JWM 2010: Rennberichte Sonntag

von Tanja Günder
09.08.2010 - 22:00 Uhr
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Junioren-Vierer mit Steuermann

Nach Platz vier im gestrigen Halbfinale starten Jasper Peschel, Michel Palisaar, Markus Brich, Kevin Stach und Steuermann Lukas Raatz heute im B-Finale. Mit einem energischen Start legen sie ihre Bugspitze sofort in Führung vor Tschechien, Frankreich, Kroatien, Serbien und Südafrika. Aber im Rennverlauf kommen die Südafrikaner und Tschechen immer besser in Fahrt und setzen das deutsche Boot unter ständigen Druck. Jetzt heißt es, im Endspurt hellwach zu bleiben, um das Rennen nicht auf den letzten Metern verloren zu geben. Denn auf den Außenbahnen fliegen die Serben und Kroaten heran. Aber heute macht der Vierer-mit alles richtig und behält die Oberhand. Mit dem deutlichen Sieg im letzten Rennen ergattern die fünf Jungs den siebten Gesamtrang dieser Junioren-WM.
Das spätere Finale gewinnen die Schweizer Jungs überlegen vor Italien und Australien, Ukraine, USA und Neuseeland.

Juniorinnen-Einer

Heute gilt es für Judith Sievers, gegen die Ruderinnen aus Aserbaidschan, Griechenland, Rumänien, Lettland und den Niederlanden, die Karten auf den Tisch zu legen. Als Mitfavoritin auf den Titel geht sie auf Bahn vier ins Rennen. Nach einem schnellen Start von Judith Sievers ist es Annick Taselaar aus den Niederlanden, die auf der Außenbahn an die Spitze rudert, dahinter die Rumänin und Judith. Doch mit jedem weiteren Rennmeter wendet sich das Blatt wieder zu Gunsten der deutschen Farben. Schon vor der Streckenhälfte holt Judith die Niederländerin ein und zieht nach und nach an ihr vorbei, immer noch neben ihr die stark rudernde Rumänin. Als es auf das letzte Streckenviertel geht, liegt Judith Sievers klar in Führung vor Rumänien und der Griechin die das Feld von hinten aufrollt. Doch die deutsche Skullerin ist hervorragend unterwegs baut ihre Führung kontinuierlich aus. Vor den letzten Schlägen hat sich fast zwei Längen Vorsprung vor der Rumänin, eine weitere Länge dahinter errudert die Griechin Bronze. Vierte wird die Niederländerin vor Lettland und Aserbaidschan. Im Ziel jubelt Judith Sievers als Junioren-Weltmeisterin 2010!

Junioren-Einer

Auf dem Weg zur Titelverteidigung tritt Felix Bach gegen die Skuller aus der Slowakei, Italien, Griechenland, Tschechien und den USA an. Vom Start weg zeigt er sich selbstbewusst und legt mit wuchtigen Schlägen los. Der Ruderer aus Tschechien versucht auf den ersten Metern, seinen Heimvorteil zu nutzen, aber diese Flucht beendet Felix nach wenigen Augenblicken, als er so richtig in Schwung kommt. Nach knapp vierhundert Metern ist Felix Bach schon deutlich in Führung und beginnt, sich von seinen Verfolgern abzusetzen. Etwa zwei Längen hinter ihm rudern der Grieche und der Amerikaner zunächst um die weiteren Medaillen. Immer öfter ist auf der Fernsehwand das deutsche Trikot von Felix zusehen und es wird klar: heute geht kein Weg an Felix Bach vorbei. Seine Siegesfahrt ins Ziel wird begleitet von den begeisterten Anfeuerungsrufen der Schlachtenbummler auf der Tribüne. Mehrmals ballt Felix Bach nach der Ziellinie die Faust vor Freude über den erneuten Gewinn des Weltmeister-Titels im Junior-Einer. Silber geht an Griechenland, Bronze an die USA. Platz vier geht an die Slowakei, fünfter wird der Tscheche und Platz sechs belegt der Italiener.

