Mit Wut im Bauch zum Achter-Sieg
Am Ende lagen gut zwei Sekunden zwischen den beiden favorisierten Achter: Den schweren von der ThyssenKrupp AG gestifteten Pokal gewann schließlich nach 5:47,84 Minuten der Achter mit Schlagmann Sebastian Schmidt vor dem Großboot mit Gregor Hauffe auf Schlag.
Im siegreichen Achter saßen vier Achter-Weltmeister aus dem Vorjahr plus Steuermann Martin Sauer, im zweitplatzierten Achter drei Weltmeister von Poznan 2009, Dritter wurde der Achter mit Filip Adamski. Der Siegerpokal übergaben mit Thorsten Engelmann und Sebastian Schulte zwei Achter-Weltmeister von 2006, die mittlerweile bei der ThyssenKrupp AG beschäftigt sind. Zu Gratulanten gehörte bei der stimmungsvollen Siegerehrung auch Horst Meyer, Schlagmann des Olympia-Achters von 1968. Eine geballte Achter-Prominenz also, die sich bei der Internationalen Wedau-Regatta in Duisburg einfand und gespannt die Achterentwicklung verfolgt.
„Über die Strecke haben wir fast eine Länge rausgeholt. Richtig freuen kann ich mich aber nicht, weil der katastrophale Vierer vom Samstag tief gesessen hat“, Kristof Wilke, der am Vortag im Vierer nur Dritter geworden war. Auch die bisherigen Trainingseinheiten im nicht eingefahrenen Achter gaben wenig Anlass zu Hoffnung, doch dann habe es am Samstag Nachmittag plötzlich Klick gemacht. Wilke: „Das Training war ein Aha-Effekt, im Rennen sind wir sauber und rund über die 2.000 Meter gekommen. Ähnlich sah es Sebastian Schmidt: „Das Vierer-Ergebnis war ärgerlich. Wir sind aber mit Wut im Bauch in den Achter gestiegen. Das war nicht schön, aber ein erster Schritt.“
Enttäuscht war der nominell zweite Achter, schließlich klappt das Zusammenspiel in den Wochen zuvor deutlich besser. „Es lief bei weitem nicht so gut wie im Training. Als eigentlich zweiter Achter kann man mit dem Abstand zum Siegerboot zufrieden sein, aber nach den Trainingseindrücken hätten wir gewinnen können“, sagte Florian Mennigen.
Ingesamt zufrieden und zuversichtlich zeigte sich DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher: „Es hat der Achter gewonnen, der von der Papierform hätte gewinnen müssen. Der andere Achter hat sich erst am Ende abschütteln lassen. Insgesamt haben wir ein großes Potenzial, sind in der Breite größer geworden. Wir haben ein besseres Angebot gegenüber dem Vorjahr. Das wird ein harter Kampf um die Plätze im Deutschland-Achter.“ Etwas kritischer war da schon Achter-Trainer Ralf Holtmeyer, der noch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten sieht: „Das ist noch nicht das Niveau, das wir im zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr hatten.“
Achter: 1. Rene Bertram, Florian Eichner, Nils Menke, Felix Drahotta, Richard Schmidt, Kristof Wilke, Toni Seifert, Sebastian Schmidt, Steuermann Martin Sauer (RC Magdeburg, Hallescher RV Böllberg und Nelson, Friedrichstätter RG, Rostocker RC, RV Treviris Trier, RC Undine Radolfzell, RTHC Bayer Leverkusen, Mainzer RV, Berliner RC) 5:47,84 Minuten, 2. Urs Käufer, Bastian Bechler, Anton Braun, Lukas Müller, Maximilian Reinelt, Jochen Urban, Florian Mennigen, Gregor Hauffe, Steuermann Albert Kowert (Ulmer RC, SC Berlin Köpenick, Berliner RC, RC Germania Düsseldorf, Ulmer RC, Crefelder RC, Ratzeburger RC, RTHC Bayer Leverkusen, Osnabrücker RV) 5:50,11, 3. Thomas Protze, Hendrik Bohnekamp, Ruben Anemüller, Maximilian Munski, Andreas Kuffner, Falk Müller, Hanno Wienhausen, Filip Adamski (Potsdamer RG, Ruderklub am Wannsee, Lübecker RG, Berliner RC, RC Hamm, RTHC Bayer Leverkusen, Mannheimer RG Baden) 5:58,13, 4. Queens University Belfast 6:10,90
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