121. Dresdner Ruder-Regatta am 29./30.5.2010 in Pirna


Ein gutes Meldeergebnis mit 394 Booten aus 24 Vereinen erfreute den Veranstalter, der hatte diesmal die Aufgabe, die 121. Dresdner Ruder-Regatta auf einer früher oft genutzten Regattastrecke in Pirna durchzuführen, denn in Dresden wurde am Ziel gebaut.

Nicht einfach war der Aufbau der benötigten Infrastruktur für die Regatta, die der Pirnaer RV in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Elbe-Regattaverein sehr gut bewältigte, denn einen Ruderverein direkt an der Strecke mit Sanitäreinrichtungen und Räumen für Geschäftszimmer u.a. gibt es nicht mehr. Wie sonst in Dresden auch, trug die gute Zusammenarbeit mit dem Wasserstraßenamt, das die Regatta ja genehmigen musste, und der Wasserschutzpolizei dazu bei, das die Regatta sicher durchgeführt werden konnte. Dazu gehörten die Herausnahme einer Fahrwasserbegrenzungstonne, eine zeitweise Schifffahrtssperre auf der Bundeswasserstraße und die Regulierung stromauf fahrender Berufsschifffahrt, außer der planmäßigen Personenschifffahrt. Ebenso war die DLRG mit 2 Booten im Einsatz.

Nach Tagen mit viel Regen begann die Regatta am Sonnabend bei idealem Regatta-Wetter mit Sonnenschein, wenig Wind und guten nicht zu hohem Wasserstand in der Elbe. 2 Stege am großen Sattelplatz, direkt am Elbufer auf den Wiesen oberhalb des Ziels, gewährleisten das pünktliche Einsetzen und Herausnehmen der Boote und alle benötigten Einrichtungen für Ziel, Geschäftszimmer, Waage, Rennabzeichenausgabe und Regattasprecher waren konzentriert untergebracht in Vereinsbus und Zelten. Dahinter hatte die Bootshausgaststätte ihre Zelte zur Versorgung aufgeschlagen.

Nicht nur Vereine aus Sachsen, gleichzeitig war in Brandenburg eine Regatta neu im Regattakalender erschienen, sondern auch aus Rüdersdorf, Königs Wusterhausen, Magdeburg,  Halle und Usti n. L. (CR) waren am Start – alle kamen mit den Bedingungen einer Strom-Regatta gut zu recht, auch die, die bisher meist die Elbe mieden.

Neu waren in diesem Jahr Lang- und Kurzstreckenrennen für die Jungen und Mädchen, was zu erhöhten Sicherheitsmaßnahmen für die Langstrecke führte, zu einer Schifffahrtssperre für diese Zeit und eine größere Anzahl Motorboot-Sicherungsposten an der Strecke, die im Einzelstart allein durchrudert wurde.

In 91 Rennen mit insgesamt 120 Abteilungen wurde um die Siege und beim Rudernachwuchs auch um die Punkte für die 3 erfolgreichsten Vereine gekämpft.

Rennen der Jungen und Mädchen waren am stärksten besetzt, viele bereiteten sich auf den Bundeswettbewerb vor. Hier dominierten der Dresdner RV vor dem Dresdner RC und dem Laubegaster RV. Die Rennen der Junioren litten in der Beteiligung unter einem Trainingswochenende der Junioren B und A im Landesstützpunkt Dresden, der nur mit 4 Vierern mit verlegten Startzeiten an der Regatta teilnahm, nicht aber in Einern und Doppelzweiern – eine Maßnahme, die nicht allseitigen Beifall fand, denn gerade die Vereine sind interessiert, auch ihre Aktiven einsetzen zu können, gerade vor heimischen Publikum. Bei den Junioren war folgerichtig der RC Königs Wusterhausen vor dem Pirnaer RV erfolgreichster Verein, der insgesamt mit 11 Siegen fast jedes 2. Boot als Sieger im Ziel hatte. Die Rennen der Senioren, hier sind es meist Renngemeinschaften, sahen den Pirnaer RV vor dem Dresdner RC. Schwächer als sonst waren die Rennen der Masters besetzt, die der Frauen fielen ganz aus. Hier fehlten die Mannschaften aus dem Berliner Raum und auch einige aus der Region, die sich früher interessante Kämpfe lieferten.

Aus der Zahl der Rennen einige hervorzuheben, das ist nicht einfach, waren doch oft die Zieleinläufe von erheblichen Leistungsunterschieden geprägt und die Zahl der Großbootrennen nicht groß. So siegte der DRV im Jung 4x+ 11 / 12 Jahre bei den Jüngsten, Janis Fercho (Torgauer RV) war der erwartete aber knappe Sieger im Jung 1x 14 I und im Jung 2x 13/14, Sina Kühne (Dresdner RV) war dies im Mäd 1x 14 I, den JF 1x II gewann Daniela Kleineidam vom ARV Leipzig. Schnellster Mastersvierer war die Rgm. RC Magdeburg / RVG Altwerder Magdeburg (MC), die Pirnaer beherrschten mit ihren Senioren und Masters den OFF 4+ , SM 4+ A und auch den OFF 8+, knapp siegte im MM 4x- die Rgm. SSV Planeta Radebeul / USV TU / Torgauer RV vor der Rgm. USV TU / Pirnaer RV und weiteren 2 Booten, 11 Mastern traten im Einer an, Sieger wurden Volkhard Jentsch (Laubegaster RV, MC ), Hans Georg Hirche (Halle, ME) und Dr. Konrad Ebert (Pirnaer RV, MG), alles Ruderer mit langer und erfolgreicher Ruderkarriere. Im SF 2x A siegten Birte Dannhauer / Caroline Engelmann (Dresdner RV), im SM 1x A siegte Hans Hörig aus Wurzen, der auch im siegreichen SM 4x- saß, die Mädchen der RG Wiking Leipzig siegten im Mäd 4x+ 12 / 13, ebenso der Dresdner RC. Christian Adam (Dresdner RV) vermisste die Konkurrenz im JM 1x B I und siegte knapp vor nur einem weiteren Boot aus Pirna, den Jung 4x+ gewann der ARV Leipzig vor dem RV Triton Leipzig, Rüdersdorfer RV und dem Dresdner RV. Nur 2 Boote waren im JM/F 4x+ B Mix aus den genannten Einschränkungen am Start, es siegte RC Königs Wusterhausen vor Pirna, abschließender Achter am Sonnabend, war der der Masters, hier siegte die Rgm. Pirna / TU vor einer Magdeburger Rgm. und einem Pirnaer Boot.