Junioren-Zweier

Tobias Oppermann und Bodo Schacher gehen neben den favorisierten Griechen und Aserbaidschanern ins Rennen. Außerdem sind Slowenien, Frankreich und Bulgarien in diesem Finale vertreten. Gespannte Ruhe herrscht am Start, Tobias Oppermann rückt sich ein letztes Mal seine Mütze zurecht. Dann springt die Ampel um auf grün und die beiden Deutschen kommen gut ins Rennen. Nach einem Blitzstart liegen sie erst einmal in Führung. Nach knapp 90 geruderten Sekunden ist das immer noch so, aber die Griechen sitzen ihnen schon im Nacken und schieben sich nach 900 Metern am deutschen Zweier vorbei. Über die Streckenhälfte bleiben die beiden Deutschen aber klar auf Platz zwei vor den Bulgaren und Aserbaidschanern. So geht das Feld auf die letzten 500 Metern, hier ist noch alles drin für Tobias und Bodo. Sie erhöhen die Schlagzahl immer mehr und spurten mit den schnellsten letzten 500 Metern an die Griechen heran, lassen Aserbaidschan fast stehen. Der Abstand zur Spitze wird immer kleiner, doch die Griechen wehren sich verbissen und erfolgreich. Ein tolles Rennen, das die beiden Jungs den Zuschauern hier bieten! Im Ziel gewinnen die beiden Deutschen die Silbermedaille und freuen sich riesig und verdient darüber. Bronze geht nach Aserbaidschan, dahinter kommen Frankreich, Bulgarien und Slowenien ins Ziel.

Juniorinnen-Doppelzweier

Shirin Brockmann und Saskia Nitzschke setzen sich noch mal auf den Rollsitzen zurecht, bevor sie gegen Frankreich, Australien, Italien, Griechenland und die Niederlande ins Finale starten. Auch diese beiden erwischen einen tollen Start und fahren erst einmal vorne mit. Nach der Startphase drehen die Französinnen auf der Außenbahn ordentlich auf und bringen über eine Länge Vorsprung zwischen sich und die weiteren Boote. Griechenland und erfreulicherweise das deutsche Duo sortieren sich dahinter ein. Die Französinnen rudern nach dem Motto „Alles oder nichts“ und enteilen dem Feld immer mehr, ihnen auf den Fersen ist Italien. Im Kampf um Bronze schiebt sich bei der Streckenhälfte das australische Boot an Saskia und Shirin heran. Die beiden deutschen Mädels müssen sich schon früh strecken, um im Medaillenrennen zu bleiben. Auf dem dritten Streckenabschnitt drehen die beiden ordentlich an der Schlagzahlschraube und distanzieren Australien wieder. Sie fliegen in ihrem bekannten Endspurt sogar noch an die Italienerinnen auf Platz zwei heran, bleiben aber 100 Meter vor dem Ziel an einer Boje hängen. Doch es wird die hervorragende Bronzemedaille, mit der sich der deutsche Doppelzweier hinter Frankreich und Italien belohnt. Der weitere Zieleinlauf: Australien, Griechenland, Niederlande.

Junioren-Doppelzweier

Timo Piontek und Stefan Riemekasten wollen gegen Griechenland, Frankreich, Rumänien, Italien und die Niederlande beweisen, dass sie zu den Schnellsten im Doppelzweier gehören. Los geht die Fahrt und schon nach wenigen Startschlägen ist der deutsche Bug vorne, gemeinsam mit Frankreich. Doch während die anderen Zweier auf Streckenschlag gehen, fährt das deutsche Doppel einfach weiter und liegt nach 500 Metern eine knappe Länge in Führung. Frankreich und Rumänien bleiben ihre direkten Verfolger. Um die Streckenhälfte herum gibt es kein Boot, das in unmittelbarer Schlagdistanz zu den Deutschen liegt, zu überlegen rudern Timo und Stefan ihr Rennen an der Spitze des Feldes. Das bringt sie aber nicht dazu, auch nur einen Schlag ruhiger zu rudern. Das ist auch gut so, denn mit Beginn der letzten 500 Meter bekommen die Franzosen die zweite Luft und wollen wieder nach der Führung greifen. Die beiden Deutschen bleiben aber konzentriert und zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Mit dem Endspurt fahren sie allen Gegnern auf und davon, im Ziel liegen sie mehrere Längen vor den Franzosen und werden souverän Junioren-Weltmeister im Doppelzweier. Damit gewinnt der Doppelzweier die vierte Goldmedaille für Deutschland, Platz zwei und drei gehen an Frankreich und Italien. Rumänien, Griechenland und die Niederlande erreichen die weiteren Plätze.

