Ruder-Bundesliga: Nach Schweiß fließt Blut am RV Rauxel

Lisa Schulte-Kump steht Test und Blutabnahme tapfer durch.

Logo Ruder-Bundesliga.

Simon Gallisch zeigt dem Ergo und Trainer Peter Jost beim Leistungstest die Zähne.

Dr. med. Jens Jakschik nimmt Blut bei Tochter Magdalena ab, bevor er selbst noch am Ende auf das Ergometer steigt.

In der „Folterkammer“ herrscht nicht nur zum zum Laktat-Test Hochbetrieb.
Der Kraftraum des RV Rauxel, der auch von den Athletinnen und Athleten liebevoll „Folterkammer“ genannt wird, wurde jetzt mehr als seinem Namen gerecht.
Denn er war Schauplatz eines besonders schmerzhaften Ereignisses: Einem Laktat-Stufentest. Unter dem Deckmantel der harmlos klingenden „Leistungsdiagnostik“ mussten sich unsere Sportlerinnen und Sportler nicht nur bis an die Grenzen dessen, was ein Mensch zu leisten und auszuhalten vermag, auf dem Ruderergometer schinden. Nein, auch übersäuerte und brennende Muskeln, Schmerz verzehrte Gesichter und Schweiß in Strömen wie sonst üblich waren nicht genug: Es musste auch noch Blut fließen! Und zwar dort, wo der Mensch bekanntlich am empfindlichsten reagiert: Am Ohrläppchen. Mit einer scharfen Lanzette wurde zu diesem Zweck der weichen Haut eine punktgenaue Verletzung zugefügt, die zu einem Verlust von einem ganzen Tropfen Blut führt.
Laktatwerte zur Entwicklung individueller Trainingspläne
Ziel dieser Tortur war es, bei fünf aufeinander folgenden ansteigenden Belastungsstufen die Laktatkonzentration im Blut der Sportlerinnen und Sportler zu messen. Laktat ist übrigens ein Stoffwechselprodukt, dass sich bei intensiver körperlicher Arbeit im Muskel anreichert und bei entsprechend hoher Konzentration zur Übersäuerung und Ermüdung der Muskulatur führt. Dieser Laktat-Test gibt zum einen Aufschluss über den Trainingszustand des Athleten und zum anderen lassen sich Empfehlungen über die individuellen Belastungen für das zukünftige Training ableiten.So kann Frau und Mann effektiver und gezielter die sportliche Leistungsfähigkeit verbessern. „Unsere Ruderinnen und Ruderer haben toll auf dem Ergo gekämpft und tapfer ihr Ohrläppchen zur Verfügung gestellt. Auch wenn dabei natürlich etwas Blut fließt, so spürt man den kleinen Stich am Ohr fast gar nicht, da eine ganz feine Lanzette benutzt wird“, beschreibt Dr. med. Jens Jakschik das medizinische Prozedere, bei dem er von seiner Frau Friederike, ebenfalls Ärztin, sowie Julia Wichmann, Krankenschwester und Friederike Stosz, cand. med., professionell unterstützt worden ist.
RVR-Trainer Peter Jost zufrieden
Bundesligatrainer Peter Jost war mit der Aktion sichtlich zufrieden:"Dank Jens und seiner Crew können wir nun unser Training noch professioneller und effektiver gestalten. Und das wird absolut nötig sein, um gegen die starke Konkurrenz währen der sechs Bundesliga-Renntage bestehen zu können.“