Beim Saisonfinale zur Bundesliga wird auch an Land kräftig gerudert
Experten-Team mit mehreren U19- und U23- Weltmeistern und Nationalruderern aus dem bekannten Bundesstützpunkt Potsdam bietet kostenlosen Ergometerfahren am Rande der RBL-Rennen in den Innenstadtkursen an. Katja Schindler, Marcel Vollgeld, Tim Bartels, Michelle Fischer und Jan Pawlowski sind nicht nur im Boot erfolgreich, sondern auch an Land.
Das mittlerweile nahezu 30köpfige RBL-Team wird in dieser Saison um einen weiteren Aktivposten attraktiv bereichert. Ein junges und dynamisches Team aus erfahren National- und Kaderruderinnen und – ruderern hat es sich auf die Fahne geschrieben den modernen Rudersport noch attraktiver darzustellen und das Publikum nicht nur passiv am Ufer zu begeistern, sondern aktiv ins Rudergeschehen mit einzubinden: Nämlich auf dem Concept2-Ruderergometer. Pro Bundesliga-Etappe schleust das Team um Sozialpädagogin Katja Schindler über 300 Kinder und Erwachsene nach einer kurzen Einweisung über den Ergo.
In den Vorbereitungen auf die „Aasee-Arena“ in Münster hat die RBL das „Street Rowing Team“ erwischt und die 22jährige Katja Schindler zu einem kurzen Gespräch überreden können.
RBL: Katja, Du als Leiterin des jungen Ergo- und Sportmotivationteams Potsdam, wie seid Ihr auf die erfolgreiche Idee gekommen auch Ergometerfahren so aktiv anzubieten.
Katja Schindler: Wir haben schon seit geraumer Zeit ein „Street-Rowing-Projekt“ mit der Landesruderjugend Sachsen-Anhalt aus der Taufe gehoben, um den Rudersport positiv darzustellen, aktiven Mitmachsport anzubieten und Nachwuchs für die Vereine zu generieren. Da wir dieses Thema vergleichsweise modern und intensiv angehen, war es nur eine Frage der Zeit bis wir eine produktive Partnerschaft mit der RBL eingehen, die ebenfalls eine junge und zeitgemäße Stilrichtung des Rudersports verfolgt. Große Tradition und modernes Sport-Event-Konzept passt da durchaus zusammen.
RBL: Und wie würdest Du die Resonanz auf den RBL-Regatten bzgl. der Ergometer beschreiben?
Katja Schindler: Sehr gut. Unerwartet gut. Die Nachfrage ist in der Regel größer, als wir Leute auf die Ergos lassen und betreuen können, was natürlich auch an den hohen Zuschauerzahlen der RBL liegt. Die Leute sind von den Ruderrennen schon so mitgerissen, dass sie es unbedingt auch selbst einmal probieren und das möglichst ohne ins Wasser zu fallen. Das geht bei uns natürlich recht gut. Wir geben eine kurze Einweisung, dann rudern sich die Zuschauer ein wenig warm und fahren anschließen eine Bestzeit über 100 Meter. Das macht allen sehr viel Spaß. Manchmal fahren ganze Familien gegeneinander. Am Ende gibt es dann noch tolle RBL-Aufkleber, RBL-Poster und einen kostenlosen Trainings-Gutschein für die örtlichen Ruderclubs. Und schon hat man wieder einen Schwung Ruderanfänger zum Rudersport gebracht.
RBL: Was fallen da bei den einzelnen „Probanden“ so für Unterschiede auf? Gibt es überhaupt welche?
