Bundesliga: Osnabrücker Ruder-Verein - Saisonendspurt um Platz Drei & Dämpfer im Aufwärtstrend

Trotz guter Rennen Platz 5 in Hannover: ORV I (v.l.n.r) Maximilian Schnitker, Matthias Bergmann, Christian Vennemann, Andreas Schierke, Daniel Tusch, Marco Hehmann, Andreas Tönnies, Lutz Ackermann, Stm. Henri Kuper

Mussten den Aufwärtstrend beenden: ORV II (v.l.n.r.) Linus Homann, Alexander Oberpennig, Jan Schwanke, Hagen Bossemeyer, Kai Jütting, Henning Spreckelmeyer, Matthias Vollmer, Steffen Vollmer, Stf. Ann-Kathrin Schmieding
Am gestrigen Samstag, 14.8., fand in Hannover der fünfte Lauf zur flyeralarm Ruder-Bundesliga statt. Der erste Achter belegte den fünften Platz und ist nun Tabellenvierter. Der zweite Achter wurde 14. und bleibt in der zweiten Liga 15.
Team I—Saisonendspurt um Platz Drei
Krefeld praktisch Ligachampion
Dass manchmal ein Rennen eine Saison verändern kann ist nichts Neues. In der diesjährigen Saison der flyeralarm Ruder-Bundesliga kommt dieser Zustand allerdings so stark wie schon lange nicht mehr zum Tragen. Krefeld steht seit dem Achtelfinale des fünften Renntages am vergangenen Samstag auf dem Hannoveraner Maschsee de facto als Ligachampion bei den Männern fest. In Hannover brauchte die Mannschaft vom Niederrhein keine taktischen Spielchen, der Zufall gepaart mit dem Modus der ersten Liga sorgten für diese vorzeitige Entscheidung. Sowohl die Tabellenführer als auch die nach der empfindlichen Heimniederlage äußerst verärgerten Hamburger gingen das Zeitfahren verhalten an und wollten sich im Mittelfeld platzieren, um nicht schon im Achtelfinale aufeinander zu treffen. Doch wie es das Schicksal wollte, ruderte Hamburg die viertschnellste Zeit, während Krefeld Rang 13 belegte. Dadurch kam es erneut zum frühen Aufeinandertreffen. Und wieder hatten die Germanen aus Hamburg das Nachsehen und mussten sich in die untere Hälfte des Tagesergebnisses verabschieden. Seitdem ist die diesjährige RBL-Saison der Herren praktisch entschieden: Zwar wurden die Hamburger noch Tagesneunte, doch durch den erneuten Krefelder Sieg haben letztere nun in der Tabelle einen Vorsprung von 14 Punkten und sind nur noch rechnerisch von der Spitze zu vertreiben.
Zunächst lief für Osnabrück alles nach Plan
Die beschriebenen Ereignisse betrafen natürlich auch den ersten Achter des Osnabrücker Ruder-Vereins: Wurde das ORV-Flagschiff im Zeitfahren nach ebenfalls verhaltenem Rudern Fünfter mit 1/100 Sek. Rückstand auf Hamburg, qualifizierte man sich durch einen deutlichen Sieg über Rauxel im Achtelfinale für die obere Hälfte.
Krefelds stärkster Tagesgegner
Im darauffolgenden Viertelfinale traf man nun auf die neuen Ligachampions aus Krefeld. Dadurch hatte man vielleicht den entscheidenden Nachteil gegenüber den Verfolgern aus dem Ruhrgebiet, da man sich bereits früh dem Tabellenführer stellen musste, während Wanne-Eickel gegen Aufsteiger Dresden stark favorisiert war.
