Handicap-Rudern und Europameisterschaft 2010

Ein World-Cup ist immer auch eine Gelegenheit, Fragen des internationalen Rudersports zu erörtern.   Am Rande der Veranstaltung in Bled hatte die FISA die Nationen zu einem Gespräch zum Handicap-Rudern eingeladen, das gut besucht war und ein belastbares Meinungsbild ergab.

von Redaktion rudern.de
04.06.2010 - 00:03 Uhr
Teilen |

Die Qualifikation für die Paralympics wird 2011 in Bled im Rahmen der Weltmeisterschaft ausgerudert. Eine Verlegung, beispielsweise nach London, wurde  verworfen. Dabei haben sich die Nationen für einen festen Start ausgesprochen. Sollte eine zweite Startanlage, die den Zieleinlauf vor der Zuschauertribüne ermöglichen würde, nicht vorhanden sein, wird das Ziel bei 1000m mitten auf dem See liegen. Den Nationen war jedoch die Integration der Handicap-Wettbewerbe in diese Veranstaltung besonders wichtig.

Für 2013 strebt die FISA offenbar eine Verlängerung der Wettkampfdistanz auf 2000m an, um die Handicap-Rennen besser integrieren zu können. Ein Meinungsbild  durch Abstimmung wurde jedoch nicht erhoben. Definitiv wird der außerordentliche Kongress 2013 entscheiden.

Rudern wird bereits 2012 einer von vier Wettbewerben für geistig behinderte Sportler sein. Dazu ist ein Kriterienkatalog erarbeitet worden, der diesen Behinderungsgrad definiert und Betrug unterbinden soll.

In Bled wurde bekannt, dass die Durchführung der Europameisterschaft 2010 in Portugal gefährdet ist. Aus verschiedenen Nationen hatte es Beschwerden gegeben, da das Organisationskomitee seit Wochen auf Anfragen nicht reagiert. Zudem ist der Streckenausbau derzeit nicht abgeschlossen, der Zeitplan ist längst überfällig. 

„Dies ist aus deutscher Sicht sehr ärgerlich, denn mit Duisburg hätte ein verlässlicher Ausrichter zur Verfügung gestanden“, so das deutsche Mitglied im European Rowing Management Board (ERMB), Dag Danzglock, gegenüber rudern.de. In Athen hatte 2008 bei der Vergabe die Mehrheit den Portugiesen bei der Entwicklung des Rudersports allgemein und dem  Neubau einer Strecke helfen wollen.

Mit E-Mail vom 31.05. hat die FISA alle Nationen nun aufgefordert, die Planungen für die EM zunächst auszusetzen. Das ERMB ist im Gespräch mit verschiedenen Ausrichtern, ob diese kurzfristig einspringen können. Allerdings ist die Finanzierung schwierig, da die Planungen der öffentlichen Haushalte als Hauptsponsoren für 2010 bereits abgeschlossen sind. „Gerade in diesem Jahr ist die EM besonders wichtig. Letztlich ist es egal wo sie stattfindet, die Sportler müssen aber meisterschaftswürdige Bedingungen vorfinden“, so Dag Danzglock.

Aufgrund der hohen Kosten für die Teilnahme an der WM in Neuseeland wird eine große Beteiligung an der Europameisterschaft erwartet. Die Entscheidung soll spätestens zum World-Cup in München fallen.