Marcel Hacker holt sechsten Meistertitel im Einer
Marcel Hacker von der Frankfurter Rudergesellschaft Germania 1869 e.V. ist zum sechsten Mal Deutscher Meister im Einer geworden. Bei den Deutschen Kleinboot Meisterschaften auf dem Beetzsee in Brandenburg hatte der 32-jährige Topathlet die nationale Konkurrenz fest im Griff: Mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung vor dem Berliner Eric Knittel und sieben Sekunden vor dem Drittplatzierten Mathias Rocher (Magdeburg) unterstrich der frühere Einer-Weltmeister und dreifache Olympia-Teilnehmer erneut seine Spitzenposition unter den deutschen Skullern.
Der Vorsitzende des Deutschen Ruderverbands (DRV), Siegfried Kaidel, hängte Hacker die 1887 gestiftete Meisterkette mit Brillantstern um, auf der alle Deutschen Meister im Männer-Einer verewigt sind. Mit seinem sechsten Titel zieht der geborene Magdeburger mit dem Ur-Germanen Achilles Wild gleich, der 1882 das erste Meisterschaftsrudern gewann und danach noch fünfmal erfolgreich war. Nur der Ausnahmeruderer Peter-Michael Kolbe war Ende der 70er und in den 80er Jahren mit zehn Meistertiteln noch erfolgreicher.
„Man muss jedes Rennen erstmal fahren, um als Sieger dazustehen“, freute sich Hacker über den Titel. „Mein Trainer Ralf Hollmann hat mich gut eingestellt, sehr mutig über die Leistungsgrenze zu gehen.“ Nach dem Ausflug in den Doppelvierer in der vergangenen Saison will sich Hacker in diesem Jahr wieder auf den Einer konzentrieren. Ziel sind die Olympischen Spiele 2012 in London. „Da will ich wieder im Einer ran.“ Es wären seine vierten Olympischen Spiele. In Sydney gewann er im Jahr 2000 die Bronzemedaille.
Wieler und Saric enttäuscht
Bei der Deutschen Kleinbootmeisterschaft treffen sich die deutschen Leistungsruderinnen und –ruderer jedes Jahr zum ersten Mal in der Saison auf der 2000-Meter-Strecke. In den Kleinbooten – Einer bei den Skullern und Zweier-ohne bei den Riemenruderern – kämpfen sie um die Aufmerksamkeit der Bundestrainer und eine gute Ausgangsposition bei der Zusammenstellung der Nationalmannschaften. Dabei starten die unter 23-jährigen Athleten (U23) und die der offenen Männer- und Frauen-Klasse zusammen, wodurch große Meldefelder entstehen und die Boote sich über Vor-, Hoffnungs- und Zwischenläufe für die jeweiligen Finalwettkämpfe qualifizieren müssen.
„Die Trauben hängen hoch“ lautete das Fazit von Germania-Coach Hollmann nach dem Wettkampf. Von den elf gestarteten Booten der FRG Germania fuhren immerhin fünf Boote unter die Top 12 ihrer jeweiligen Bootsklasse. „Damit sind wir zufrieden“, stellte Hollmann fest.
Nicht zufrieden mit ihrer Leistung waren dagegen die beiden anderen Olympia-Hoffnungen der Germania neben Marcel Hacker: Mit Platz sechs im Leichtgewichts-Einer konnte Michael Wieler nicht an seine Bronzemedaille vom vergangenen Jahr anknüpfen. „Von mehr als 40 gemeldeten Booten ins Finale der besten Sechs zu kommen, ist erstmal eine gute Leistung“; ordnete Coach Hollmann das Ergebnis ein. „Aber mit Platz 6 sind wir nicht zufrieden.“
Ivan Saric und sein Partner Maximilian Bandel konnten im Männer-Zweier-ohne nicht wie erhofft unter den ersten zwölf Booten landen. Mit Platz 16 (4. Platz im C-Finale) fuhr das Duo erst einmal aus dem Kandidatenkreis für den Deutschland-Achter heraus. Der 23-jährge Saric, als Junior und U23-Ruderer bereits fünfmal bei einer WM und in diesem Jahr als jüngster Jahrgang in der offenen Männer-Klasse dabei, bekommt vielleicht auf der Internationalen Regatta in Duisburg in vier Wochen nochmal eine Chance.
Leichtgewichtsfrauen im Plan
Im Soll fuhren die vier U23-Leichtgewichtsfrauen der Germania, wobei Leonie Pless Neunte (Platz 3 im B-Finale) und Katrin Thoma als Elfte (Platz 5 im B-Finale) am besten abschnitten. „Rechnet man nur die U23-Boote in der Konkurrenz, waren Leonie die dritt- und Katrin die Viertschnellste – das ist ein gutes Ergebnis“, sagte Hollmann. Die mit 19 Jahren jüngste der vier Germania-Frauen, Caroline Delleske, fuhr auf Platz 14 (2. im C-Finale), U23-Weltmeisterin Kaja Brecht auf Platz 16 (4. im C-Finale).
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