Gemeinsam in Kassel

Die Stadt an der Fulda entwickelt sich aufgrund ihrer zentralen Lage, der vorhandenen Infrastruktur und der Unterstützung durch Torsten Gorski mit seinem Team des Regattavereins im Bootshaus des RV Kurhessen-Cassel zum Tagungszentrum im DRV. Zuletzt trafen sich Länderrat und Präsidium zur jährlichen Gemeinsamen Sitzung am vergangenen Wochenende, die aufgrund der Terminierung der Weltmeisterschaft und des Rudertages im Vergleich zu den Vorjahren deutlich vorgezogen wurde.

von Dag Danzglock
25.08.2010 - 00:07 Uhr
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Diese Sitzung hat in den letzten Jahren ihren Charakter zunehmend zu einer reinen Arbeitstagung verändert. Somit kam das Rahmenprogramm mit einem ungezwungenen Grillabend im Bootshaus der Jacob-Grimm-Schule und einem gemeinsamen Abendessen den Interessen aller Beteiligten entgegen. Mit Günther Jäckel schloss sich ein Ehrenmitglied dem Treffen an.

Die Beratungen selbst verliefen unter gemeinsamer Leitung von DRV-Vorsitzendem Siegfried Kaidel und dem Vorsitzenden des Länderrates Reinhart Grahn in kameradschaftlicher Atmosphäre, in der einzelne Punkte offen und kritisch angesprochen werden konnten. Beide gaben eine Übersicht zu aktuellen Fragen und Beratungspunkten beider Gremien.

Zur aktuellen Entwicklung im Leistungssport berichtete Cheftrainer Hartmut Buschbacher. Es gilt, die positiven Ergebnisse im Nachwuchsbereich auf die A-Mannschaft zu übertragen. Insoweit sieht er insbesondere im U23-Bereich noch Verbesserungspotential. Hierzu müssen Ressourcen gebündelt und die „Aussteiger-Quote“ reduziert werden. In den nächsten Jahren soll die Großbootbildung früher beginnen. Es ist vorgesehen, das gemeinsame Training bereits nach dem 2. Test und einer internationalen Regatta zu beginnen, wobei der Start auf der U23-DM vorgegeben wird. Damit sollen die einzelnen Mannschaften mehr Zeit für das gemeinsame Training erhalten.

Ein Blick in das Ausland macht deutlich, dass sich die Mehrheit der Verbände auf wenige Bootsklassen konzentriert und diese Aktiven im professionellen Rahmen trainieren. Unter deutschen Bedingungen ist es schwer, bei dieser Entwicklung mitzuhalten. Daher wurden die Nominierungskriterien zur Europameisterschaft und für Neuseeland modifiziert, um durch die Trainingslager ein konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen. Insoweit wird mit den Vorbereitungen auf diese Meisterschaften der Startschuss für die Vorbereitung auf London 2012 gelegt. Die Gemeinsame Sitzung nahm den Vortrag zustimmend zur Kenntnis.

Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Vorbereitung des Rudertages in Schweinfurt am vom 19.-21.11.. Zwischenzeitlich wurde die erste Einladung elektronisch verschickt. Diese moderne, satzungskonforme Vorgehensweise begrüßte das Gremium ausdrücklich.

Neben den Anträgen zur Änderung der Ruder-Wettkampfregeln und zu den Erprobungsmaßnahmen werden zahlreiche Ordnungen zu verabschieden sein. Hierzu laufen die Vorbereitungen und Absprachen. Die „Gemeinsame Sitzung“ nahm mit Freude zur Kenntnis, dass Präsidium und Regelkommission im Regeländerungsverfahren einen konstruktiven Weg in der gemeinsamen Arbeit gefunden und insoweit den Auftrag des außerordentlichen Rudertages aufgenommen haben.

Die Mehrzahl der Mitglieder des Präsidiums erklärte, sich auf dem Rudertag in ihren derzeitigen Ämtern und Funktionen zur Wiederwahl zu stellen. Lediglich Wolfgang David wird aus persönlichen Gründen nicht mehr für sein Amt des Schatzmeisters und stellvertretenden Vorsitzenden kandidieren.
Der Länderrat unterstützt den Vorschlag des Präsidiums, auf ein Ressort Leistungssport zu verzichten. Vielmehr soll dieser Bereich ehrenamtlich durch den Vorsitzenden geführt werden. Aufgrund der personellen Konstellation im Hauptamt mit Sportdirektor und Cheftrainer kann hier ein satzungskonformer neuer Modus gefunden werden. Zusätzlicher Sachverstand soll durch einen Beirat eingeholt werden.

Im Bereich Finanzen konnte Wolfgang David berichten, dass trotz der angespannten Lage eine Beitragserhöhung derzeit noch nicht erforderlich ist. Ein entsprechender Antrag wird somit in Schweinfurt nicht gestellt. Damit haben die Vereine Planungssicherheit. Im Rechnungswesen in der Geschäftsstelle sind nun verschiedene Maßnahmen wie eine Kostenstellenrechnung oder die Nutzung des Programms DATEV umgesetzt worden. Dies hat zwar Haupt- und Ehrenamt vor große Herausforderungen gestellt, war aber erforderlich, um den aktuellen Anforderungen zu entsprechen. Der DRV ist damit als Verband in diesem Bereich zukunftsweisend aufgestellt.

Zum Thema Sicherheit hatte es zuletzt einige Diskussion gegeben. Unter Präsidium und  Länderrat bestand Einigkeit, dass hier die fundierte Ausbildung in den Vereinen die entscheidende Grundlage bildet. Das Thema wird in den verschiedenen Lehrgängen vertieft. Mit der Broschüre „Bootsobleute und Steuerleute“, die nun in dritter Auflage erscheint, steht eine zentrale Handreichung für diesen Bereich zur Verfügung. Zahlreiche Informationen und Hinweise zum Thema finden sich auch auf rudern.de.

Kurz nach dem Rudertag wird das Rudersymposium in Dortmund vom 03.-05.12. einen weiteren Höhepunkt im Kalender des DRV darstellen. Die Anmeldungen befinden sich derzeit auf hohem Niveau und das Programm wird den Rudersport in seiner Breite beleuchten. Neben unterschiedlichen Arbeitskreisen, beispielsweise zu Fragen des Leistungssports, der Sicherheit auf dem Wasser oder der Verbandsentwicklung und Marketing, werden Themen im Plenum erörtert und der fachliche Austausch ermöglicht. Weitere Informationen finden Sie unter www.rudern.de und www.rudersymposium2010.de. 

Die nächste Gemeinsame Sitzung wird im nächsten Jahr im November auf Einladung des Landesruderverbandes Baden-Württemberg in Ulm stattfinden.