Am Sonntag siegte im JM 2x B wie am Vortag der RC Königs Wusterhausen, der JM 1x A ging an den Torgauer RV mit Andreas Naumann, 2 Sieger stellte der RC Königs Wusterhausen  im JM 1x B II mit Hendrik Wunderlich und Pascal Eckert, den JF 1x A gewann Barbora Dlouha vom TJ Chemicka Usti n. l., der Pirnaer RV siegte im JM 4x- A vor einer Rgm. Dresdner RV / Laubegaster RV.
Die Kurzstreckenrennen sahen meist die Sieger über die Normalstrecken vorn. Zu den Langstreckenrennen hatten 39 Boote gemeldet, die alle pünktlich am Start waren und die Strecke sicher bewältigten. Schnellstes Boot war hier der Jung 2x 13/14 des Torgauer RV mit Christian Heldt / Jannis Fercho in 9:19,20 Minuten, die längste Zeit benötigte mit 12:33,63 im Mäd 1x 13 ein Boot des USV TU Dresden, das umreißt die Zeitspanne der Zieleinläufe.

Von allen spannend erwartet wurde der abschließende Vereinsachter (OFF 8+) um den Pokal des Sächsischen Elbe-Regattavereins, um den sich der Pirnaer RV, der Dresdner RC und der Dresdner RV bewarben. Der Pirnaer RV konnte seine zeitweise sichere Führung gegen den starken Endspurt der Dresdner RC behaupten und siegte mit 1/10 s vor dem DRC und dem DRV. Die Siegerehrung nahmen der Regattaleiter Dr. Krause mit dem Pirnaer Oberbürgermeister Hanke am Steg vor.
Am Schluss der Regatta gab es eine weitere Siegerehrung für die erfolgreichsten Vereine im Nachwuchsbereich JuM / JB. Sieger wurde der Dresdner RV mit 227 Punkten vor dem Pirnaer RV (215 Punkte) und dem Dresdner RC (146 Punkte). Auf den Plätzen folgten die RG Wiking Leipzig (140), RC Königswusterhausen (101) und der Laubegaster RV (99).
Der Sieger erhielt zum Pokal einen Gutschein für 1 Paar Kinder-Rennskulls, die beiden Platzierten erhielten Gutscheine für Rudermaterial, alle bei der BBG Berlin einzulösen. Diese Sachpreise sind ein satzungsgemäßer Beitrag des Sächsischen Elbe-Regattavereins zur Förderung des Nachwuchssports.

Zieht man die sportliche Bilanz, so ist erfreulich, dass die Regatta Sieger aus fast allen teilnehmenden Vereinen hatte. Betrachtet man nur die Zahl der Siege von Vereinsmannschaften insgesamt, so kamen der Pirnaer RV und der Dresdner RC auf je 17 Siege, der Dresdner RV auf 16 und auf jeweils 11 Siege der Laubegaster RV und der RC Königs Wusterhausen, erstere hatten noch Anteile an einigen Renngemeinschaftserfolgen.
Bei den Jungen und Mädchen war nach Siegen der Dresdner RV mit 12 vor dem Dresdner RC mit 11 und dem Laubegaster RV mit 9 Siegen vorn, bei den Junioren war der RC Königs Wusterhausen vor Pirna am erfolgreichsten und bei den Senioren und Masters waren es Pirna, der Dresdner RC und der Dresdner RV.

Erfreulich ist weiterhin, dass fast alle Rennen pünktlich über die Strecke gingen, was durch die Schifffahrt trotz aller Planungen auf einer Bundeswasserstraße nicht immer 100 %ig gelingt, dass alle vorsorglichen Sicherheitsmaßnahmen sich bewährten, bei 3 selbstverschuldeten Kenterungen sofort Motorboote zur Bergung vor Ort waren, nur einmal war die Regattaärztin gefragt, Kreislaufprobleme eines Jungen.
Für die Wettkampfrichter war es eine Regatta ohne Ablösung, da zu viele eingeladene WKR absagten.

Bewährt hat sich auch das kurzfristig eingeführte neue Melde-System, ein Online-Meldesystem des Ingenieurbüros Dr. Engelmann, das Basis für ordnungsgemäße Meldungen für in der Aktivenpass-Datei aufgenommene Ruderer ist und den weiteren Aufwand an Datenverarbeitung vom Meldeergebnis über das Programm und bei der Regattadurchführung mit der Start- und Zielzeitmessung, Übertragung mit WLAN, bis hin zu den Ergebnisaushängen und den Ergebnissen für Internet und den Deutschen Ruderverband reduziert bzw. erleichtert.

Bilanz des Veranstalters – eine gelungene Regatta mit gutem Meldeergebnis bei erhöhten finanziellen Aufwendungen infolge der Regattaverlegung, ein eingehaltener Zeitplan mit pünktlichem Start des Abschlussachters, keine Einsprüche, keine Unfälle auf dem Wasser und dem Land.