11. Berliner Integrativer Ruderergometer-Wettkampf mit über 80 Teilnehmern
Am 20.2.10 trafen sich zu spannenden Wettkämpfen 81 Sportler, davon 60 behindert, zu diesem allseits beliebten und schönem Event in Berlin-Grünau. Der Förderverein Wassersporthandicap e.V. (FVWH e.V.) meisterte auch in diesem Jahr mit seinen Helfern diese gelungene Veranstaltung und das seit Jahren mit jährlich ansteigenden Teilnehmerzahlen. Zum ersten Mal nahmen auch 11 überwiegend sehbehinderte Sportler des RV Zinfandel e.V. teil. Um ihre Vereinskameraden anzufeuern, sorgten sie für lautstarke Stimmung, damit diesen die 1000 m auf dem Ruderergometer nicht zu lang wurden. Neben sieben Berliner Rudervereinen, war der RV Kappeln e.V. mit 15 SportlernInnen ebenfalls am Start und das schon seit vielen Jahren.
Da die Teilnehmerzahl im geistig behinderten Bereich immer den größten Anteil hat, musste in diesem Jahr sogar für die Frauen ein Vorlauf gestartet werden, wobei die blinden Sportler und Sportlerinnen diesmal hier mit eingestuft wurden. Die Männer wie auch die Frauen zeigten tolle Leistungen und wurden nach dem Vorlauf in fünf Leistungsklassen nach dem Prinzip der Special Olympics eingeteilt. Bei den Frauen waren es drei Leistungsklassen (LK). Das bedeutete also für diese Teilnehmergruppen, dass sie 2 x 1000 m fahren mussten. Sieger im Finale der LK 1 wurde bei den Männern der seit Jahren unschlagbare Berliner Lars Wohlmann (Jahrgang 1972) in 03:08,6 vom SV Energie e.V. und bei den Frauen die Berlinerin Clara von der Grün (Jahrgang 1984) von der RV Hellas Titania Berlin e.V. in 04:16,4. Clara gehört u.a. zu dem Berliner ID-LTA 4+ Team, welches von mir zusammen mit zwei Männern und einer Frau des B.R.C. Hevella e.V. auf hoffentlich kommende internationale Aufgaben vorbereitet wird. Zu meiner großen Freude konnten diese drei ebenfalls in den Finals der LK 1 starten und zeigten hier gute Ergebnisse. Die beiden jüngsten geistig behinderten Teilnehmer, die Zwillinge Tom und Dennis Amschler (1994) beide vom B.R.C. Hevella e.V. konnten sich in diesem Jahr um zwei Leistungsklassen verbessern , wobei sie immer im Männerbereich mit müssen, da jugendliche Gegner leider fehlen. Durch eine erfreuliche Steigerung ihrer Leistung, starteten sie in diesem Jahr in den Finals in der LK 3 und konnten hier in 04:18,3 und 4:24,6 den dritten und sechsten Platz erringen. Diese sportliche Entwicklung lässt auf eine gute Nachwuchsbasis in diesem Bereich hoffen.
Bei den körperlich Behinderten siegte in diesem Jahr Matthias Wodtke (Jahrgang 1982) von der RG Wiking Berlin e.V. in 03:57,4. Diesen Sieg konnte er zu seiner Freude diesmal für sich verbuchen, da sein Gegner aus dem Vorjahr, Martin Lossau vom RC Tegelort e.V. in einem anderen Rennen fuhr. Zwischen den oben genannten Vor- und Finalläufen zeigten 17 junge nichtbehinderte Sportler der Jahrgänge 1993 – 1999, die innerhalb eines sozialpädagogischen Schulsportprojekts beim Förderverein Wassersport e.V. mit Ihrer Trainerin Petra Rohrbach trainieren. Petra Rohrbach vom FVWH e.V. übernahm, wie schon seit vielen Jahren auf diesem Event, in spannender und erfrischender Art und Weise die Moderation aller Rennen, da auf eine Videoübertragung aus vielerlei Gründen verzichtet wird.
Um behinderten Breiten- und Leistungssportlern einen gerechteren Rennverlauf zu geben, entschloss sich der Veranstalter, die Leistungssportler in einem separaten Rennen starten zu lassen. In dem Rennen der DBS/DRV Sportler zeigten Anke Molkenthin (Jahrgang 1962) vom Waginger RV in 03:42,0 und Martin Lossau (Jahrgang 1980) in 03:24,2, beide im erfolgreichen LTA WM –Team 2009, ihr Können über 1000 m auf dem Rollsitz. Im Festsitz fuhr ein heißer Anwärter im TA Bereich, Alexander Rolle (Jahrgang 1966) vom Ruderclub Neumünster e.V. In einem beherzten Rennen in 03:37,2 zeigte er dem staunenden Publikum, wie auf dem Ergometer nur mit dem Armen und aus dem Oberkörper die Kraft übertragen werden kann.
Jeder Sportler bekam zur Erinnerung für seine Teilnahme eine schöne Urkunde mit einem Bild von seinem Rennen und dem Vermerk der Zeiten und Platzierung. Die ersten drei der jeweiligen Finals erhielten rote Shirts, wo auf der Rückseite das Logo des 11. Berliner Integralen Ruderergometer-Wettkampf 2010 in weißer Schrift aufgedruckt war. Aber auch die anwesenden Trainer und Betreuer der gehandicapten Sportler – und Sportlerinnen erhielten als Dankeschön für ihre engagierte ehrenamtliche Tätigkeit vom FVWH e.V. ebenfalls ein T-Shirt.
Mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr und vorher bei der Handicap-Regatta des Landesruderverbandes Berlin e.V. am 5./6.6.10 in Berlin-Grünau, wurden alle Sportler, Trainer und Betreuer, sowie das Publikum freundlich verabschiedet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den FVWH e.V. für den unermüdlichen Einsatz in Sachen Handicaprudern.


