Untersuchung der Wirkung der Borsten von Fisch-Boots-Pässen auf Ruderboote

  • Improvisierte Versuchsanlage bestehend aus einem Slipwagen mit Borsteneinspannung, Rollen gelagertem Andruckhebel sowie den Hantelgewichten und den höhenverstellbaren Turnkastenteilen mit den lackierten Versuchsflächen
  • Improvisierte Versuchsanlage bestehend aus einem Slipwagen mit Borsteneinspannung, Rollen gelagertem Andruckhebel sowie den Hantelgewichten und den höhenverstellbaren Turnkastenteilen mit den lackierten Versuchsflächen

    Improvisierte Versuchsanlage bestehend aus einem Slipwagen mit Borsteneinspannung, Rollen gelagertem Andruckhebel sowie den Hantelgewichten und den höhenverstellbaren Turnkastenteilen mit den lackierten Versuchsflächen

von H.-P. Kozerski und HD. Schmidt
06.04.2010 - 00:00 Uhr
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Europaweit werden in den kommenden Jahren Anlagen gebaut, die eine ökologische Durchgängigkeit der Flüsse bewirken. Eine Möglichkeit dazu bieten neuartige Borsten-Fischpässe, die gleichzeitig auch von Kanus und anderen muskelbetriebenen Sportbooten genutzt werden können, Staustufen zu überwinden, stromauf treidelnd und talwärts in freier Fahrt.

Voraussetzung für die Benutzung insbesondere durch relativ teure und lange Boote ist, dass durch eine Berührung mit den Borsten keine Schäden entstehen.

Ziel der Untersuchungen des Ruderverbandes war es daher, die Wirkung einzelner, stark belasteter und in verschiedenen Winkeln eingespannter Borsten und ganzer Borstenkollektive auf  lackiertes Holz zu ermitteln und entsprechende Folgerungen zu ziehen.

Die Untersuchungen fanden beim Ruderverein Wasserfreunde Erkner e.V. in drei Abteilungen statt:

  1. Trockenexperimente mit einzelnen Borsten bei definierten Einspannlängen, Andruck-Kräften und Winkeln. Hierzu wurde ein Slipwagen mit einer Borste an einer ebenen Holzplatte (das Seitenteil eines höhenverstellbaren Turnkastens) entlang geschoben.
  2. Trockenexperimente mit einem kompletten Borstenelement (100 Büschel mit je 6 Borsten), das mehrmals mit Beschwerung von 2 Personen über den Rumpf eines C-Zweiers gezogen wurde.
  3. Wasserexperimente mit einen Gig-Einer mit Steuermann, der mit Belastung über ein Borstenelement gezogen wurde, dessen Borstenspitzen sich in Höhe des Wasserspiegels oder in 10 cm Tiefe befanden. Die Einspannlänge der Borsten betrug dabei 47, 10 und 6 cm.

Alle Experimente haben gezeigt, dass im Normalfall keine Schädigungen erfolgen. Nur wenn sich durch drastische Verschmutzungen die Einspannlänge einzelner Borsten auf wenige Zentimeter verkürzt oder sich Unrat im „Fahrwasser“ befindet, ist mit in der Regel geringfügigen Kratzern zu rechnen.

Es ist daher die bewährte Geflogenheit beizubehalten, sich den Weg des Bootes vor der Befahrung gut (bei einem kurzen Halt vor einer solchen Gesamtanlage) anzusehen und ggf. Hindernisse und Verunreinigungen zu ertfernen.

Der Bau von Borstengassen auch für Ruderboote und andere empfindliche Bootstypen ist zu befürworten. Es ergeben sich auch keine prinzipiellen Bedenken dagegen, die Berührung von Borsten mit den Boote dahingehend auszunutzen, die Kurs der Boote gezielt zu verändern und zu bremsen. Entsprechende systematische Labor- und Feldversuche sollten möglichst kurzfristig begonnen werden.

Dateien:
Vollstaendiger_Bericht_Borsten_Kratzversuche.pdf1.3 M