Xchanging Ruderfest holt den Rudersport an den Main
Das Xchanging Ruderfest hat an vier Tagen den Rudersport an den Main geholt. Das durchwachsene Wetter und die ungewohnte Kälte an den ersten drei Tagen erschwerten zuerst die Durchführung, doch die Stimmung insbesondere bei der flyeralarm-Ruder-Bundesliga ließ den Main auch bei kalten Temperaturen kochen. Die Organisatoren sind sehr zufrieden, wie das Frankfurter Publikum die Veranstaltung angenommen hat. Am Sonntag zur "Rudern gegen Krebs" Regatta und dem "3. duck race" war die Mainarena bei strahlendem Sonnenschein voll. Hier ruderten knapp 30 Vierer bei der "Rudern gegen Krebs" Regatta gegeneinander für den guten Zweck. Auch waren sechs Schülerboote Frankfurter Schulen dabei, darüber hinaus versuchte sich ein Promi-Vierer mit den ersten Ruderschlägen. Moderatorin Christina Ringer (n-tv, "5th Avenue"), TV-Star Andrea Ballschuh, Wirtschafts-Expertin Katja Dofel und Kult-TV-Mann Achim Winter setzen optisch bei strahlendem Wetter Akzente. Silke Lautenschläger, Hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz war dann selbst an den Steuerseilen aktiv, um den später siegreichen Vierer zu dirigieren.
Das sportliche Highlight war natürlich die flyeralam-Ruder-Bundesliga. Die 45 besten Vereinsachter Deutschlands hatten sich zum Saisonauftakt zusammen gefunden und zeigten am Samstag, wie attraktiv eine Ruderregatta sein kann. Die RBL-Crew und die Ausrichter hatten bis zum Samstag morgen sehr hart gearbeitet, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Im Nachhinein war die Organisation in knapp 8 Wochen eine unglaublicher Kraftakt. Hier kann aber im nächsten Jahr auf die wertvollen Erfahrungen insbesondere im Umgang mit Ämtern und den Vorschriften in Frankfurt, die sogar die Plakatierung der Kaimauer zu einem behördlichen Genehmigungsverfahren macht, zurückgegriffen werden.
Nach einer kurzen Verzögerung beim ersten Startaufbau, lief das zeitlich sehr enge Zusammenspiel von Aufbau der Startanlage und Schifffahrtssperren bemerkenswert gut. Hier waren aber auch die erfahrenen Germania-Trainer mit ihren Crews mehr als 12h im Dauereinsatz. Insgesamt 12 Mal musste das TEAM Wasser an diesem Tag die Steganlage auf- und abbauen, die Bojenmarkierungen entfernen und wieder anbringen. Die Expertise der Frankfurter Vereine zahlte sich hier aus. Lohn der sehr anspruchsvollen Logistik war eine Arena, die optimal für das Format Ruder-Bundesliga geeignet ist. Man kann von zwei Brücken vor der Kulisse der Frankfurter Skyline perfekt den Start und die Zieldurchfahrt sehen, weiterhin das einzigartige Ambiente des Frankfurter Museumsufers genießen. Auch die Eventmeile war auf der kompletten Strecke ausgebaut und sorgte für Stimmung. Die Kinderbelustigung mit zwei Hüpfburgen, Rollenrutsche und einer Kletterwand war immer sehr stark frequentiert.
Hochspannung bei den Rennen und Gänsehaut während der Fahrt durch die Einfahrbahn direkt vor der tobenden Menge - unvergessliche Momente für alle Beteiligten. Dass der heimische Achter der Frankfurter RG Germania noch völlig überraschend den dritten Platz errudern konnte, heizte die hohe Motivation der Frankfurter Helfer für die nächsten Jahre noch einmal an. Stadtrat Frank, der mit der Sportstadt Frankfurt das Ruderfest sehr stark unterstützt hatte, war begeistert. "Solche Veranstaltungen brauchen wir in Frankfurt, wir müssen das Sachsenhäuser Ufer mehr bespielen. Solch eine Kulisse und diese Dramatik mit den knappen Einläufen der Achter, faszinierend. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Veranstaltung."
Auch der Sohn der Frankfurter Cater-Legende Eddy Hausmann, der mit seiner 50-köpfigen Crew die Bewirtung der Athleten und der Zuschauer übernommen hatte, war völlig überrascht vom Format Ruder-Bundesliga. Dennis Hausmann: "Ich habe ja schon viel erlebt, aber solch eine Stimmung wenn das Rennen knapp ausgeht und dann der "Herzschlag" durch die Bässe stampft - das hat wirklich was!"