Katja Schindler: Aber hallo. Das kann sich zwar jeder denken, aber um es noch einmal zu verdeutlichen, kann man glaube ich folgendermaßen unterteilen: Die kleinen Kindern staunen mit großen Augen über die neue koordinative Herausforderung, sind völlig in sich selbst versunken und sind „stolz wie Oskar“, dass sie selbst auf so einer großen Maschine sitzen dürfen. Junge Damen sehen da tendenziell eher den Fitness- und Body-Shape-Effekt gepaart mit einer eleganten Haltung, fast ähnlich dem Stilrudern. Jungs und Männer interpretieren das Ergometerfahren vermutlich aufgrund prähistorischer Jagd- und Rivalitätsinstinkte als modernen „Hau-den-Lukas“ und wollen um jeden Preis Bestwerte erzielen. Egal wie es aussieht und ob eventuell die Bandscheibe rausspringen könnte. Und ältere Semester sehen da den gesundheitstherapeutischen und auch protektiven Effekt einer, wenn richtig durchgeführt, nahezu verletzungsfreien Ganzkörperbewegung die den Kreislauf in Schwung bringt und sowohl drinnen als auch an der frischen Luft durchgeführt werden kann. So ein muffiges Fitnessstudio ist ja nicht für jeden etwas. Alle haben jedoch gemeinsam, dass sie die Ruderbewegung toll finden und sich auf ihre Art für das „Trockenrudern“ begeistern können.
RBL: Woher kommt die Motivation etwas für den Rudersport zu tun und nicht mehr selbst im Boot zu sitzen?
Katja Schindler: Vorsicht, da darf sich niemand zu sicher fühlen und denken, dass aus der Skullhochburg Potsdam keine Achter kommen. Wir planen bereits einen Männer- und einen Frauenachter und jeder, der sich im Rudern auskennt, weiß was Potsdam für ein ruderisches Potenzial als Stützpunkt hat. Wir sind bereits einen ersten Achtersprint in der Nähe von Potsdam gerudert und haben Blut geleckt und wollen nächste Saison beweisen, dass Potsdam und der Osten auch im Riemenboot eine gute Figur abgeben können. Bisher sind ja erst Dresden als „Speerspitze“ und Rüdersdorf als starke Ostklubs dabei. Da wollen wir gerne nachziehen.
Aber solange wir noch nicht selbst mit einem Achter in der RBL dabei sind, macht es unheimlich viel Spaß bei der Deutschland-Tournee der Ruder-Bundesliga live dabei zu sein und so vielen neugierigen Menschen, Zuschauern, Passanten, Fans und Kindern den Spaß am Natursport Rudern zu vermitteln. Wenn auch zuerst auf dem Trockenen. Das gibt es in dieser Form bisher nur bei der RBL.
RBL: Das klingt ja alles nahezu perfekt. Irgendwo müssen ja auch die Nachteile sein.
Katja Schindler: In der Tat. Unser Nachteil ist zwar ein Luxusproblem, aber wir haben ab mittags meist so viel zu tun, dass wir selbst von den Achterrennen nicht mehr viel mit bekommen. Und wenn wir dann abends nach 10 Stunden völlig erledigt abbauen sind wir meistens so erledigt und gaga im Kopf, dass wir am liebsten sofort zu Bett gehen würden. Aber wir raffen uns dann noch mal auf und belohnen uns selbst für den harten Tag mit einem Abend auf den berühmt-berüchtigten RBL-After-Row-Partys, wo wir mittlerweile so viele alte Ruder-Freunde aus ganz Deutschland wiedertreffen, die alle mit vollem Stolz für ihre Clubs in der Bundesliga antreten. Und wir sind mittlerweile von dem RBL-Vereins-Konzept so überzeugt, dass wir 2011 auch zum Riemen greifen werden und an schlagkräftigen Achtern basteln. Auch die nötigen Sponsoren haben bereits Witterung aufgenommen und wären sicherlich stolz auf einen erfolgreichen „Potsdam-Achter“ vom Seekrug in der Bundesliga.
RBL: Liebe Katja , vielen Dank für dieses Gespräch. Wir würden uns zwar sehr über einen „Potsdam-Achter“ freuen, würden Euch als Team in der RBL-Familie sehr vermissen, weil Ihr bisher weit über 1000 Sportlern gezeigt und erklärt habt, wie toll Rudern und auch das Ergometerfahren sein kann. An dieser Stelle schon einmal vielen Dank für den tollen Job und die hervorragende Werbung, die Ihr für den Standort Potsdam und das „Street Rowing“ macht.






