Ruder-Bundesliga vor 20.000 Zuschauern beim Maschseefest


5. Etappe zur flyeralarm Ruder-Bundesliga in Hannover

Das Maschseefest am in Hannover liebevoll bezeichneten „Lago Maschiore“ verstärkt den Reiz natürlich zusehends, eine tolle Leistung im Bundesligaachter abzuliefern. Unter den neugierigen und gespannten Augen von 20.000 Zuschauern, darunter auch Bundestrainer Hartmut Buschbacher, präsentierten die 45 RBL-Achter attraktiven Rudersport in der Landeshauptstadt Niedersachsens.

Beim dreiwöchigen größten See-Fest Norddeutschlands gab es dann auch noch reichlich spannende Ruder-Rennen in der Königsklasse zu bejubeln. In der 2. Bundesliga der Männer machten die beiden führenden Boote vom RC Favorite Hammonia Hamburg und dem Badenachter aus Karlsruhe den vorzeitigen Aufstieg perfekt und feierten ausgiebig den Einzug ins RBL-Oberhaus. Der qualitativ starke Badenachter von Coach Ralf Thanhäuser überzeugte die begeisterte Fachwelt mit einem erneuten Tagessieg vor dem „Stern des Südens“ aus München und den Lokalmatadoren vom HRC Hannover. Logisch, dass bei der Siegerehrung lauthals „Nie mehr 2. Liga“ gesungen wurde.

Richtig spannend wird es jedoch um den letzten freien Platz im „Erstliga-Aufzug“ nach oben. Dort werden sich auf dem Münsteraner Aasee gleich drei Teams um die begehrten Punkte streiten. Der RV Weser Hameln, München und Rüdersdorf haben alle drei noch die Chance mit hochzugehen. Eng wird es auch im Tabellenkeller wo gleich vier Teams absteigen werden, jedoch in der kommenden Saison anhand eines Zeitfahrens aller „Newcomer“ die Chance bekommen werden sich erneut für die 2. Bundesliga zu qualifizieren. Die Achter aus Marburg, Angaria Hannover, Osnabrück II und der RG Hansa Hamburg müssten in Münster schon sehr über sich herauswachsen, um dem Abstiegsgespenst noch von der Schippe zu springen. Der RC Witten und das Acton Racing Team Bramsche haben schon so gut wie sicher das rettende Ufer erreicht und dürften auch 2011 in der 2. Liga dabei sein.

Spannender Dreikampf zwischen Krefeld, Hamburg und Berlin

Zu einem echten Krimi entwickelt sich derweil die 1. Liga der Frauen. Die lange führenden Hanseatinnen der RG Hansa mussten das gelbe Trikot an den Deutschen Meister vom Crefelder RC abgeben, die sich mit dem Tagessieg einen wichtigen Punkt Vorsprung vor dem Titelverteidiger gesichert haben. Sollte Hamburg am 4. September in Münster gewinnen, wären die „Elbperlen“ erneut Deutscher Liga-Champion auf Grund von mehr Tagessiegen. Aber auch der Berliner Wannsee-Express  hat durchaus noch Ambitionen auf den Titel und ist die einzige Mannschaft, die in dieser Saison immer auf dem Treppchen stand.

Dadurch, dass auch noch der Ruhrachter dank Verstärkung und neuem Boot als Zweitplatzierter von Hannover in de Spitze vorfahren kann und der Bayern-Achter ebenfalls Siegpotenzial hat, wird es in der Frauenliga so spannend wie noch nie. „Das ist wirklich ein Knaller wie eng es bei den Damen zugeht. Wir haben das Gelbe Trikot erobert, werden unser Boot personell noch weiter verstärken und die Tabellenführung nicht wieder abgeben. Da unser Männerachter schon so gut wie Deutscher Ligachampion ist, wäre ein Doppelschlag natürlich eine gute Visitenkarte für den Standort Krefeld. Wir kommen halt eher zum Saisonende, wenn wir unsere ganzen Nationalkaderruderinnen als Verstärkung bringen können“, ist CRC-Coach Christoph Lüke mit bisherigen Saisonverlauf zufrieden.

Crefelder RC schon fast Deutscher Liga-Champion – Und Deutscher 2000m-Meister aus Berlin schon vorzeitig abgestiegen

In der 1. Bundesliga der Herren gab es nach dem viel diskutierten taktischen Pokerspiel des Krefelder Titelverteidigers in Hamburg erneut eine frühe Begegnung der beiden Topteams der Liga. Beide Mannschaften wollten sich im Achtelfinale aus dem Weg gehen und sind das Zeitrennen etwas gedrosselt mit Drehzahlbeschränkung angegangen. Durch Kommissar Zufall belegte Hamburg den 4. Platz und Krefeld den 13. Platz im Time-Trial, so dass ein vorgezogenes Finale leider schon wieder sehr früh stattfand. Beide Teams boten dem Hannoveraner Publikum aber schließlich ein spektakuläres 350m-Rennen, bei dem entweder die Meisterschaft schon entschieden wurde, bzw. alles wieder offen sein konnte. Aber die Sprintspezialisten vom Niederrhein um Schlagmann Matthias Simons zeigten dem „Club“ von der Alster erneut im schnellsten Rennen des Tages auf, wer dieses Jahr die vermutlich beste Achtermannschaft der Liga ist.

Überragend im Moment mit drei 2. Plätzen in Folge ist der Emscher Hammer, der sich mit den Hammer-Brüdern Falk und Jan derzeit in einen Rausch rudert. Zwischen dem „Hammer“ und den Hamburgern um Schlagmann Richard Nagel wird es einen wunderbaren Endkampf um Platz 2 geben. Auch der Osnabrücker Artland-Achter ist mit zwei Punkten Rückstand auf Hamburg und Emscher-Hamm noch in guter Schlagdistanz.

Im Abstiegskampf der 1. Liga befinden sich derzeit die drei Aufstiegsteams aus Bremen, Dresden und Düsseldorf sowie der Rhein-Neckar-Achter und Berlin. Das Boot aus der Hauptstadt rangiert für alle Beteiligten völlig unerklärlich sieglos auf Platz 16 und wird damit sicher absteigen. Kurioserweise war doch der BRC vor wenigen Wochen noch Deutscher Meister im 6-Boote-Feld über 2000 Meter. Es ist zwar nicht die gleiche Mannschaft, aber doch der gleiche Name und damit umso verwunderlicher, dass der Berlin-Achter zwar hervorragend kämpft, aber ein Meisterklub sang- und klanglos absteigt. Damit ist Berlin, wie auch im Bundesligafussball ohne Erstligisten. Auch der Rhein-Neckar-Achter braucht schon ein kleines Wunder um sich noch auf Platz 13 zu retten. Während Bremen und Dresden als 12. und 13. mit einem kleinen Polster ins Saisonfinale starten, braucht Düsseldorf einen großen Leistungssprung, um nicht direkt zur Fahrstuhlmannschaft zu werden.

Insgesamt bot Hannover bei bestem Sonnenwetter beinahe optimale Ruderbedingungen vor einer grandiosen Kulisse und in allen drei Ligen gibt es zum Finale in Münster spannende Positionskämpfe bevor die 2. Saison der flyeralarm Ruder-Bundesliga beendet ist und die Deutschen Liga-Champions nebst Auf- und Absteigern feststehen.