Das Medieninteresse war sehr hoch, selbst die Bildzeitung widmete sich der Veranstaltung in drei Berichten und lobte das "tolle Ruderfest". Mit RTL, HR, ZDF und einem privaten Fernsehteam war im Medien-Katamaran immer Hochbetrieb an den Tagen angesagt. Spontan sprang ein Kamerateam aus England, das gerade einen Imagetrailer für SAP drehte, auf die Veranstaltung an und machte sehr viele Aufnahmen. Das Radio wies auf die Veranstaltung mehrfach hin, so dass die Zuschauer immer gut informiert waren. Eine Medienkooperation mit dem Stadtmagazin "Prinz" und der "Frankfurter Rundschau" hatte darüber hinaus eine sehr gute Vorberichterstattung ermöglicht.
Bei der Corporate Regatta am Donnerstag hatte die Frankfurter RG Germania nach zwei Abmeldungen insgesamt 12 Boote am Start. Die Teilnehmer waren begeistert und ob der Kulisse einfach überrascht. Hier gewann die Polizei Hessen mit Ivan Saric, Bernd Wicker, Kai Aust und Ingo Rating Dahinter die Juristen von Clifford Chance I, die die "Riedliners" von der Schule am Ried auf die Plätze verwiesen.
Am Freitag hatte Lehrer-Trainer Rudern und Mitorganisator Oliver Palme trotz verlängertem Wochenende, schulfrei und sehr kaltem und regnerischen Wetter insgesamt 30 Bootsmeldungen nur aus Frankfurt verzeichnet. Nach 8 Abmeldungen am Morgen ruderten 18 Gig-Doppelvierer und 4 Achter von 5 unterschiedlichen Schulen und zwei Hochschulen bei der 1. Frankfurter Stadtmeisterschaft im Rudern gegeneinander. Nach einem Zeitrennen wurde der Sieg durch Viertel-, Halbfinals und dem großen Finale ausgerudert. Sieger war die "International School" mit ihrem Jungen-Vierer, vor dem WK III Vierer der Mädchen der Schillerschule. Hier zeigte sich eine sehr starke Mannschaft mit Potential, auch wurde der ungewöhnliche Rennmodus bestätigt, wo es keine Klassifizierungen, aber später getrennte Siegerehrungen, gibt. Die Carl-Schurz Schule holte sich vor dem Lessinggymnasium den dritten Platz. Die weiteren Siegerehrungen wurden in den Altersklassen vorgenommen, insgesamt holte die Schillerschule zwei Siege und war damit erfolgreichste Schule der Regatta. Bei den Achtern hatte die Schillerschule ihre beiden Paradeboote in das Finale gebracht. Hier trat der WKI Achter mit RBL-Ruderer Gottwald gegen den WKII Achter an. Nach anfänglicher Führung der WKII-Männer konnte der WKI-Achter Druck machen und sich leicht absetzen. Ein Krebs bei kabbeligem Wasser im Boot der WKII brachte dann die Entscheidung für den älteren Achter. Bei dem Uni-Rennen der Frankfurt School of Finance gegen die Johann Wolfgang Goethe Universität zeigte es sich, dass die Region zwei starke Achter hat. Die Frankfurt School of Finance hielt lange mit, musste dann aber die Uni ziehen lassen. Das imposante Duell der beiden Frankfurter Universitäten im Stil von Oxford gegen Cambridge war eine tolle Werbung für den Sport und wird sicherlich im nächsten Jahr ausgebaut werden.
Jetzt geht es für die Organisatoren Gerhard Meuer und Oliver Palme um die Analyse der Abläufe. Eine Ruder-Bundesliga Veranstaltung auf einer europäischen Wasserstraße mitten auf der "heiligen" Sachsenhäuser Grünfläche auszurichten, ist eine riesige Anstrengung. Ohne den RBL Stab um Nils Budde und Arne Simann wäre solch ein stimmungsvoller Auftakt der Ruder-Bundesliga nicht zustande gekommen. Dies muss ausdrücklich erwähnt werden, denn durch die Expertise einer RBL-Saison 2009 hat der Rudersport hier absolute Experten in ihren Reihen. Diese Kompetenz muss sehr stark unterstützt werden, damit die RBL auch in den nächsten Jahren diese sensationelle Erneuerung des Rudersports fortführen kann. Der Frankfurter Regattaverein hat jetzt knapp ein Jahr Zeit, um aus dem ersten Jahr zu lernen. Wenn 2011 noch das Wetter mitspielt, dann sollte man dieses Event als Ruderenthusiast nicht verpassen.
- Links:
- www.ruderfest.de