Die Stärke des Gegners beflügelte jedoch einmal mehr die Mannschaft von ORV-Achtertrainer Peter Puppe. In einem aggressiv geruderten Rennen lagen beide Boote über die gesamte Strecke gleichauf. Erst im Ziel gelang Krefeld der geringe, wenn auch entscheidende Vorsprung und es bedurfte eines Zielfotos, um das Rennen zu entscheiden. Der offizielle Vorsprung der Krefelder von 0,2 Sek. spiegelt dabei nicht die Eindrücke von Zuschauern und Aktiven wider. Am Ende des Tages äußerte sich Mannschaftsleiter Andreas Tönnies selbstbewusst: „Gegen den Tabellenführer knapp zu verlieren ist keine Schande. Wir sind dennoch nicht nur im Viertelfinale gute Rennen gerudert und waren heute die einzige Mannschaft, die Krefeld zum Zielfotoentscheid gefordert hat. Daher sind die Anderen und ich überzeugt, dass wir immer noch zu den Topteams der Liga zählen und nicht auf Platz Fünf gehören.“
Platz Fünf war Soll und Muss zugleich
Damit spielt Tönnies auf den weiteren Tagesverlauf an: Da man nun mit dem Tagessieg nichts mehr zu tun hatte, galt es maximal viele Punkte für die Tabelle zu holen, hier 12 für Platz Fünf. Und genau das tat die Mannschaft des ORVParadebootes: Durch klare Siege über Mülheim und Friedrichshafen im Halbfinale und Finale konnte das Dutzend auf dem Konto verbucht werden.
Liga-Silber fest im Blick
Und das könnte am Saisonende vielleicht Silber wert sein: Hamburg musste in Hannover bekanntlich erneut unglücklich Federn lassen, während Wanne-Eickel/Hamm mit der dritten Silbermedaille in Folge ganz klar die Ambitionen unterstrich und sich am ORV-Schiff vorbei zu Hamburg auf Tabellenplatz Zwei gesellte. Beide Teams liegen aber nur Zwei Punkte vor „Osnabrugga“, sodass die Friedensstädter mit einem starken Auftritt beim Saisonfinale in Münster vielleicht noch den Silberrang ergattern könnten. Nach hinten scheint der ORV abgesichert zu sein, die nächsten Verfolger Mülheim, Frankfurt und Münster haben acht bis zehn Punkte Rückstand auf die momentan viertplatzierten Osnabrücker.
Für „ORV I“ gilt es daher in Münster, sich in der Tabelle entscheidend zu verbessern. Dafür will die Mannschaft die verbleibenden drei Wochen optimal nutzen. Die auswärtigen Mannschaftsmitglieder verweilen zur Zeit in Osnabrück, sodass täglich gemeinsam trainiert werden kann. Andreas Tönnies gibt sich kämpferisch mit Blick auf Münster: „Wir sehen unsere Chance auf dem Aasee und werden alles tun, um diese zu nutzen.“
Team II—Dämpfer im Aufwärtstrend
Erstmals in dieser Saison konnte die zweite ORV-Mannschaft nicht das bislang beste Tagesergebnis einfahren, sodass der Aufwärtstrend der vergangenen Spieltage einen leichten Dämpfer erhalten hat. Nach durchwachsenen Rennen qualifizierte sich „ORV II“ für das Finale um Platz 13 in der 2. Liga. Hier traf man auf die Lokalrivalen aus Bramsche mit ORV-Ruderer Lukas Märkl am Schlagplatz. In einem spannenden Rennen unterlag man äußerst knapp mit 1/10 Sek. Was am Ende den 14. Platz im Tagesresultat bedeutete.
Gang in die Relegation
In der Tabelle rangiert man weiterhin auf dem 15. Platz hinter Hansa Hamburg und vor Angaria Hannover und Marburg. Der 13. Tabellenplatz ist nun schon 12 Punkte enteilt, sodass sich die Crew von Trainer Robin Aden darauf einstellen müssen wird, an der Relegation um den Klassenerhalt teilzunehmen, sollte, wie aus RBL-Kreisen verlautet wurde, im kommenden Jahr eine 3. Liga eröffnet werden.
Blick in die Vergangenheit lässt hoffen
Nichtsdestotrotz will der ORV-Nachwuchsachter in Münster die letzte Chance wahrnehmen, ein einstelliges Tagesergebnis zu erzielen. Im vergangenen Jahr erwies sich die letzte RBL-Regatta für Osnabrück II als gutes Pflaster: Nach Saisonplatzierungen am Schluss des Feldes verhinderte am letzten Renntag nur das Zielfoto eine Medaille für „Stadt Osnabrück“, nachdem bereits mehrere Topteams, darunter ein Aufsteiger, geschlagen werden konnten.
- Dateien:
Tabelle_1._Ruder-Bundesliga_03.pdf92 K
Tabelle_2._Ruder-Bundesliga_03.pdf92 K