins. Das vielseitige Programm sorgte für einen unterhaltsamen Abend an diesem Sitzungswochenende.