Junioren-Doppelvierer

Für Dennis Sittel, Ruben Steinhardt, Florian Eidam und Patrick Leineweber geht es gegen Polen, Großbritannien, Italien, Neuseeland und Norwegen um die Medaillen. Konzentrierte Anspannung zeigen die vier Jungs am Startnachen, Dennis Sittel richtet ein letztes Mal den Bug aus und schon ertönt das Startsignal. Der Deutsche Vierer erwischt den besten Start und ein weiteres Mal sind die deutschen Farben in Führung. Nach 500 Metern liegen die vier Jungs schon eine dreiviertel Länge vor den anderen Booten in Führung und sie rudern stark. Dynamisch und kraftvoll ziehen sie vor Italien und Neuseeland ihre Bahn. Nach der Hälfte des Rennens beträgt der Vorsprung über zwei Sekunden – und das im Doppelvierer. Doch damit noch nicht genug, die Vier rudern unbeirrt weiter und bringen offenes Wasser zwischen sich und ihre Verfolger. Doch die Italiener haben noch Reserven und fahren die Lücke wieder zu, in ihrem Schlepptau die Neuseeländer. Aber einmal in Fahrt ist der deutsche Doppelvierer nicht zu stoppen und so bleibt es bei einer Länge Vorsprung vor Italien und Neuseeland. Auf die weiteren Plätze rudern Großbritannien, Norwegen und Polen. Der schwarz-rot-goldene Doppelvierer ist Junioren-Weltmeister 2010!

Junioren-Achter mit Steuermann

Gegen Italien, die USA, Rumänien, Großbritannien und Tschechien greift der Junior-Achter im letzten Rennen dieser Titelkämpfe nach einer Medaille. Hannes Staffeldt, Henry Gieseler, Rene Stüven, Maximilian Fay, Clemens Barth, Malte Jakschik, Finn Schröder, Nils-Ole Bock und Lenker Leopold Bertz zeigen schon beim Aufwärmen mannschaftliche Geschlossenheit, als sie im Gleichschritt einlaufen und sich synchron dehnen. Mit Italien liegt der härteste Widersacher direkt neben dem deutschen Flaggschiff. Mit dem am längsten geschobenen Starschlag startet der deutsche Achter in das Finale und mischt sofort an der Spitze mit. Während das Rennen auf der ersten Streckenhälfte unterwegs ist, liegt fast atemlose Stille über der Zuschauertribüne. Nach 500 Metern der erlösende Kommentar aus dem Reportagewagen: „Still Germany in the lead!“, Jubel kommt auf. Doch das Rennen ist noch lang und die Amerikaner wollen es jetzt wissen. Auf den zweiten 500 Metern übernehmen sie die Führung vor dem deutschen Boot und Italien. An diesem Zwischenstand ändert sich nichts, bis der Endspurt eingeläutet wird. Leopold Bertz treibt seine acht Junioren an und schafft es, dass das deutsche Boot immer dichter an die führenden Amerikaner heran kommt. Diese beiden Boote tragen den Kampf um den Sieg unter sich aus. Doch die Amerikaner waren auf der Strecke schon zu weit weg, so dass im Ziel nur ein Luftkasten zur Goldmedaille für das deutsche Boot fehlt. Aber nach so einem tollen Rennen steht ganz klar fest: der deutsche Junioren-Achter hat Silber gewonnen und ist Vize-Weltmeister 2010! Dritter wird Italien vor Rumänien, Großbritannien und Tschechien.