USV-Ruderer Karl Schulze wurde in Brest U23-Weltmeister im Einer
Der Dresdner Karl Schulze (USV TU Dresden) ist U23-Weltmeister im Einer. Nach einem souveränen Regattaverlauf mit Siegen im Vorlauf und im Halbfinale sicherte sich der Junioren-Weltmeister von 2006 im Doppelvierer am Sonntagmorgen im Finale mit einem klaren Start-Ziel-Sieg seinen ersten internationalen Einer-Titel. Nach Silber 2007 und Bronze 2008 im Doppelzweier ist das Einer-Gold eine enorme Steigerung und eine exzellente Empfehlung für die Weltmeisterschaften, die im November auf dem neuseeländischen Lake Karapiro stattfinden.
“Vor dem Rennen war ich so nervös wie noch nie!” gab der Sieger in einem ersten Interview zu. Gerade deshalb gelang es vielleicht, die Taktik von Trainer Egbert Scheibe so gut umzusetzen: “die schnelle Klärung nach einem zügigen Start” - auf deutsch: dem Gegner gleich so schnell davon fahren, dass er gar nicht mehr versucht, nochmal anzugreifen. Schulze hat das in diesem Rennen mustergültig umgesetzt; gut taten ihm auch die Erfahrungen aus den vergangenen internationalen Regatten: “Auf dem Weltcup in München bin ich gegen Olympiasieger Tufte aus Norwegen gefahren. Zwar ist er schneller, aber ich lerne bei jedem Rennen eine neue Taktik kennen.” verrät der neue U23-Skuller-König.
Wie nach den Vorlaufzeiten erwartet, waren der für Aserbaidschan startende Aleksander Aleksandrov und der Grieche Stergios Papachristos die härtesten Gegner im Finalrennen und errangen Silber und Bronze. Karl aber ging sein Rennen offensiv an und brachte die schwarz-rotgoldenen Blätter schon mit fast 3 Sekunden Vorsprung über die 500-m-Marke. Dann änderten sich die Plazierungen der Medaillienränge über das ganze Rennen nicht mehr; Karl konnte seinen Vorsprung mit jeder Zwischenzeit ausbauen und war über 5 Sekunden eher im Ziel als Aleksandrov, das sind knapp 2 Bootlängen Vorsprung. Der Niederländer Dirk Uittenbogaard, der im Halbfinale noch Vorlaufsieger Aleksandrov in Schach halten konnte, landete hinter dem Bulgaren Georgi Bozhilov nur auf Rang 5; am Schluss des Feldes der Belgier Bram Dubois.
Ulrike Törpsch vom Pirnaer RV vertrat in Brest die deutschen Farben im Frauen-Einer. Sie war nach Vor- und Hoffnungslauf zunächst enttäuscht, konnte aber schließlich das C-Finale beherrschen und beendet ihre Saison auch mit einem Sieg und immerhin Platz 13 auf einer Weltmeisterschaft. Neben dem Einer siegte in Brest auch der Achter und der Leichtgewichts-Doppelvierer der Männer; die Damen steuerten Gold im Doppelzweier und im Doppelvierer bei. Mit 5 Gold-, 3 Silber- und 4 Bronzemedaillien gelang dem Deutschen Ruderverbandes dann auch noch der Triumpf in der Nationenwertung.
Am Montag werden die Vereinskameraden des Universitätssportvereins ihren Weltmeister am Flughafen begrüßen und im Bootshaus am Blasewitzer Elbufer gebührend feiern. Der Abteilungsvorsitzende Gert Schneider hat zum Empfang geladen. Ganz vorne in der Reihe der Gratulanten werden dann die ebenfalls rudernden Eltern, Großeltern und natürlich der Fledermausachter stehen.
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